„Wir unterhalten uns mit den Augen“

„Wir unterhalten uns mit den Augen“
Der wuschelige Schorsch bringt zusammen mit seinen beiden weiblichen Clowns im Waldseer Wohnpark am Schloss die Menschen zum Schmunzeln. (Bild: Andrea Reck/St. Elisabeth-Stiftung)
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Redaktion

Bad Waldsee – Im Wohnpark am Schloss haben zwei rotnasige Clowns für lächelnde Gesichter gesorgt. Möglich gemacht hat den Besuch der Förderverein des Wohnparks.

„Manche Bewohnerinnen und Bewohner, die sonst kaum eine Regung zeigen, haben heute ein Lächeln auf dem Gesicht. Das ist echt schön“, freut sich Laura Heber, seit Januar Leiterin des Wohnparks am Schloss der St. Elisabeth-Stiftung in Bad Waldsee.

Sie hat den Besuch von Ella (alias Anke Biester) und Lilly Lavendel (alias Ute Dreher) vom Ravensburger Clowns e.V. organisiert und dankt dem Förderverein des Wohnparks, der dies ermöglicht.

„Was hend Sie für a Funktion?“, fragt eine Bewohnerin, die gerade beim Nachmittagskaffee sitzt, als die beiden quirligen Damen im hellblauen Tüllrock und knallroter Hosen zwischen den Tischen „Veronika, der Lenz ist da“, anstimmen. Schon entwischt der türkisblaue Schorschi, der so gerne kuschelt, Ellas weißer Schürzentasche und sitzt gesprächig auf dem Tisch.

Er schafft es auch, dass Bewohnerinnen und Bewohner, die anfangs noch sehr reserviert sind, ihn vorsichtig mit dem Finger anstupsen und fröhlich auf seine Fragen antworten. Eine Bewohnerin, die sich als Weltenbummlerin bezeichnet, schwärmt: “Ihr seid so süß. Als ich euch gesehen habe, ist mir das Herz aufgegangen“, und eine andere steckt den gelernten Krankenhausclowns je eine Tafel Schokolade zu.

Farblich passend zu den roten Nasen eingepackt, die auf den obligatorischen Gesichtsmasken thronen und diese fast vergessen machen. „Wir unterhalten uns mit den Augen“, versichert Ella, die sich wie ihre Partnerin oft neben die an den Tisch Sitzenden kniet, um auf Augenhöhe zu kommunizieren. Nach einigen zur Gitarre gesungenen Liedern („Du liegst mir am Herzen“, „Marmor, Stein und Eisen bricht“) klopfen die beiden Clowns vorsichtig an die Türen von Bewohnerinnen und Bewohnern, die zurückgezogen leben, um auch ihnen ein wenig Freude zu bereiten. Dank einem „Spickzettel“ mit persönlichen Interessen ist das Eis meist schnell gebrochen.

(Pressemitteilung: St. Elisabeth-Stiftung)