Bei einem Pressegespräch im alten Feuerwehrgerätehaus am Riedlinger Wochenmarkt, teilten die Sprecher der Genussbotschafter mit, dass sie das Projekt Genussmanufaktur an die Stadt zurückgeben. Sie beleuchteten ausführlich ihr ehrenamtliches Engagement, schlussendlich scheiterten Sie bei der Verwirklichung aber daran, dass es nicht gelang einen Ankermieter zu finden, der auch bereit gewesen, wäre Personal für den Betrieb zu stellen.
Der Rückblick auf die Tätigkeit der Genussbotschafter ließ erahnen, mit welch enormem Einsatz diese Personen alle Mittel und Wege nutzten, um den Traum einer Genussmanufaktur zu verwirklichen. Seit März 2023 wurde von den Protagonisten alle Register gezogen, um das alte Feuerwehrgerätehaus zu einem Anziehungspunkt für die Menschen der Region und darüber hinaus zu machen.
Vielfältiges Engagement der Botschafter
U.a. versuchten die Genussbotschafter mit Tagen der offenen Tür, einen Sommer lang, mit gut besuchten After-Work-Partys eine positive Stimmung für die Genussmanufaktur zu schaffen. Dazu wurden auch Firmen und Nachbargemeinden angesprochen, Führungen durchgeführt, um deren Interesse zu wecken
Um eine Vorstellung der Nutzungsmöglichkeiten zu wecken, wurde das Gebäude entrümpelt und durch den Einbau einer Treppe bis in das zweite Untergeschoss begehbar gemacht, alte Ölwannen wurde ausgebaut.
Das Gebäude wurde untersucht, Schäden festgehalten und eine genehmigungsreife Umbauplanung mit dem Denkmal-, Brand- und Arbeitsschutz entwickelt.
Eigenkapitalsuche verlief erfolgversprechend
Bis zum Herbst 2024 konnten Zusagen für 500.000 Euro gewonnen werden. Die Genussbotschafter waren zuversichtlich, dass mit weiteren Umsetzungsfortschritten die angestrebte Million erreichbar war.
Doch diese Umsetzung gestaltete sich mehr als herausfordernd. Am 4. April 2024 wurde das Nutzungskonzept bei einer gut besuchten Veranstaltung in der Stadthalle vorgestellt. Doch die nachfolgende Suche nach einem Ankermieter gestaltete sich schwierig. Der Knackpunkt war dabei die Personalgewinnung. So stellten die Botschafter im Herbst 2024 ihre Werbung für das Projekt zwar ein, machten sich aber weiter auf die Suche nach einem Betreiber, der Personal zu Verfügung stellen sollte. Es fand auch ein Gespräch mit einer Einrichtung statt, die sich vorstellen konnte, den Betrieb eines Cafés mit Inklusions-Kräften zu stemmen. Letztendlich erfolgte doch eine ernüchternde Absage. Damit ist das Projekt zumindest vorerst gescheitert und wird an die Stadt zurückgegeben.
Wehmut und schweres Herz
Christian Helfert betonte, wie schwer es allen Genussbotschaftern falle, das Projekt abzugeben: „Wir haben miteinander Höhen und Tiefen erlebt, es war ein toller Prozess, es sind Freundschaften entstanden. Wir haben alle unser Herzblut in das Projekt gesteckt.“ Helfert bedankte sich für die Unterstützung der Stadt und betonte, dass die Personen, die bereit waren, Anteile zu zeichnen, am Abend vor dem Pressegespräch über die getroffene Entscheidung informiert wurden.
Wie geht es weiter?
Bürgermeister Marcus Schafft lobte die Genussbotschafter: „Sie haben mit wenig Geld sehr viel erreicht!“ Das Stadtoberhaupt betonte, dass das Gebäude seit sehr langer Zeit wieder erlebbar geworden sei. Es liege nun an der Stadt ein tragfähiges Konzept für das Gebäude zu erstellen. Schafft sieht das Projekt nicht als gescheitert an, und will es für die Stadt weitertragen: „Dazu muss die Stadt die Wirtschaftlichkeit aber herstellen.“ Die Frage, ob Fördergelder des Bundes für das Projekt zurückzuzahlen seien, verneinte er: „Die Verwendung der Fördermittel waren anfangs unklar. Doch wir können eindeutig belegen, dass es sich bei dem Projekt um einen ernsthaften Versuch der Umsetzung handelte. Deshalb ist eine Rückzahlung der Bundesmittel nicht notwendig.“
Die gesamte Pressemitteilung gibt es hier: