Mehr Artenvielfalt LEV überträgt Mahdgut von artenreicher FFH-Mähwiese auf geeignete Fläche

LEV überträgt Mahdgut von artenreicher FFH-Mähwiese auf geeignete Fläche
In Handarbeit verteilten Philipp Friedrich und Juliane Gerster von der Naturschutzbehörde mit Landwirt Thomas Gerner und LEV-Geschäftsführer Peter Heffner (nicht im Bild) das frische Mahdgut gleichmäßig dünn auf der Empfängerfläche. (Bild: Landschaftserhaltungsverband Landkreis Biberach e.V. (LEV))

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Im Landkreis Biberach gibt es nur 50 Hektar artenreiche FFH-Mähwiesen, also Wiesen, die der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume wildlebender Tiere und Pflanzen entsprechen. 50 Hektar sind – verglichen mit anderen Landkreisen – sehr wenig.

Um den Anteil dieser besonders artenreichen Lebensräume zu erhöhen, hat sich der Landschaftserhaltungsverband Landkreis Biberach e.V. (LEV) jetzt am Archewiesenprojekt des Regierungspräsidiums Tübingen beteiligt. Dazu hat Landwirt Thomas Berner aus Langenenslingen-Friedingen zusammen mit dem LEV zwei landeseigene Wiesen beim Gallusfelsen in Friedingen für einen Mahdgutübertrag vorbereitet.

An einem sehr warmen Tag wurde das Mahdgut frühmorgens und taufrisch von einer artenreichen Fläche bei Inneringen im Landkreis Sigmaringen geholt und als dünner Film in Handarbeit, auf die Fläche beim Gallusfelsen aufgetragen. Wenn alles nach Plan läuft, sollen hier schon im nächsten Jahr Esparsette, Salbei, Margeriten, Glockenblumen, Wiesenbocksbart und mehr Pflanzen blühen. Die artenreiche Fläche, von der das Mahdgut stammt, wird von Daniel Locher bewirtschaftet, der das Projekt gerne unterstützte.

Der Übertrag von Mahdgut ist Teil des Projektes „Archewiesen“, das seit 2021 beim Regierungspräsidium Tübingen läuft und durch das Sonderprogramm des Landes zur Stärkung der biologischen Vielfalt gefördert wird. Das Projekt soll einen Beitrag zum Erhalt beziehungsweise zur Wiederherstellung von artenreichen FFH_Mähwiesen leisten. Dabei werden besonders artenreiche Mähwiesen als Spenderflächen registriert und in ein Kataster aufgenommen. Auf diesen Flächen wird in Abstimmung mit den Bewirtschaftern Mahdgut geerntet, um entweder weitere Wiesen artenreicher zu entwickeln oder FFH-Mähwiesen in schlechtem Zustand zu verbessern.

Im Landkreis Biberach fand nun erstmals ein Mahdgut-Übertrag statt. Bereits im Frühjahr hatten der LEV Biberach und die Naturschutzbehörde mit dem vom Regierungspräsidium beauftragten Überlinger Fachbüro „365⁰ freiraum + umwelt“ verschiedene Wiesen begutachtet, um ihre Eignung als Spender- bzw. Empfängerflächen zu prüfen. Mehrere Wiesen im westlichen Landkreis wurden in das Spendenkataster aufgenommen.

(Pressemitteilung: Landschaftserhaltungsverband Landkreis Biberach e.V.)