Ambulante Gesundheitsversorgung HNO-Versorgung im Landkreis Rottweil wieder dauerhaft gesichert

HNO-Versorgung im Landkreis Rottweil wieder dauerhaft gesichert
Das neue Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) trägt dazu bei, die HNO-Versorgung im Landkreis Rottweil wieder dauerhaft zu sichern. (Symbolbild: SARINYAPINNGAM / iStock / Getty Images Plus)
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Die HNO-Versorgung im Landkreis Rottweil ist nach einer Phase der Unterversorgung wieder stabil. Ein neues Medizinisches Versorgungszentrum stärkt das Angebot seit dem 1. Juli 2026 nachhaltig.

Das Versorgungsdefizit im Bereich der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde im Landkreis Rottweil ist überwunden. Innerhalb eines Jahres konnte die ambulante Versorgung nach dem Wegfall mehrerer HNO-Arztpraxen wieder stabilisiert werden.

Auslöser der angespannten Situation war das nahezu gleichzeitige Ausscheiden von drei HNO-Ärzten im Jahr 2025. Dadurch entstand eine akute Unterversorgung. Bereits mit der Ankündigung der Praxisschließungen wurden Maßnahmen eingeleitet, um die Versorgung in der Region langfristig zu sichern.

Neues HNO-MVZ nimmt Betrieb auf

Ein wichtiger Schritt war die Eröffnung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) mit HNO-Schwerpunkt in Rottweil zum 1. Juli 2026. Die Ärzte Dr. Bernhard Schönemann und Dr. Max Simon gründeten das MVZ, in dem drei angestellte HNO-Fachärzte tätig sind. Sie waren zuvor als Oberärzte an einer Klinik beschäftigt.

Die Gründung geht auf ein regionales Austauschformat zurück, in dem Versorgungsfragen gemeinsam analysiert und Lösungen entwickelt wurden. Dabei entstand unter anderem die Idee, gezielt Anstellungsmöglichkeiten für junge Ärztinnen und Ärzte zu schaffen.

Koordinierte Zusammenarbeit in der Region

Im Mittelpunkt der Maßnahmen stand eine enge Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten, Kliniken, der Kommunalpolitik und der Kreisärzteschaft. Ziel war es, tragfähige Lösungen für die Region zu entwickeln und die ambulante Versorgung dauerhaft zu stärken.

Dr. Karsten Braun, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), betont: „Wir möchten Versorgungsengpässe nicht nur feststellen, sondern aktiv dagegenwirken. Dafür braucht es enge Vernetzung aller Beteiligten vor Ort – genau das ist uns in Rottweil gelungen. Dass innerhalb kurzer Zeit neue ärztliche Strukturen aufgebaut werden konnten, zeigt, wie wirksam eine koordinierte und vorausschauende Sicherstellungsarbeit ist.“

Auch Dr. Bernhard Schönemann hebt die Unterstützung hervor: „Ich bin sehr zufrieden, wie gut die Zusammenarbeit mit der KVBW funktioniert hat. Sehr wertvoll war, dass die Experten der Niederlassungs- und Kooperationsberatung und der Sicherstellungskoordinator mich aktiv kontaktiert haben und nachfragten, wo es hakt und was sie noch tun können.“

Weitere Pläne und Kritik an Gesetzesentwurf

Nach Angaben der KVBW gilt die HNO-ärztliche Versorgung im Landkreis Rottweil inzwischen wieder als nachhaltig gesichert. Perspektivisch planen die Verantwortlichen zudem die Gründung eines hausärztlichen Medizinischen Versorgungszentrums.

Mit Blick auf die künftige ambulante Versorgung äußert die KVBW jedoch Sorgen wegen des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Nach Einschätzung der Vereinigung könnte die vorgesehene einnahmenorientierte Ausgabenpolitik der Krankenkassen zu deutlichen Einnahmerückgängen führen. Für den Bereich der HNO-Heilkunde werden Einbußen von rund elf Prozent im kommenden Jahr erwartet.

Dr. Karsten Braun erklärt dazu: „Der Gesetzentwurf führt trotz stetig steigender Kosten zu erheblichen Einnahmerückgängen bei unseren Praxen. Im Bereich der HNO-Heilkunde beispielsweise werden die Einbußen im nächsten Jahr bei 11 Prozent liegen. Es ist derzeit fraglich, wie Praxen und MVZ derartige Umsatzrückgänge verkraften können. Wir erwarten, dass die Versorgungsprobleme im ambulanten Bereich daher eher zunehmen.“

(Quelle: KVBW)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.