Ponyreiten beim Zirkus Sperlich in Baindt: Gutes tun und dabei Spaß haben

Ponyreiten beim Zirkus Sperlich in Baindt: Gutes tun und dabei Spaß haben
Ponyreiten für die Kleinen: Die Sperlichs freuen sich auf viele Besucher. (Bild: Daniela Leberer)

Aufgrund des Veranstaltungsverbots sitzt der Zirkus Sperlich seit letztem Oktober in Baindt fest. Die Gemeinde hat dafür kostenfrei ein Grundstück zur Verfügung gestellt. Täglich hofft die ganze Familie, endlich wieder auf Tour gehen zu dürfen und hält sich in der Zwischenzeit tapfer über Wasser. Die Tiere einfach zu verkaufen, war nie eine Option.

Eine Runde mit den Ponys

Um die Haushaltskasse etwas aufzubessern, wird aktuell Ponyreiten für Kinder angeboten. „Unsere Shetland- und Welshponys haben dadurch Bewegung, die Kinder erleben Abwechslung vom einseitigen Alltag und wir verdienen für die laufenden Kosten etwas dazu,“ so Mutter Tanjela Sperlich. Natürlich werden alle Hygienemaßnahmen beachtet.

Die Shetland- und Welshponys freuen sich über Bewegung – besonders wenn sie damit die Kinder glücklich machen können. (Bild: Daniela Leberer)

Wer möchte, kann sich unter Tel. 0178 / 6980437 ein Zeitfenster von einer halben Stunde buchen – immer eine Familie aus einem Haushalt. Die Ponys haben alle einen Sattel und sind Kinder gewöhnt. Die Runde geht über das ganze Gelände an der Friesenhäusler Straße 20 (direkt neben der Tennishalle). Eine Begleitperson ist immer dabei. Die Kosten betragen 30 Euro. Im Anschluss dürfen die Kleinen noch kostenfrei den Streichelzoo besichtigen und den Tieren beim Fressen zuschauen.

Neugierig schauen die Kamele umsich – sie freuen sich über jeden Besucher. (Bild: Daniela Leberer)

Hasen, Enten, Kamele, Lamas, Ziegen, Hunde und Pferde warten sehnsüchtig auf Besucher. Popcorn und Zuckerwatte wird für die fleißigen Ponyreiter laufend frisch zubereitet und kann gekauft werden.

Alle Vierbeiner lieben saftige Karotten

Wer möchte, kann eine kleine Futterspende mitbringen. Besonders beliebt bei allen Vierbeinern sind Karotten und Salatköpfe. Viele meinen es gut und bringen immer wieder säckeweise getrocknetes Brot vorbei. „Wir können die Tiere aber nicht nur mit Brot vollstopfen.“ Dies verstehen leider nicht alle Leute und sind dann enttäuscht.

Die Mümmelmänner haben immer Hunger. Alle Tiere beim Zirkus Sperlich werden sauber gehalten. (Bild: Daniela Leberer)

Die laufenden Kosten wie Tierarzt und Futter sind erheblich, dazu kommen die Beiträge der Krankenkasse für alle sieben Familienmitglieder. „Ich habe monatelang gekämpft, damit wir überhaupt wieder bei einer Krankenkasse aufgenommen wurden,“ erklärt Tanjela schmerzlich. Was ihr große Angst macht ist die Tatsache, wie wohl die verpackten Großzelte den Winter überstanden haben. „Die Schäden sieht man erst, wenn es wieder losgeht. Daran möchte ich heute noch gar nicht denken.“

Die Lamas sind ein Highlight beim Streichelzoo. (Bild: Daniela Leberer)

Wer die Sperlichs gerne unterstützten möchte, kann in ein aufgestelltes Kästchen etwas Geld einwerfen. Zudem gibt es ein Spendenkonto bei der KSK Miesbach/Tegernsee – IBAN: E66 711525700008428583

Solidarität ist nicht selbstverständlich

Derzeit lebt die ganze Familie ausschließlich von Spenden. Die Gemeinde Baindt hat schon öfters zu Aktionen für den Zirkus aufgerufen und viele Bewohner bringen regelmäßig Lebensmittel vorbei. Dafür ist der Zirkus sehr dankbar. Was Tanjela ärgert ist die Tatsache, dass sie bei vielen Ravensburger Discountern immer wieder Absagen erhält. „Wir betteln doch nicht die Leute an, wir stellen uns nur mit einem unserer Tiere vor das Geschäft und freuen uns über jede freiwillige Spende.“ Wo ist da die Solidarität? „Beim Rewe in Baienfurt und dem Edeka in der Weststadt sind wir zum Glück immer willkommen.“

Kameldame Suleika ist besonders neugierig und Tanjelas Liebling. (Bild: Daniela Leberer)

Die ganze Zirkusfamilie Sperlich und alle Tiere freuen sich, wenn viele Familien ihren Weg nach Baindt finden.