Meteorologisch endete der Jahrhundertsommer 2026 am 1. September. Seit Ende Mai jagte eine Hitzewelle die nächste, die Temperaturen kletterten selbst in Oberschwaben deutlich über die 35-Grad-Marke. Wetterexperte Roland Roth (Wetterwarte Süd) schrieb dazu in seiner täglichen Wettervorhersage mehrfach von einer „Bollahitz“ und davon, dass die Werte des früheren Jahrhundertsommers 2003 regelrecht pulverisiert wurden.
Grund genug, bei den Schwimmbädern der Region nachzufragen, wie sich dieser Sommer auf die Zahl der Badegäste auswirkte. Eines sei schon vorweggenommen: Die Besucherzahlen aus 2003 blieben überall unerreicht. Offensichtlich hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten das Freizeitverhalten deutlich verändert. Zudem erhielten wir die Information, dass sich die Besucherzahlen nach den Einbrüchen durch die Corona-Jahre nie mehr so richtig erholten.
Uttenweiler mit starken Zahlen und neuem Lernschwimmbecken
Im Naturfreibad Uttenweiler kann man bereits jetzt von einem starken Anstieg von Badegästen sprechen. Bürgermeister Werner Binder stellte dazu fest: „Bisher waren es deutlich mehr Besucher wie im letzten Jahr. Allerdings war das letzte Jahr eher ‚weniger‘ Sommer im Vergleich zu diesem Jahr. 2025 zählten wir im ganzen Jahr 36.639 Besucher, in diesem Jahr sind es am 1. September bereits 53.429.“ Zahlen zum Jahr 2003 liegen bei der Gemeinde nicht mehr vor.
Binder teilte mit, dass das Naturfreibad mit einer großen Investition noch attraktiver wurde: „Über die Jahreswende 2025/2026 konnte ein Natur-Lernschwimmbecken in den bestehenden See eingebaut werden. In diesem Becken können Kinder unter Anleitung Schwimmen lernen.“ Wie Binder mitteilte, wurde der Bau möglich, weil die Gemeinde durch die Jürgen-Werner-Stiftung einen Geldbetrag von 1 Million Euro dafür erhalten hatte. Die Förderung erfolgte nach Binders Worten mit dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Binder führte dazu aus: „Der Sinn der Stiftung war es, dass Kinder befähigt werden schwimmen zu können. Dass dies aktuell absolut den ‚Zeitnerv‘ trifft, zeigen ständige Berichte von schließenden Schwimmbädern und auch Berichte darüber, dass es immer weniger Möglichkeiten gibt Schwimmunterricht erfahren zu können. Ich finde, unter diesen Gesichtspunkten steuert die Gemeinde Uttenweiler mit Hilfe der Jürgen-Werner-Stiftung dem aktuellen Trend entgegen.“
Uttenweilers Bürgermeister kann zum Lehrschwimmbecken auch schon ein erstes Fazit ziehen: „Bereits im ersten Jahr ist es gelungen sieben Schwimmkurse zu organisieren. Die Kurse werden durch die Wasserwacht DRK-Biberach, die VHS Donau-Bussen und dem Verein Delphine e.V. durchgeführt. Insgesamt nahmen über 60 Kinder an diesen Unterrichten teil, zudem fanden auch Aquafit-Kurse für Senioren statt.“
Auch die Anzahl der Übernachtungen auf den Wohnmobilstellplätzen nahm, so Binder, in diesem Jahr stark zu: „2025 konnten wir im ganzen Jahr 336 Übernachtungen zählen. Schon jetzt (1. September) haben wir mit 724 mehr als doppelt so viele Übernachtungen.“
Ummendorfer Badesee war gut besucht
Kämmerer Reinhold Besenfelder (Ummendorf) teilte uns mit: „Im letzten Jahr konnten wir 53.773 Besucher verzeichnen. In diesem Jahr sind es bisher ca. 70.000 Besucher. Das Jahr mit den meisten Besuchern war 2003. Dort konnten wir sage und schreibe 154.524 Besucher zählen.“
Besenfelder stellte grundsätzlich fest, dass seit Corona die Besucherzahlen gewaltig nach unten gingen: „Ich gehe davon aus, dass ein Sommer wie in diesem Jahr in der Vor-Corona-Zeit deutlich über 100.000 Besucher gebracht hätte. Ich schätze, dass die Besucherzahlen seit 2020 mindestens um ein Drittel und mehr zurückgegangen sind. Der Rückgang hat auch damit zu tun, dass wir die drei Badeinseln (waren bis 2019 im Badesee) aus Haftungsgründen aus dem Badesee nehmen mussten. Das war gerade für Jugendliche eine echte Attraktion!“
