Zukunft Neuausrichtung der Oberschwabenklinik für eine erfolgreiche Zukunft   

Neuausrichtung der Oberschwabenklinik für eine erfolgreiche Zukunft   
Die Oberschwabenklinik steht vor einer spannenden Zukunft: Gibt es eine Kooperation mit AMEOS (Friedrichshafen), ist eine Zusammenarbeit mit dem Landkreis Lindau für die medizinische Versorgung im Allgäu möglich und wo platziert die OSK ggf. weitere Medizinische Versorgungszentren (MVZ)? (Bild: OSK)

Nach der gescheiterten Übernahme des Medizin-Campus-Bodensee (MCB) durch die Oberschwabenklinik (OSK) stellt sich die Frage, mit welchen Perspektiven und Ausrichtungen die OSK in eine erfolgreiche Zukunft gesteuert werden soll.

Landrat Harald Sievers hat dazu in der Tageszeitung betont, dass sich die Krankenhauslandschaft nach dem Spargesetz von Ex-Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ohnehin in einem schweren Fahrwasser bewegt. Bei der möglichen Neuausrichtung der OSK vertraut Sievers den zuständigen Gremien aus Aufsichtsrat, Kreistag und der Mitarbeiterschaft. Dort werden nun für die OSK wichtige Weichen für die Zukunft der Kliniken in Ravensburg und Wangen gestellt.

Wir fragten bei den Landtagsabgeordneten Anna Wiech (Bündnis 90/Die Grünen), Antje Rommelspacher (CDU) und August Schuler (CDU-Kreis- und Gemeinderat, Ravensburg) nach, ob sie befürchten, dass sich nach den Privatisierungen in den Landkreisen Biberach (Sana), Bodensee (AMEOS) und Sigmaringen (SRH) jetzt auch für die OSK eine Privatisierung abzeichnet.

Wiech: „Wir brauchen eine gute, verlässliche und wohnortnahe medizinische Versorgung“

Die Positionierung des Landrates wird von Wiech mitgetragen: „Ich teile die Einschätzung des Landrats, dass die Fragen rund um die künftige strategische Ausrichtung der OSK sehr komplex sind und deshalb in erster Linie in den dafür zuständigen Gremien beraten werden sollten. Eine solche Diskussion sollte aus meiner Sicht sachlich, fundiert und mit Blick auf die medizinische Versorgung der gesamten Region geführt werden – und nicht über einzelne öffentliche Aussagen.“

Wiech verspricht, dass sie als Mitglied des Aufsichtsrats der Oberschwabenklinik und als Kreisrätin die anstehenden Fragen gemeinsam mit den zuständigen Gremien und insbesondere auch mit dem neuen Geschäftsführer intensiv diskutieren wird: „Dabei ist mir wichtig, dass wir uns die notwendige Zeit für eine sorgfältige Analyse nehmen und unterschiedliche Perspektiven und Möglichkeiten offen miteinander besprechen.“

Die Abgeordnete formuliert dabei ein zentrales Ziel: „Wir brauchen auch künftig eine gute, verlässliche und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung für die Menschen in der Region Ravensburg und darüber hinaus. Dabei müssen wir die gesamte Versorgungskette in den Blick nehmen – von der ambulanten Versorgung über sektorenübergreifende Angebote bis hin zur stationären Versorgung.“

Vor den gemeinsamen Beratungen und Bewertungen will Wiech sich nicht festlegen, welche konkreten strukturellen Konsequenzen möglicherweise für die OSK entstehen: „Entscheidend ist für mich, dass am Ende eine tragfähige Lösung steht, die medizinisch sinnvoll ist und die Versorgung der Menschen in unserer Region langfristig sichert.“

Rommelspacher: „Eine mögliche Kooperation mit AMEOS darf nicht zulasten der OSK gehen“

Lobende Worte für den Landrat kommen auch von Rommelspacher: „Aus meiner Sicht fasst er die neue Situation der stationären Versorgung der Bevölkerung im gesamten Raum Bodensee Oberschwaben gut zusammen. Der Landkreis Ravensburg als Träger der OSK hatte lange auf eine Zusammenarbeit zweier kommunaler Häuser hingearbeitet, die jetzt nicht kommen wird.“

Für die Abgeordnete steht die stationäre und ambulante medizinische Versorgung der Bevölkerung im Raum Bodensee Oberschwaben im Vordergrund. Eine Kooperation beider Häuser ist aus ihrer Sicht wünschenswert, diese dürfe aber nicht zulasten der kommunalen OSK gehen: „Ziel der weiteren Gespräche mit AMEOS muss sein, dass bei einer Kooperation nicht die finanziell lukrativen Fachbereiche von AMEOS und der Rest von der OSK abgedeckt werden. Dieses Ziel hätte sicher einfacher erreicht werden können, wenn sich der Kreistag des Bodenseekreises für das Angebot der OSK entschieden hätte.“

Rommelspacher sieht die Zukunft der OSK positiv: „Ich vertraue in die Gremien Aufsichtsrat und Kreistag, dass dort eine für die Bevölkerung und für die kommunalen Finanzen gute Lösung erreicht werden wird.“

Schuler: „Privatisierung der OSK ist keine Option“

August Schuler hält nichts von einer Privatisierung: „Immer wieder geistern politische Privatisierungs-Ideen und Optionen durch die kommunale Landschaft Oberschwabens. Aus meiner Erfahrung als langjähriger Aufsichtsrat sage ich: unsere OSK hat sich in ihrer hohen medizinischen Qualität, in ihrem breiten Angebot auf universitärem Niveau, in ihrer hervorragenden Patientenversorgung durch Pflegekräfte und Ärzteschaft das große Vertrauen unserer Bevölkerung erworben. Das soll auch in Zukunft so bleiben.

Die OSK muss und soll in den bewährten kommunalen Händen bleiben. Die Privatisierung sehe ich als CDU-Kreisrat nicht als Option. Unsere Landkreise sind nach gesetzlicher Vorgabe zuständig für die Gesundheitsversorgung unserer Menschen. Bund, Land sowie unsere Krankenkassen tragen die Mit-Verantwortung für eine auskömmliche finanzielle Unterstützung von Bau, Geräteausstattung und Betrieb. Über Jahrzehnte sind diese Finanz-Strukturen in Schieflage geraten.“

Der Kreisrat sieht die OSK-Geschäftsführung, Aufsichtsräte und Kreisräte einmal mehr in der Verantwortung, die mit den geschaffenen Fakten einhergehenden Aufgaben zu lösen und umzusetzen: „Dies ist die Krankenhaus-Versorgung unserer Region in Kooperation mit dem Bodenseekreis und den dortigen privaten Trägern (Ameos), die Sanierung und Neubau des OSK-Klinikums in Wangen, die Zusammenarbeit mit dem bayrischen Kreis Lindau, die Senkung der jährlichen OSK-Defizite von 25 Millionen Euro. Dies kann und muss in der Trägerschaft unseres Landkreises Ravensburg gelingen.“