Leben, Lieben, Staunen: Die Landesgartenschau Wangen hat viel zu bieten

Leben, Lieben, Staunen: Die Landesgartenschau Wangen hat viel zu bieten
Sie ist das Mega-Ereignis im Allgäu: Am 26. April öffnen sich die Türen zur Landesgartenschau in Wangen. (Bild: Daniela Leberer)

Am 26. April öffneten sich die Türen zur Landesgartenschau (LGS) – der Anfang eines Sommermärchens im Allgäu. An 164 Tagen dürfen sich die Besucher auf einem rund 3,5 km langen Areal auf farbenfrohe Blumenkunst, Highlights, viele Veranstaltungen und Überraschungen freuen.

Sie ist das Mega-Ereignis in Wangen und kaum einer kennt jeden Winkel auf dem mehr als 40 ha großen Gelände so gut wie OB Michael Lang. „Ich bin nach all der Zeit immer wieder aufs Neue erstaunt, welche Fortschritte täglich zu entdecken sind“. Die Arbeiten laufen aktuell noch auf Hochtouren, aber die Frühlingsblumen leuchten trotz der momentan winterlichen Temperaturen an allen Ecken und Enden. Blumenliebhaber kommen auf alle Fälle schon auf ihre Kosten.

Bei einer Pressekonferenz der Stadt Wangen letzte Woche, war auch Ministerialdirektorin Isabel Kling vom baden-württembergischen Agrarministerium zu Gast. Sie ist sich sicher, dass Wangen eine Vorzeigegartenschau auf die Füße gestellt hat und dass noch nicht alles fertig ist, sei ganz normal. „Wenn morgens zur Eröffnung hinten der letzte Transporter herausfährt und vorn der erste Gast hereinkommt, dann wird es eine super Gartenschau“, so Kling.

„Motor für die Stadt“

OB Lang betonte immer wieder, dass die Landesgartenschau vorrangig ein Ereignis für die Bürger sein soll und eine Art Motor für die ganze Stadt. Sein großer Dank gilt den über 900 ehrenamtlichen Helfern. „Dieses bürgerschaftliche Engagement schafft eine starke Bindung und Identität zur Heimat“, so Landesvater Winfried Kretschmann in einem schriftlichen Grußwort.

„Bisher wurden 24.000 Dauerkarten verkauft und es werden täglich mehr. Ich wünsche mir, dass alle mindestens einmal täglich vorbeischauen“, so Lang“. Eine einmalige Sache ist sicherlich, dass jeder Schüler Wangens eine Dauerkarte gratis bekommen hat. Dafür gab es viel Lob von Isabel Kling.

Mit der Dauerkarte können rund 2.000 Veranstaltungen besucht werden. Für die fünf Auftritte bekannter Künstler wie beispielsweise Konstantin Wecker am 31. Juli und Giovanni Zarrella am 11. August muss Aufpreis bezahlt werden. Erwartet werden über eine halbe Million Menschen, darunter sicherlich auch viele Allgäu-Urlauber und Besucher aus den Nachbarländern.

Viele Highlights und Besonderheiten

Bei der LGS dreht sich alles um die Obere Argen. Entlang des Flusses sind gestaltete Parkanlagen, charmante Gärten, Brücken, ein neuer Fahrradweg und einladende Flachuferzonen entstanden. Eine besondere Attraktion ist sicherlich der 22 Meter hohe Aussichtssturm. Die gedrehte Holzkonstruktion mit einer nach oben und nach unten gewendelten Treppe soll ein Projekt für die Zukunft sein. Nach 113 Turmstufen kann man das Alpenpanorama und tolle Blicke auf die LGS erhaschen.

Rund 3.000 Bäume und Sträucher wurden neu gepflanzt, acht neue Brücken, zwei saniert, drei neue Wangener Milchpilze aufgebaut und mehr als 50 Ausstellungsbeiträge bieten unterschiedlichste Themen. Mittendrin auch der „Garten der Kirchen“ beim südlichen Eingang der Gartenschau. Unter einem Zeltdach gibt es Sitzgelegenheiten und Rückzugsorte unter dem Motto „Sei unser Gast“: Vorbeischauen. Ankommen. Da-Sein. Bleiben. Begegnen. Einen Gedanken mitnehmen…

Der neu angelegte Stadtgarten, der keine 100 Meter vom Rathaus entfernt ist und über eine geschwungene Brücke über die Argen erreicht werden kann, hat etwas Romantisches zu bieten. Hier kann unterm Himmelszelt, umrahmt von alten Bäumen und dem Rauschen der Argen, geheiratet werden.

Zwischen Liebe und Trauer

Ein Publikumsmagnet werden sicherlich die wechselnden Blumenschauen im ehemaligen Pförtnergebäude sein. Jede widmet sich dabei einem speziellen Thema. Los gehts zur Eröffnung mit „Nur mit dem Herzen sieht man gut. Wie Blumen Gefühle zeigen“. Im Rahmen des Südwestdeutschen Friedhofsgärtner-Cups stellen am Eröffnungstag acht junge Friedhofsgärtner aus ganz Baden-Württemberg ihr Können auf der Landesgartenschau unter Beweis und bepflanzen jeweils live vor Ort ein Grab. Die Siegerehrung ist um 16 Uhr.

Historie: Die EBRA (Baumwollspinnerei und -weberei) bot 130 Jahre lang über 1.000 Menschen Arbeit und ein Zuhause. Mit Arbeiterwohnungen, Lebensmittelladen, Altenheim und Wöchnerinnenhaus war es wie eine eigene kleine Stadt. Durch den Niedergang der Textilindustrie musste die ERBA 1992 für immer schließen. Die Gebäude verfielen. 2010 konnte die Stadt Wangen das Areal kaufen und damit beginnen, einen lebendigen Stadtteil für Wohnen, Arbeiten, Leben und Erleben zu entwickeln. Im Jahr 2010 bekam die Stadt Wangen den Zuschlag für die Landesgartenschau.

Mit dem Doppeldeckerbus auf Tour

Private und öffentliche Gelder in Höhe von 317 Millionen Euro wurden investiert. Ein altes Industriegebiet wurde reaktiviert – mit 500 Arbeitsplätzen und Wohnraum für 1.500 Menschen. Die Stadt hat rund 17 Millionen Euro für die LGS ausgegeben. „Voraussichtlich werden wir das Geld durch Steuereinnahmen in den kommenden Jahren aus dem Industriegebiet wieder hereinholen“, so OB Lang.

Eintrittspreise: Erwachsene (ab 25 Jahren) 19 Euro. Ein Doppeldeckerbus mit dem bunten Logo der LGS verkehrt als Shuttle zwischen dem Gartenschau-Gelände, Bahnhof und P14.

Weitere Infos, das Gesamtprogramm und vieles mehr unter www.lgswangen2024.de.