420.000 Euro Landesförderung beantragt Flex-Abo bei bodo – Die Antwort auf neue Mobilitätsbedürfnisse

Flex-Abo bei bodo – Die Antwort auf neue Mobilitätsbedürfnisse
Ein InterRegioExpress zwischen Friedrichshafen und Überlingen auf Höhe von Schloss Maurach (Bild: bodo/Felix Löffelholz)
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Redaktion

Der Landkreis Ravensburg, der Bodenseekreis und der bodo-Verkehrsverbund entwickeln zurzeit ein neues Angebot für Berufstätige, die nicht an jedem Arbeitstag zwischen Wohnort und Arbeitsstelle pendeln.

Für das so genannte Flex-Abo haben die beiden Landratsämter einen Förderzuschuss in Höhe von rund 420.000 Euro beim Land Baden-Württemberg beantragt. Die Gesamtkosten betragen voraussichtlich knapp 700.000 Euro. In etwa einem Jahr ist der Start des neuen Angebots geplant.

Gründlich gewandelt hat sich die Arbeitswelt mit der Pandemie – und damit sind auch neue Mobilitätsbedürfnisse von Berufstätigen entstanden. Längst ist es nicht mehr die Regel, an fünf Tagen in der Woche zwischen Wohnort und Arbeitsstelle zu pendeln. Auf absehbare Zeit wird das auch so bleiben.

Die Antwort darauf ist das geplante Flex-Abo, das der Landkreis Ravensburg, der Bodenseekreis und der bodo-Verkehrsverbund derzeit gemeinsam erarbeiten. Es soll eine Lücke schließen zwischen den bestehenden Angeboten für Gelegenheitsfahrer und dem klassischen Abonnement für Vielfahrer.

Das Flex-Abo wird, wie der Name schon sagt, deutlich flexibler sein als das, was Pendler bisher kennen: Zunächst wird eine moderate monatliche Grundgebühr berechnet und eine so genannte Favoritenstrecke ausgewählt – das dürfte in den meisten Fällen der Weg zwischen Wohnort und Arbeitsplatz sein. Auf sämtliche Einzelfahrten im gesamten bodo-Verbundgebiet gibt es mit dem Flex-Abo einen deutlichen Rabatt gegenüber dem regulären Fahrpreis, voraussichtlich im Bereich von 30 bis 40 Prozent. Und auf der Favoritenstrecke wird der Monatspreis sogar gedeckelt, egal wie häufig man sie fährt – eine Bestpreisgarantie also. Stellt sich außerdem heraus, dass sich ein vollumfängliches Abonnement für den Kunden lohnen würde, erhält er automatisch eine Nachricht.

Wie beim bisherigen bodo-eCard-System, das sich für Gelegenheitsfahrer eignet, erhalten Flex-Abo-Kunden eine Chipkarte zum Erfassen der Fahrten. Wer möchte, kann dabei auch die bodo-App einbeziehen, die bisher eine reine Fahrplanauskunft ist, in Zukunft aber weitere Funktionen erhalten wird.

„Gemeinsam möchten wir mit dem Flex-Abo ein Angebot schaffen, das unseren Bürgerinnen und Bürgern, die regelmäßig, aber nicht täglich, Bus und Bahn nutzen, eine Bestpreisgarantie sowie die notwendige Flexibilität gibt. Unsere Bürgerschaft kann sich darauf verlassen, dass Sie mit dieser Lösung günstig und nachhaltig unterwegs ist“, sagt der bodo-Aufsichtsratsvorsitzende und Ravensburger Landrat Harald Sievers.

Lothar Wölfle, Landrat des Bodenseekreises, pflichtet seinem Kollegen bei: „Es geht auch darum, auf die durch die Corona-Pandemie veränderte Arbeitswelt zu reagieren. Mehr Homeoffice erfordert mehr Flexibilität im ÖPNV. Meinen Appell an das Land, die aktuellen Zustände auf der Schiene endlich zu verbessern, wiederhole ich an dieser Stelle nochmal nachdrücklich.“ 

Beide freuen sich – einen positiven Bescheid der Landesregierung vorausgesetzt – auf den Start des Flex-Abos in etwa einem Jahr. Die beantragte Fördersumme beträgt rund 420.000 Euro, die Gesamtkosten nach derzeitigen Schätzungen knapp 700.000 Euro.

Obwohl es sich um ein baden-württembergisches Förderprojekt handelt, sollen auch Kunden im bayerischen Verbundgebiet von dem geplanten Angebot profitieren.

(Pressemitteilung: Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund GmbH)