Preisexplosion an der Zapfsäule Die Raffgier der Mineralölkonzerne

Die Raffgier der Mineralölkonzerne
Die Preise für Benzin und Diesel sind an den Tankstellen regelrecht explodiert (FOTO: Pixabay)

Die Autofahrer sind ja bei den täglichen Preissprüngen an den Tankstellen einiges gewohnt. Bis zu 16 Cent pendeln die Preise mehrmals täglich hin und her. Keiner kann nachvollziehen, wie diese Preisunterschiede mit bis zu 10 Preisänderungen/Tag zu begründen sind. Schon hier zocken die Konzerne die Autofahrer ab.

Was sich aber in den letzten Tagen abspielte, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Am Sonntagabend (18 Uhr) kostete in Riedlingen der Liter Diesel 1,729 Euro. Am Montag (ebenfalls um 18 Uhr) schon 1,899 Euro. Am Dienstag wurden bereits Preise jenseits der 2 Euro/Liter Diesel aufgerufen. Aktuell am Donnerstag, 5. März um 10.50 Uhr, sind es 2,099 Euro. 

Ja im Nahen Osten herrscht Krieg und die Spekulanten treiben den Ölpreis nach oben. Aber der Kraftstoff, der im Moment an den Zapfsäulen verkauft wird, ist schon lange bezahlt. Ein Preissprung also nicht gerechtfertigt. Wer jetzt argumentiert, dass durch den Krieg Mineralöl teurer wird, streut den Menschen Sand in die Augen. Das teurer eingekaufte Öl wird erst in Wochen verarbeitet und an die Tankstellen ausgeliefert. Die Konzerne stopfen sich bis dahin schlicht die Taschen voll. Dies hat Folgen, denn die Speditionen leiden ebenfalls unter dem Preisanstieg. Es ist absehbar, dass schon in kurzer Zeit die Einkaufspreise für die Verbraucher ebenso steigen werden, wie die Inflationsrate. Es gibt nur wenige Gewinner bei dieser Gemengelage, dies sind die Mineralölkonzerne und der taat durch die Mineralölsteuer.

Zum Vergleich: Würde beispielsweise die Textbranche so reagieren, hätten die Verbraucher das Nachsehen. Dann würden die Kosten für ihre Bekleidung wegen gestiegener Rohstoffpreise für die Industrie sofort teurer. Heißt konkret, ein Hemd das gestern noch 89 Euro gekostet hat, würde heute schon für über 100 Euro angeboten. Doch auch hier ist die Wahrheit, dass diese Ware schon beim Einkauf bepreist wurde. Bei neuer Ware und gestiegenen Produktionskosten wäre eine Erhöhung des Einkaufspreises ebenso gerechtfertigt, wie ein Anstieg des Einzelhandelspreises im Laden.

Die Vorstellung, dass beispielsweise für Fleisch und Wurst, Getränke, Milchprodukte, Obst und Gemüse täglich mehrmals wechselnde Verkaufspreise aufgerufen werden, erscheint wohl jedermann abwegig. Würden die Hersteller und Handelsbetriebe gleich verfahren, wie die Mineralölkonzerne, wäre das aber völlig „normal“!  

Interessant, dass die Bundesregierung und das Kartellamt „schon“ heute auf die Idee kommen, den Mineralölkonzernen auf das Dach zu steigen. Warum nicht früher und dann mit brachialer Konsequenz? Die Menschen haben seit Jahren durch gestiegene Preise immer weniger Geld übrig. Es wäre es also eine soziale Verpflichtung, diesem üblen Spiel der Konzerne ein Ende zu bereiten.