In Wangen entstehen neue Rampen für mehr Barrierefreiheit. Schülerinnen, Schüler und Menschen mit Behinderung bauen gemeinsam daran.
Das Team Jugendarbeit des städtischen Jugendhauses und GeWin (Gemeinsam Wangen inklusiv) wollen Wangen mit verschiedenen Projektpartnern zugänglicher machen – für Menschen mit Gehbehinderung, aber auch für Eltern mit Kinderwagen. Nun sind bei einem gemeinsamen Workshop mit Schülerinnen und Schülern der siebten Klassen der Gemeinschaftsschule (GMS) und Beschäftigten der Liebenau Teilhabe gGmbH zwei der geplanten drei bunten Rampen gebaut worden.
Die erste Rampe wurde bei SönmeZ Altbewährtes in der Schmiedstraße befestigt. Die zweite Rampe liegt nun vor prooptik in der Paradiesstraße aus.
Gemeinsam bauen und voneinander lernen
Während einer Projektwoche im Jugendhaus wurde rund um zwei Tische gehämmert und geklebt. Die bunten Steine mussten fest aufeinandersitzen und Schicht für Schicht stabil verbunden werden. Bereits am dritten Tag jubelte die erste Gruppe über eine fertig gebaute Rampe.
Der Workshop bot außerdem die Möglichkeit, mit Menschen mit Behinderung ins Gespräch zu kommen und ihre Lebenswirklichkeit kennenzulernen. Am ersten Tag machten die Jugendlichen praktische Erfahrungen mit dem Rollstuhl in Wangen. Sie testeten, wie schwierig es sein kann, einkaufen zu gehen oder eine barrierefreie Toilette zu finden.
Die Schülerinnen und Schüler fragten Passanten, ob sie ihnen sagen könnten, wo es eine barrierefreie Toilette gibt. „Manche wussten schon gar nicht, was mit barrierefrei gemeint ist“, erzählt Madlien Wiedermann, die das Projekt vonseiten GeWin betreute. Auch Fragen nach Unterstützung, etwa beim Überwinden einer Treppe, seien eher zurückhaltend beantwortet worden.
Konzert zum Abschluss
Am selben Vormittag berichtete Pascal Wörner, bekannt als Bandmitglied der „Reisegruppe Fröhlich“, von seinem Leben und seinen Einschränkungen. Er kommuniziert über einen Sprach-Computer mit anderen Menschen, macht darüber Musik und singt.
Beim gemeinsamen Bau der Rampen entstanden die Kontakte zwischen den Teilnehmenden ganz selbstverständlich – ebenso beim Kickerspielen in den Pausen.
Der Workshop endete mit einem Konzert der Reisegruppe Fröhlich, einem gemütlichen Zusammensein und Gesprächen darüber, was zum Gelingen von Inklusion beitragen kann.
Dritte Rampe noch geplant
Die dritte Rampe soll bei einem passenden Event in diesem Jahr hergestellt und am Begegnungsraum in der Bindstraße 37 eingebaut werden.
Dann werden insgesamt 50 Kilogramm Lego-Steine verbaut sein. Die Hälfte stammt aus Spenden, die im Winter gesammelt wurden. Die übrigen Steine wurden über GeWin finanziert. Unterstützung gab es außerdem durch eine Materialspende von PhotovoltTEC.
(Quelle: Stadtverwaltung Wangen im Allgäu)