Zum Ausbildungsstart beginnen 2.971 Jugendliche im Gebiet der Handwerkskammer Ulm eine Lehre. Das sind rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr.
Zwischen Ostalb und Bodensee verstärken die neuen Auszubildenden in diesen Tagen die Handwerksbetriebe und wirken künftig an wichtigen Leistungen und Produkten für die Versorgung der Bevölkerung mit.
Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, sieht darin einen anhaltenden Trend: „Wir freuen uns über den starken und anhaltenden Trend zu mehr Jugend im Handwerk. Jugendliche und immer mehr auch ihre Eltern verstehen, dass das Handwerk ein guter Arbeitgeber ist, bei dem die Grundlage für die eigene Entwicklung und Wohlstand gut gelegt werden kann. Sie spüren, da gibt es Sicherheit vor KI-Entwicklungen direkt vor Ort in meiner Heimat.“
Bauberufe legen deutlich zu
Besonders gefragt sind in diesem Jahr Berufe im Bau- und Ausbauhandwerk. Die Zahl der neuen Stuckateur-Auszubildenden hat sich nahezu verdoppelt und liegt 92 Prozent über dem Vorjahreswert. Bei den Maurern beträgt das Plus 38 Prozent, bei den Zimmerern 8,5 Prozent.
Zuwächse gibt es auch bei körpernahen Dienstleistungen und kaufmännischen Berufen. Bei den Friseuren steigt die Zahl der neuen Auszubildenden um gut sechs Prozent. Im Lebensmittelhandwerk verzeichnen die Fachverkäufer knapp 24 Prozent mehr Neueintragungen.
„Die Lehrlinge, die jetzt starten, können sich während der Ausbildung selbst verwirklichen und mit ihren Fähigkeiten und Talenten einbringen. Jeder, der mit seinen eigenen Händen etwas Sinnvolles schaffen und zur alltäglichen Versorgung mit wichtigen Handwerksprodukten und -dienstleistungen beitragen will, ist im Handwerk genau richtig“, so Mehlich.
Unterschiedliche Schulabschlüsse vertreten
Die neuen Lehrlinge kommen aus verschiedenen Schularten. Knapp 480 von ihnen haben Abitur, rund 1.200 besitzen einen Realschulabschluss und 920 einen Hauptschulabschluss.
Mehr als jeder achte neue Auszubildende ist zudem 24 Jahre oder älter. Ihr Anteil liegt bei 13 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass sich immer mehr Menschen auch später für eine handwerkliche Ausbildung entscheiden.
Mehlich sagt dazu: „Unser Handwerk bietet Platz für alle. Wir geben jedem eine Chance, der interessiert und motiviert ist – unabhängig von Alter, Herkunft und Geschlecht, egal ob ohne Schulabschluss oder mit Abitur.“
Fast 300 Lehrstellen noch frei
Obwohl das Ausbildungsjahr bereits begonnen hat, ist ein Einstieg weiterhin möglich. In den Handwerksbetrieben zwischen Ostalb und Bodensee sind aktuell noch fast 300 Ausbildungsplätze unbesetzt.
Interessierte können sich an die Ausbildungsberater der Handwerkskammer Ulm wenden. Sie unterstützen bei der Suche nach einem Ausbildungsberuf, der zu den eigenen Fähigkeiten passt. Weitere Informationen gibt es unter hwk-ulm.de.
Die Ausbildungszahlen von Ende August 2026 unterscheiden sich in den einzelnen Kreisen deutlich:
- Ostalbkreis: 590 Auszubildende, plus 7 Prozent; 65 offene Lehrstellen
- Landkreis Heidenheim: 233 Auszubildende, minus 2 Prozent; 9 offene Lehrstellen
- Alb-Donau-Kreis: 373 Auszubildende, plus 6 Prozent; 47 offene Lehrstellen
- Stadtkreis Ulm: 276 Auszubildende, plus 2 Prozent; 22 offene Lehrstellen
- Landkreis Biberach: 404 Auszubildende, plus 17 Prozent; 56 offene Lehrstellen
- Landkreis Ravensburg: 733 Auszubildende, plus 7 Prozent; 75 offene Lehrstellen
- Bodenseekreis: 362 Auszubildende, minus 2 Prozent; 20 offene Lehrstellen
Kammer vertritt rund 21.000 Betriebe
Die Handwerkskammer Ulm ist Dienstleister und Ansprechpartner für rund 21.000 Handwerksbetriebe mit mehr als 120.000 Beschäftigten und rund 8.000 Auszubildenden. Ihr Gebiet umfasst die Landkreise Ostalb, Heidenheim, Alb-Donau, Biberach, Ravensburg und Bodensee sowie den Stadtkreis Ulm.
Die Mitgliedsbetriebe zwischen Jagst und Bodensee erwirtschafteten im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 17 Milliarden Euro. Zu den zentralen Aufgaben der Handwerkskammer gehört es, die Interessen der regionalen Handwerksbetriebe auf allen Ebenen der Politik und in der Öffentlichkeit zu vertreten.
Weitere Aufgabenschwerpunkte sind Ausbildung, Prüfungswesen, das Führen der Handwerksrolle, berufliche Bildungsangebote und Nachwuchswerbung. Hinzu kommen vielfältige Beratungsleistungen für Betriebsinhaber, darunter Personalberatung sowie Angebote für Existenzgründer und rund um die Unternehmensnachfolge (ZEN). In der letzten Zeit gehört auch die umfassende Begleitung der Betriebe bei Fragen zur Energie-Krise dazu.
Das Handwerk zwischen Ostalb und Bodensee wird in der Vollversammlung von 39 gewählten Vertretern repräsentiert und vertreten. Alle Gewerbegruppen sowie die sechs Landkreise und der Stadtkreis sind darin vertreten. 26 der 39 Mitglieder sind Handwerksunternehmer, weitere 13 gehören dem Parlament des regionalen Handwerks als Vertreter der Arbeitnehmer im Handwerk an. Die Vollversammlungen der Handwerkskammer finden in öffentlicher Sitzung statt.
(Quelle: Handwerkskammer Ulm)