Riedlinger Genussmanufaktur – Realisierung rückt näher

Riedlinger Genussmanufaktur – Realisierung rückt näher
Sie glauben an das Projekt und sind eine starke Gemeinschaft – die Genussbotschafter. (Bild: Initiative Genussmanufaktur Riedlingen)

WOCHENBLATT

Eine historische Scheune im Herzen von Riedlingen aus ihrem Dornröschenschlaf wecken und zu einer Genussmanufaktur umbauen, die zur Belebung der Altstadt beiträgt: An der Umsetzung dieser Vision, die als Bürgergenossenschaft realisiert werden soll, wird in Riedlingen mit großem Engagement gearbeitet.

Die Umbaupläne sind inzwischen fertig und ein Nutzungskonzept erstellt. Beides wird am Mittwoch, 24. April, ab 19 Uhr in der Stadthalle in Riedlingen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. 35 Männer und Frauen brennen für dieses Projekt und haben viel Zeit darin investiert. Alles im Ehrenamt. 

In zentraler Lage auf dem Wochenmarkt von Riedlingen schlummert ein historisches Gebäude im Dornröschenschlaf – eine Scheune, die ursprünglich zum Spital zum heiligen Geist gehörte. Die Anfänge der Spitalscheuer, das Kellergewölbe, geht zurück auf das 15. bzw. 16. Jahrhundert. Seine heutige Ansicht als barocke Scheune erhielt das Gebäude Anfang des 18. Jahrhunderts. Zuletzt wurde es als Feuerwehrgerätehaus genutzt, ehe es seine heutige Funktion als Lagerplatz erhielt.

So könnte die künftige Genussmanufaktur am Wochenmarkt in Riedlingen aussehen.
So könnte die künftige Genussmanufaktur am Wochenmarkt in Riedlingen aussehen. (Bild: Architekten Schirmer und Partner, Ertingen)

Angestoßen von der Stadt Riedlingen wurde vor einem Jahr eine Initiative zur Nutzung des Gebäudes als Manufakturenhalle unter dem Namen Riedlinger Genussmanufaktur gestartet. Das Projekt steht auf drei wesentlichen Säulen: Die Gründung einer Genossenschaft, die das notwendige Eigenkapital von einer Million Euro aufbringt, den Umbau des Gebäudes zu einer Manufakturenhalle sowie die Anmietung der Flächen durch verschiedene Manufakturbetreiber, die im Gebäude ihr Handwerk zeigen und ihre Produkte verkaufen.

Mittlerweile ist die Initiative der sogenannten Genussbotschafter, die sich ehrenamtlich für das Projekt engagieren, auf eine Gruppe von 35 Personen angewachsen. „Wir sind eine starke Gemeinschaft, die sowohl engagiert als auch professionell am Projekt arbeitet“, sagt Christian Helfert, der im Berufsleben Projektmanager ist, eine Behörde leitet und die Idee der Genussmanufaktur für sowohl visionär und als auch gleichzeitig für realisierbar hält.

Diese Einschätzung teilt auch Hans-Peter Klingler, von Beruf Architekt mit über 35 Jahren Berufserfahrung, der den Umbau – auch alles im Ehrenamt – plant und ihn bereits mit Denkmal-, Brand- und Arbeitsschutz in einer ersten Runde abgestimmt hat. „Beim Umbau soll insbesondere der Charakter des Gebäudes als ehemalige Scheuer wieder sichtbar werden. Mit Glaselementen wird eine Sichtbeziehung vom Eingang bis in den Dachstuhl hergestellt“, verrät Klingler.

Mit bereits 370 gezeichneten Anteilen, einem fertigen Umbaukonzept und feststehender Mietfläche, mit konzeptionellen Ideen für die künftige Nutzung sehen sich die Genussbotschafter gut aufgestellt, um ihr Projekt der Öffentlichkeit zu präsentieren. Darüber hinaus wurde im vergangenen Jahr in vielen ehrenamtlichen Stunden das Gebäude entrümpelt und die Kellerräume zugänglich gemacht.

Zahlreiche Führungen wurden zu verschiedenen Veranstaltungen angeboten. „Es sind ganz speziell die in den Fels der schwäbischen Alb geschlagenen, zweigeschossigen Kellergewölbe, die unsere Besucher faszinieren und begeistern“, sagt Reiner Henn, Apotheker und Chef der Genussbotschafter. „Diese sollen von den Manufakturen abgetrennt und eigenständig nutzbar bzw. mietbar sein. Wir können uns auch vorstellen, dass die Location von Vereinen zum Beispiel beim Stadtfest mitgenutzt wird.“, so Henn weiter.

Alle weiteren Details werden die Genussbotschafter am Abend des 24. April verraten. Um 19:30 Uhr startet in der Riedlinger Stadthalle die Vorstellung der Umbaupläne durch Architekt Hans-Peter Klingler und des Nutzungskonzepts durch Genussbotschafterin Caterina Perfetto. Albert Schwarz, Vorstand der VR Bank Riedlingen-Federsee, wird in der Diskussionsrunde die Genossenschaftsidee erläutern, Peter Baader Geschäftsführer und Inhaber der Zwiefalter Brauerei, Hans-Peter Klingler und Genussbotschafter Nico Geiselhart runden die Vorstellung ab. 

Fragen können aus dem Publikum eingebracht werden. Sie werden im Vorfeld der Podiumsdiskussion in einer Fragenbox gesammelt. Zudem können sich Interessierte bereits ab 19 Uhr und im Laufe des Abends an verschiedenen Ständen detailliert über das Genossenschaftsmodell, das Gebäude und die Umbaupläne, das Nutzungskonzept und die Manufakturenflächen sowie über das Gesamtkonzept der Stadt Riedlingen auf dem Weg zur Genussstadt an der Donau informieren.

Auch die Umlandgemeinden rund um Riedlingen sind in das Projekt involviert. So wird neben dem Riedlinger Bürgermeister Marcus Schafft auch Uttenweilers Bürgermeister Werner Binder zu Wort kommen, der sowohl privat als auch mit Zustimmung des Gemeinderates einen Anteil an der Genussmanufaktur für die Gemeinde Uttenweiler gezeichnet hat. 

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und kann ab Montag, 29. April über die Homepage der Riedlinger Genussmanufaktur unter riedlinger-genussmanufaktur.de angeschaut werden.

(Pressemitteilung: Initative Genussmanufaktur Riedlingen)