Warthausens Freibad feierte das 50-jährige Bestehen
Auch in Warthausen stieg die Zahl der Badegäste deutlich. Bauamtsleiterin Anja Kästle zu den Zahlen: „Wir hatten dieses Jahr bis jetzt 46.700 Badegäste. Im Vorjahr waren es 29.700. Unsere Aufzeichnungen gehen nur bis 2009 zurück. In den letzten 17 Jahren hatten wir somit das beste Jahr.“
Kästle verwies in ihrer Antwort auch auf das Freibad-Jubiläum: „Bisher lief alles reibungslos und wir konnten in diesem Jahr auf 50 Jahre Freibad zurückblicken. Das wurde im Juni mit einem Gemeindejubiläum im Freibad und einer erfolgreichen Knax-Poolparty in Kooperation mit der Kreissparkasse Biberach gefeiert. Beide Veranstaltungen waren ein voller Erfolg. Dank des guten Freibadteams können wir den Betrieb erfolgreich aufrechterhalten.“
Besucherzahlen in Biberach legen kräftig zu
Die Zahl der Badegäste in Biberach legte gegenüber dem Vorjahr deutlich zu. Gabi Enderle (Stadtwerke Biberach) teilte uns dazu mit: „Stand 24.08.2025 konnten wir ab Saisonbeginn 36.160 Besucher registrieren, in diesem Jahr sind es im gleichen Zeitraum bereits 47.344 Badegäste.“
Der erwähnte Trend besonders starker Besucherzahlen vor Corona bestätigte sich, so Enderle, auch in Biberach. „Im Jahre 2015 konnten wir 50.987 Besucher begrüßen, das besucherstärkste Jahr war 2003 mit 73.355 Badegästen.“
Schwimmbadfreunde Zwiefalten e.V. engagieren sich
Mit Zahlen konnte Susanne Baumgartner (Hauptamt/Bauamt/Amt für Öffentliche Ordnung) nicht dienen. Doch auch sie stellt einen Anstieg der Besucherzahlen fest: „Besucherzahlen werden bei uns nicht gezählt bzw. erfasst. Dank des schönen Sommerwetters hatten wir eine gute Badesaison mit mehr Besuchern als im Vorjahr.“
Anhand der Einnahmen lässt sich jedoch ein deutlicher Anstieg feststellen. Die Einnahmen (lt. Hochrechnung) stiegen in diesem Jahr bereits auf 32.000 Euro, im Vorjahr lagen diese bei rund 25.000 bis 26.000 Euro zum Ende der Badesaison.
Baumgartner verwies auch auf den Kostenfaktor des Bades: „Leider reichen diese Einnahmen nicht aus, um den aufwendigen Badebetrieb zu finanzieren. Die Gemeinde wird jedoch sehr stark durch ehrenamtliches Engagement der Schwimmbadfreunde Zwiefalten e. V. unterstützt und so gelingt es uns immer wieder, das Bad als wertvolle öffentliche Einrichtung zu erhalten. Dies wurde insbesondere in diesem heißen Sommer von den Bürgern und den auswärtigen Gästen sehr geschätzt und hat sich positiv auf die Einnahmen ausgewirkt.“
Deutlicher Anstieg der Badegäste im Laupheimer Parkbad
Weit besser als im Vorjahr wurde das Parkbad Laupheim frequentiert. Leena Glück (Stellv. Amtsleiterin der Stadt Laupheim) meldete für 2026 rund 54.000 Besucher im Parkbad: „Damit haben wir die Vorjahreszahlen deutlich überschritten. 2025 waren es 38.600 und 2024 42.310 Badegäste. Unser Bademeister Jan Birkner erinnert sich aber daran, dass die Besucherzahlen in den ersten Jahren nach der Eröffnung des Parkbades noch höher waren.“
Bad Buchau: Höchststand seit der Erfassung
Marisa Sauter (Haupt- und Personalamt) verwies in ihrer Antwort darauf, dass die Freibadsaison 2026 noch nicht abgeschlossen ist: „In diesem Jahr zählten wir bereits 21.723 Besucher. Das sind schon jetzt deutlich mehr als 2025 mit 14.753 und 2024 mit 15.081 Badegästen. Auch in den Jahren 2023 (17.287) und 2022 (16.810) waren weniger Gäste in unserem Freibad. Damit steht fest, dass wir 2026 als besucherstärkstes Jahr innerhalb des im Zugangssystem verfügbaren Vergleichszeitraums (2022 bis 2026) festhalten können.“
An Badestellen werden die Besucher nicht erfasst
Bei den beliebten und gut besuchten Badestellen Ziegelweiher (Ochsenhausen), Zeller See und Olzreuter See (beide Bad Schussenried) sowie an den Schwarzachtal-Seen in Ertingen werden keine Badegäste gezählt.