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Mehr Grün gegen Hitze Biberach plant Konzept für grünere Innenstadt

CDU und Grüne wollen Biberachs Innenstadt stärker begrünen. Die Verwaltung unterstützt die Pläne, sieht aber Hürden und schlägt ein umfassendes Klimakonzept vor.

Lesezeit 2 Minuten
Moderne Glasfassade mit horizontalen Metalllamellen zwischen älteren Gebäuden in einem gepflasterten Innenhof.
Pilotprojekt Sennhofareal: Die Stadt will an dieser Fassade eine erste Begrünung realisieren. (Bild: Stadt Biberach)

Mehr Schatten, begrünte Fassaden und weniger versiegelte Flächen: CDU und Grüne wollen Biberachs Innenstadt klimaresilienter gestalten. Die Stadtverwaltung unterstützt diese Ziele, sieht bei der Umsetzung jedoch einige Hürden.

Ausgangspunkt der Diskussion im Biberacher Bauausschuss waren zwei gemeinsame Anträge der Gemeinderatsfraktionen von CDU und Grünen. Die Fraktionen möchten die Begrünung von Gebäudefassaden voranbringen und prüfen lassen, ob einzelne Straßen mit bepflanzten Rankgerüsten oder Seilkonstruktionen überspannt werden können.

Die Maßnahmen sollen insbesondere während heißer Sommermonate für Schatten und Abkühlung sorgen. Gleichzeitig sollen Flächen entsiegelt werden, damit Regenwasser besser versickern kann. Damit verfolgen die Fraktionen auch das sogenannte Schwammstadt-Prinzip. Ein weiteres Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern.

Kaum Interesse an geförderter Fassadenbegrünung

Stadtplanungsamtsleiter Roman Adler begrüßte im Bauausschuss die grundsätzlichen Ziele der beiden Anträge. Allerdings verwies er auf Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung.

Bereits seit längerer Zeit fördert die Stadt Biberach private Fassadenbegrünungen und Entsiegelungen. Das entsprechende Umweltschutzförderprogramm wurde 2023 verstärkt auf solche Maßnahmen ausgerichtet. Dennoch ist die Nachfrage gering: Seit der Neuausrichtung gab es lediglich eine Anfrage.

„Die Bereitschaft, die eigene Fassade in der Altstadt zu begrünen, ist gering“, erklärte Adler.

Auch die Idee, Straßen mit begrünten Seilkonstruktionen oder Rankgerüsten zu überspannen, sieht der Stadtplanungsamtsleiter kritisch. Eine entsprechende Möglichkeit wurde bereits für die Hindenburgstraße untersucht. Dabei zeigte sich, dass die statischen Anforderungen erheblich sind.

Hinzu kommt, dass an den Gebäuden entsprechende Befestigungsmöglichkeiten fehlen. Anders als in Städten, die ihre Straßen beispielsweise während der Fasnet mit Dekorationen überspannen, sind solche Vorrichtungen in Biberach nicht vorhanden.

„Alle Hauseigentümer müssten mitziehen“, verdeutlichte Adler.

Neues Konzept soll Möglichkeiten prüfen

Neben den technischen Herausforderungen müssen auch die Anforderungen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden. Zudem bestehen in der Altstadt unterschiedliche Nutzungsinteressen, die bei möglichen Begrünungsmaßnahmen miteinander vereinbart werden müssen.

Die Verwaltung spricht sich deshalb für eine umfassende Betrachtung aus. Statt einzelne Maßnahmen unabhängig voneinander zu planen, schlägt sie ein „Zukunftskonzept klimaresiliente Innenstadt Biberach“ vor.

Da innerhalb der Verwaltung die notwendigen personellen Kapazitäten fehlen, soll im kommenden Jahr ein externer Planer gesucht werden. Ab 2028 soll dieser gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt die Umsetzung angehen. Für das Vorhaben sind 75.000 Euro vorgesehen.

Begrünte Fassade im Sennhofareal geplant

Unabhängig vom geplanten Gesamtkonzept soll die Stadt bei der Fassadenbegrünung selbst aktiv werden. Im Sennhofareal ist eine begrünte Gebäudefassade vorgesehen.

Der Bauausschuss stimmte diesem Vorhaben einstimmig zu. Einigkeit bestand außerdem darüber, die bestehenden Fördersätze für private Begrünungsmaßnahmen zu überprüfen und stärker auf die Fördermöglichkeiten aufmerksam zu machen.

Ein separates Konzept zur Fassadenbegrünung wird vorerst nicht erstellt.

(Quelle: Stadt Biberach)

Schlagwörter

Transparenz

Erstmals veröffentlicht
30.10.2026, 10:10 Uhr

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