Ausbreitung Staudenknöterich: Kreisforstamt Biberach startet Versuche zur Bekämpfung

Ausbreitung Staudenknöterich: Kreisforstamt Biberach startet Versuche zur Bekämpfung
Das Kreisforstamt empfiehlt, schon die ersten Pflanzen des Japanischen Staudenknöterichs schnell und konsequent zurückzudrängen. (Bild: Landratsamt Biberach)

WOCHENBLATT

Er breitet sich schnell aus, verdrängt heimische Pflanzen und zerstört die artenreichen Ökosysteme naturnaher Lebensräume: der Japanische Staudenknöterich. Er ist ein sogenannter Neophyt, also eine Pflanzenart, die natürlicherweise nicht in Deutschland vorkommt und erst durch den Menschen eingeschleppt wurde.

Das Kreisforstamt steht nun in der Nadelbaumsammlung beim Schloss Sommershausen vor der Herausforderung, den Staudenknöterich zurückzudrängen. Der Staudenknöterich bildet ein unterirdisches Geflecht (Rhizom), aus dem im Frühjahr zwei bis vier Meter hohe Triebe wachsen. Im Mai haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kreisforstamts zusammen mit der Dorfgemeinschaft Wennedach und dem Verein bela e.V. mit dem Versuch der Eindämmung der Staude begonnen.

Dabei wurden drei Varianten gestartet: Auf der ersten Fläche wurde der Knöterich abgemäht. Anschließend wurde die Fläche mit faserverstärkten Folien ausgelegt und mit Sandsäcken beschwert. Die Folien bleiben zwei bis drei Jahre auf der Fläche. Die Hoffnung: Wenn die Pflanze kein Licht mehr bekommt, stirbt sie ab.

Auf der zweiten Fläche wurde der Knöterich gemäht und das Material abgetragen. Das soll mehrmals im Laufe des Sommers wiederholt werden. Das Ziel: eine Schwächung der Pflanzen.

Auf der dritten Fläche wurden die Pflanzen mit der Sichel abgeschnitten und entfernt. Anschließend wurde das sogenannte ELMOTherm-Verfahren angewendet. Dabei wird jeder abgeschnittene Stängel mit 95 Grad heißem Wasser behandelt. Durch die Hitze werden die Eiweißstrukturen in der Pflanze bis in die Wurzel zerstört. Auch hier ist voraussichtlich eine mehrmalige Anwendung notwendig.

Das Kreisforstamt wird die Fläche intensiv beobachten und auswerten, welches Verfahren zum besten Erfolg führt.

Das Kreisforstamt empfiehlt, dort, wo sich der Staudenknöterich ansiedelt, schnell zu handeln. „Da die Bekämpfung sehr arbeits- und kostenintensiv ist, sollten schon die ersten Pflanzen konsequent behandelt werden“, sagt Martin Kohler vom Kreisforstamt.   An vielen Stellen entwickelt sich der Knöterich nach unerlaubter Ablagerung von Gartenabfällen oder Erdaushub. Er breitet sich überwiegend über die Rhizome und über Stängelbruchstücke aus.

(Pressemitteilung: Landratsamt Biberach)