Keltische Funde am „Hochgericht“

Dr. Leif Hansen (Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart) gab Auskunft zu den ersten Erkenntnissen bei den Grabungen im Raum Riedlingen.
Dr. Leif Hansen (Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart) gab Auskunft zu den ersten Erkenntnissen bei den Grabungen im Raum Riedlingen. (Bild: Victor S. Brigola)

Die Heuneburg bei Hundersingen (Kreis Sigmaringen) gilt als älteste Stadt nördlich der Alpen und galt in frühkeltischer Zeit als bedeutendes Handelszentrum. Im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft untersuchen nun Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege im Raum Riedlingen, ob es hier zeitgleiche Fundstellen gab. Nun gibt es erste Hinweise, dass sich am Ort des Riedlinger „Hochgerichts“ eine Außenanlage befindet. Wir fragten Dr. Leif Hansen (Landesamt für Denkmalpflege) nach dem Stand der Dinge.

Im Gegensatz zur Heuneburg ist das zur Anlage gehörende Umland noch nicht im gleichen Maße erforscht. Um 550 vor Christus war die Heuneburg für die damalige Zeit eine Anlage riesigen Ausmaßes, mit einer beeindruckenden Außensiedlung von rund 100 Hektar. Zur Blütezeit lebten auf dem Heuneburg-Plateau, der Vorburg und der Außensiedlung etwa 5000 Menschen, wie Hansen im Gespräch erwähnte. Um diese beeindruckende Bewohnerzahl versorgen zu können, war wohl ein Einzugsgebiet von rund 20 Kilometer um die Burg herum notwendig.  

Durch Befliegung dieses Einzugsgebietes wurde festgestellt, dass sich eventuell in Riedlingen beim Gewann „Hochgericht“ eine frühkeltische Fundstelle befindet. Seit einigen Monaten sind die Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes vor Ort, um an der vermuteten Stelle zu graben. Nun gibt es erste Erkenntnisse. Gefunden wurden ein Skelett und Gewandspangen.

Hansen dazu: „Sie stammen aus der Zeit um 500 Jahre vor Christus.“ Interessant ist, dass sich diese Grabungsstätte, genau in der Mitte zwischen der Heuneburg und dem heiligen Berg Oberschwabens (Bussen) befindet. Der Bussen war einige Zeit sogar der Machtsitz der Kelten, bevor dieser wieder zur Heuneburg überging.

Hansen wies darauf hin, dass der Galgenberg in den 60er Jahren bei der Flurbereinigung um rund einen Meter abgetragen wurde. Die immer noch sichtbare Erhebung ist den Einheimischen bekannt. In seinem Buch „Strafen und Heilen. Scharfrichter, Bader und Hebammen zur Geschichte der ehemals vorderösterreichischen Donaustadt Riedlingen“ beschreibt Prof. Winfried Assfalg (Riedlingen) den Grabungsort als Hinrichtungsstätte.   

Die Bedeutung der Heuneburg wird auf der Webseite beschrieben.