Das Riedlinger Sommertheater 2025 steht in den Startlöchern. Am Montag, 7. Juli, gab es dazu in den Räumen der KulturWerkStadt eine Pressekonferenz. Dabei teilten die Verantwortlichen nähere Einzelheiten zum Stück „Handel & Händl“ mit. Premiere ist am Donnerstag, 17. Juli. Sieben Aufführungen mit bis zu 2.100 Personen liefern bei einem Spaziergang zu den fünf Spielorten Einblicke in die Lebensumstände der Riedlinger im 19. Jahrhundert. Einstudiert und begleitet wurde das Stück wieder mit dem Theater Lindenhof (Melchingen), mit dem vor Jahren eine Kooperation geschlossen wurde.
Das Theater Lindenhof war mit seinem ganzen Führungsteam angereist. Der Intendant Peter Hallmayer eröffnete den bunten Informationsreigen. Er verwies darauf, dass schon seit Februar geprobt wurde: „Es ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen einem professionellen Leitungsteam und Amateuren. Als Format wurde wieder ein Spaziergang durch die herrliche Kulisse der Riedlinger Altstadt gewählt.“
Für das diesjährige Sommertheater sorgte Edith Erhard für die passenden Texte: „Ich wurde angefragt, um über Wirtschaft und Streit (Handel & Händl) authentische Vorlagen zu liefern. Eine große Hilfe war hier Prof. Winfried Assfalg. Die Szenen vermitteln einen Spannungsbogen von der Vergangenheit bis heute. Dazu habe ich mir Riedlingen angeschaut. Dann wurden die Plätze festgelegt, die bespielt werden.“
Ereignisreiches und buntes Erlebnis
Was wäre eine Theateraufführung ohne die ordnende Regie? Regisseurin Carola Schwelien berichtete über ihre gemeinsame Aufgabe mit Peter Höfermayer: „Wir befinden uns jetzt in der Endphase der Proben. Insgesamt haben wir eine tolle Truppe beieinander, darunter befinden sich auch etliche Neuzugänge. Die Besetzung steht, die 40 Einzelpersonen haben zu einer geschlossenen Einheit gefunden.“ Die Regisseurin erinnerte daran, dass Handel und Wirtschaft in der Stadt von jeher wichtig war und an die vielen Wirtschaften, die es einstmals gab. Einen großen Respekt zollte sie den ehrenamtlichen Akteuren für ihre schon bisher erbrachten Leistungen. Schwelien gab für die Besucher des Sommertheaters ein Versprechen: „Es wird laut, ereignisreich und bunt!“
Fünf Orte werden zur Theaterbühne
Für die Produktionsleitung stellte Mechthild Kniele das Konzept des diesjährigen Sommertheaters vor: „Bespielt werden der Marktplatz, Zellemees-Turm, Weibermarkt, Feuerwehrmuseum und Wochenmarkt. Gestartet wird am Marktplatz, danach werden drei Gruppen von den Führerinnen zu den unterschiedlichen Schauplätzen geführt. Die Schlussszene findet auf dem Wochenmarkt statt, bei dem sich wieder alle Gruppen zusammenfinden.“ Für eine Bestuhlung ist am Weibermarkt, Zellemees-Turm und Wochenmarkt gesorgt.“ Kniele sprach von einer umfangreichen Arbeit, die vom Team geleistet werde. Sie nannte auch ein Beispiel: „Schon ab 6.30 Uhr trudeln die ersten Nachrichten bei mir ein.“
Interessante Altersstruktur
Schwelien äußerte sich auch zur Zusammensetzung des Ensembles: „Wir haben rund ein Viertel neue Mitglieder beim Ensemble, die Jüngsten sind 14 Jahre alt, Gerard Otto und Ulrich Widmann sind Mitte 80. Die Jungen lernen die Texte in einer ungeheuren Geschwindigkeit. Insgesamt profitieren wir von den Mitgliedern beim Koffer- und Flohmarkttheater.“
Beim Spaziergang werden die Besucher nicht nur von den Schauspielern unterhalten, auch musikalisch wird etwas geboten. Die Stadtkapelle und das Ensemble Tastenzauber des Akkordeonvereins übernehmen die musikalische Begleitung. Bernhard Mohl, der für den musikalischen Teil verantwortlich, beschrieb seine Aufgabe: „Texte mussten vertont werden und ich war das Bindeglied zwischen Musik und Regie.“ Seine Aufgabe sei die Aufgabe gewesen, die Sprache des Theaters in Musik umzusetzen. „Dabei geht es um Atmosphäre. Für das Schlusslied habe ich drei Entwürfe geschrieben. Nicht der gelungenste Entwurf wurde gewählt, sondern derjenige, der stimmig war“, so Mohl.

