Corona Widerstand gegen Maskenpflicht in Bussen und Bahnen

Widerstand gegen Maskenpflicht in Bussen und Bahnen
Blick auf das Piktogramm eines Busses an einer Bushaltestelle. (Bild: picture alliance/Susann Prautsch/dpa/Symbolbild)

WOCHENBLATT
Redaktion

Auf dem Weihnachtsmarkt darf man mittlerweile wieder Gesicht zeigen, im Fußballstadion und im Supermarkt ebenfalls. Doch in Bussen und Bahnen bleibt die Maske weiter Pflicht. Nun regt sich Protest.

Baden-Baden (dpa/lsw) – Verkehrsunternehmen und Opposition sind für eine Abschaffung der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen in Baden-Württemberg. In keinem vergleichbaren Lebensbereich gebe es noch eine Maskenpflicht, sagte der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Baden-Württemberg, Ulrich Weber, der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. «Das ist für uns einfach nicht mehr verhältnismäßig.» Er übte scharfe Kritik an der Landesregierung – die wälze die Verantwortung auf den Nahverkehr ab.

Die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen ist Thema bei der digitalen Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Montagnachmittag (16.00 Uhr). Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hält weiter an der Pflicht fest. «Wir wollen diese Maskenpflicht weiterführen(…)», sagte er dem SWR im Vorfeld der Konferenz.

Zuletzt hatte es unter den Verkehrsministern zur Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) keine einheitliche Linie gegeben. Einige Länder wollten die Pflicht bereits zum 1. Januar abschaffen, andere angesichts der weiter angespannten Lage in der Pandemie erst nach dem Winter, hieß es nach der Verkehrsministerkonferenz am vergangenen Dienstag.

Auch in der FDP-Fraktion regt sich Widerstand gegen die Maskenpflicht. Zwar seien FFP2-Masken zweifelsfrei sinnvoll, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP im Landtag, Christian Jung. «Dennoch muss es jetzt mit der staatlichen Pflicht in Bus und Bahn vorbei sein.» Derartige «Zwangsvorschriften» müssten stets verhältnismäßig und erforderlich sein. Er sprach von «obsoleten Pflichten». «Wie passt denn das zusammen: In Bus und Bahn eine Maske als sanktionsbewehrte Pflicht vorschreiben und überall sonst darf man sich ohne Maske so eng drängen, wie man nur will?»

Aber inwieweit halten sich die Fahrgäste noch an die Regel? Der Karlsruher Verkehrsverbund berichtet von zunehmenden Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen. «Die Zahl der Fahrgäste, die Masken nicht mehr trägt oder nicht weiß, dass die Maskenpflicht noch gilt, weil sie es aus dem Supermarkt nicht mehr gewohnt sind, ist gestiegen», sagte ein Sprecher. Nach Berichten der Kontrolleure im Verbund hielten sich noch rund 90 Prozent der Fahrgäste an die Maskenpflicht, berichtete er. Zu Beginn der Pandemie seien es mehr gewesen.

«Ein Teil der Leute trägt keine Masken mehr, andere werden womöglich noch aggressiv», sagte VDV-Geschäftsführer Weber. «Je jünger das Publikum, je später die Abendstunden, desto weniger werden Masken getragen.» Er kritisierte auch, dass in Fern- und Nahverkehr unterschiedliche Regeln gelten würden. Im Fernverkehr, für den der Bund zuständig sei, müsse man FFP2-Masken tragen, im Nahverkehr reiche in Baden-Württemberg eine medizinische Maske.