Rund 1.300 Studentenausweise für angehende Meister

Rund 1.300 Studentenausweise für angehende Meister
Alle angehenden Meister, die ihre Fortbildung in Vollzeit absolvieren, erhalten einen Studentenausweis. (Bild: Handwerkskammer Ulm)

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Noch fehlt die Gleichwertigkeit von beruflichen und akademischen Ausbildungswegen im Alltag an vielen Stellen. Die Handwerkskammer Ulm ist deshalb im Herbst 2022 einen wichtigen Schritt gegangen: Alle angehenden Meister, die ihre Fortbildung in Vollzeit absolvieren, erhalten seither einen Studentenausweis.

Mit diesem können sie belegen, dass sie an einer Fachschule für berufliche Weiterbildung eingeschrieben sind und von Vergünstigungen im Lebensalltag profitieren. Seit der Einführung konnten so insgesamt 1.285 Ausweise ausgegeben werden.

Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, sagt: „Die Gleichwertigkeit zwischen akademischer und beruflicher Ausbildung muss im Alltag noch viel deutlicher gemacht werden. Meisterstudierende werden aber in vielen Bereichen schlechter gestellt als Studierende an Hochschulen und Universitäten: Sie müssen für ihren Bildungsweg bezahlen und sie werden in der Sozialversicherung sowie dem täglichen Rechtsverkehr benachteiligt.“ So können sich Meisterstudierende nicht bei den Eltern mitversichern und sie profitieren auch häufig nicht von reduzierten Eintritten, Fahrkarten etc.

Meisterstudierende investieren durchschnittlich rund 10.000 Euro in ihre Ausbildung. Je nach Gewerk gibt es dabei große Unterschiede, zum Beispiel bei den Materialkosten. Mit dem Meisterbrief, auch Bachelor Professional genannt, stehen sie laut OECD-Rahmen anschließend auf der gleichen Bildungsstufe wie der akademische Bachelorabsolvent.

Dieser bekommt seine Bildung und seinen Prüfungsabschluss kostenfrei. Meisterprämie und Aufstiegs-BAföG reduzieren die Ungerechtigkeit bei der Finanzierung der verschiedenen Bildungswege zwar, gleichen sie aber nicht vollständig aus. Deshalb fordert das Handwerk eine Erhöhung der Meisterprämie, so wie es in den Nachbarbundesländern Bayern und Hessen seit diesem Jahr der Fall ist. „Geldströme lenken Bildungsströme. Wir sehen die bisherigen Bemühungen der Politik, die Kosten für Meisterinnen und Meister über Bafög zu reduzieren. Aber das ist zu wenig für echte Gleichwertigkeit.“

Meisterabsolventen 2023 aus dem Gebiet der Handwerkskammer Ulm nach Landkreisen:

  • Alb-Donau-Kreis: rund 40
  • Stadtkreis Ulm: rund 20
  • Landkreis Biberach: rund 50
  • Landkreis Heidenheim: rund 20
  • Ostalbkreis: rund 30
  • Landkreis Ravensburg: rund 70
  • Bodenseekreis: rund 20  

(Pressemitteilung: Handwerkskammer Ulm)