Hallmayer wies auf die Kunst und Möglichkeiten eines Theaters hin: „Hier besteht die Möglichkeit, die eigene Stadtgeschichte zu präsentieren, auch den Streit in der Gesellschaft. Das Theater kann unterschiedliche Meinungen aushalten!“
Ein interessantes Detail verriet Kniele noch: „Die Truppe aus dem Sommertheater 2022 trifft sich seither jeden Monat einmal.“ Dies ist bemerkenswert und stellt den Zusammenhalt untereinander unter Beweis.
Starker Vorverkauf
Über einen guten Vorverkauf konnte Andrea Traub berichten: „Einzelne Tage sind nahezu ausgebucht. Wenn an einer Vorverkaufsstelle keine Karten mehr erhältlich sind, lohnt es sich zu einer anderen Vorverkaufsstelle zu gehen.“ Schwerpunkte seien, so Traub, die Samstagsaufführungen. Doch sie hat auch noch einen Tipp parat: „An der Abendkasse gibt es immer noch ein gewisses Kontingent an Eintrittskarten. Grundsätzlich gilt, dass der Vorverkauf immer am Dienstag für den darauffolgenden Samstag gestoppt wird.“
Karten im Vorverkauf gibt es bei
- Stadt-Cafè Reinke, Lange Str. 3
- Tankstelle/Autohaus Schlegel, Neue Unlinger Straße 20
- Wonderfitzig, Mühltorstraße 2
oder online unter www.theater-lindenhof.de/Karten
Sieben Aufführungen und zwei Ersatztermine
Pro Aufführung sind, so Traub, maximal 300 Besucher die Obergrenze. Den Grund dafür lieferte sie gleich mit: „Wir möchten, dass jeder Besucher etwas hört und sieht!“ Die Besucher werden aufgefordert, bei jedem Wetter zur Aufführung zu kommen. „Vor Ort kann dann bei schlechtem Wetter entschieden werden, ob der Beginn verlegt werden muss, oder ob die Veranstaltung ganz abgesagt werden muss.“ Vor den Aufführungen haben die Besucher die Möglichkeit, sich bereits ab 18.30 Uhr auf dem Marktplatz mit Essen und Getränken zu versorgen. Damit wird eine natürliche Marktatmosphäre geschaffen.
Herausfordern ist für die Organisation, dass fünf Spielorte so eingerichtet werden müssen, dass genügend Platz für die Schauspieler und Besucher vorhanden ist. Kniele wies auch darauf hin, dass sich die Schauspieler zu den jeweiligen Szenen immer wieder neu einkleiden müssen: „Unsere Kostümbildnerin ist da sehr pingelig!“
Eine weitere Unbekannte sind die Szenen selbst: „Sie sind unterschiedlich lang und fordern die Stadtführerinnen heraus“, so Schwelien. Ilona Lenk, die für die Kostüme verantwortlich zeichnet, lobte das Nähstubenteam: „Mit Doris Frick-Kottermanski an der Spitze haben wir eine tolle und jederzeit einsatzbereite Truppe beieinander.“ Das zeigte sich auch bei der anschließenden Probe auf dem Marktplatz. Frick-Kottermanski nähte an einer Hose geschwind einen fehlenden Knopf an.
Spieltage
- Sa. 12. Juli 25: Öffentliche Probe (ermäßigter Eintrittspreis)
- Do. 17. Juli 25: Premiere
- Sa. 19. Juli 25: Aufführung
- So. 20. Juli 25: Aufführung
- Do. 24. Juli 25: Aufführung
- Fr. 25. Juli 25: Aufführung
- Sa. 26. Juli 25: Aufführung
- So. 27. Juli 25: Aufführung
Ausweichtermine
- Di. 22. Juli 25 erstes Theaterwochenende
- Di. 29. Juli 25 zweites Theaterwochenende
Mehr Infos gibt es unter: www.riedlingen.de