Wetterstatistik der Wetterwarte Süd für September 2023

Wetterstatistik der Wetterwarte Süd für September 2023
Dass es im September, dem "Mai des Herbstes", nochmals richtig warm bis heiß werden kann, ist nichts Neues, doch dieses Jahr zeigte sich der Sommer in bestechender, bislang nicht erlebter Spätform. (Bild: Pixabay)

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Dieser September stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten. Er geht als mit Abstand wärmster und einer Rekordzahl an Sommer- und Hitzetagen in die Statistiken der Wetterkundler ein. Und wie schon im Juni gab es auch im vergangenen Monat einen neuen Spitzenwert was die Sonnenscheindauer anbelangt.

Dass es im September, dem „Mai des Herbstes“, nochmals richtig warm bis heiß werden kann, ist nichts Neues, doch dieses Jahr zeigte sich der Sommer in bestechender, bislang nicht erlebter Spätform.

Mit einer Durchschnittstemperatur von 17,4°C wurde der bisherige Rekordwert aus dem Jahre 2006 (16,3°C) regelrecht pulverisiert. Damit liegt der diesjährige September vier Grad über der bereits deutlich vom Klimawandel geprägten Referenzperiode 1991 bis 2020. An der Wetterzentrale in Bad Schussenried, 575 Meter hoch gelegen, stiegen die Temperaturen an 17 Tagen (Mittelwert: 4,0 Tage) über die Sommermarke von 25 Grad und an vier Tagen sogar über die 30-Grad-Hitzemarke.

Schier unglaublich, wenn man bedenkt, dass seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen der Wetterwarte Süd im Jahre 1968, also in 55 Jahren insgesamt nur zwei Hitzetage registriert wurden. An sämtlichen Wetterstationen kletterte das Quecksilber auf neue Septemberhöchstwerte, in Biberach, Ravensburg, Horgenzell, Ehingen, Ochsenhausen und Tuttlingen gar nahe an die 32 Grad.

Tiefste Temperatur am 25.: + 5,8°C (+ 1,5°C)
Höchste Temperatur am 10.: + 31,6°C (+ 27,8°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur: + 17,4°C (+ 13,1°C)
Monatssumme des Niederschlags: 34,7 mm (67,1 mm)
Gesamtsonnenscheindauer: 236,2 Stunden (142,3 Stunden)
 
(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried,
die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an!)

Und selbst auf den Alb- und Allgäuhöhen zeigten die Thermometer um die 29 Grad an. Kein Wunder also, dass der Bodensee und mit ihm alle Naturseen noch lange Zeit badetaugliche Wassertemperaturen vorweisen konnten. Die Nullgradgrenze lag Anfang des Monats zeitweilig bei 5200 Meter, sodass auf dem 4807 Meter hohen Mont Blanc, dem höchsten Berg der Alpen, tagelang Plusgrade herrschten, ein absolutes Novum im September.

Keine einzige der 287 Messstationen im Netz der Wetterwarte Süd hat auch nur annähernd das Niederschlagssoll für den September erreicht. Es fielen meist 20 bis 50 Prozent, mancherorts gerade mal ein Zehntel der sonst üblichen Regenmengen. Während Alfons Ohlinger auf der Bergerhöhe bei Wangen und Brigitte Dolp in Allmendingen immerhin noch 61,4 Liter/m² bzw. 58,7 Liter/m² verzeichneten, waren es bei Uli Landthaler in Ulm lediglich 10,2 Liter/m² und bei Anneliese und Werner Mack in Langenau 8,9 Liter/m².

Die Dominanz der Hochdruckgebiete „Olenka“, „Patricia“, „Quiteria“, „Rosa“ und „Sonja“ kommt auch in einem wahrlich blendenden Sonnenscheinergebnis zum Ausdruck. Mit 236,2 Stunden schien die Sonne 20 Stunden länger als im bislang sonnenscheinreichsten September des Jahres 2018 und beinahe 80 Stunden mehr als im langjährigen Durchschnitt. An vielen Tagen trübte kaum ein Wölkchen den Sonnenscheingenuss und selbst in den klassischen Nebelregionen hielten sich die frühherbstlichen Grauschleier in überschaubaren Grenzen und lösten sich im Allgemeinen rasch in Wohlgefallen auf.

                                                                                                                                                 WWS-roro