Mittelmeersommer in Mitteleuropa Wetterstatistik der Wetterwarte Süd für Juli 2026

Wetterstatistik der Wetterwarte Süd für Juli 2026
Die anhaltende Hitze und die außergewöhnlich hohe Sonnenscheindauer prägten den Juli 2026 in der Region. (Symbolbild: Simon Dux / iStock / Getty Images Plus)
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Die Côte d’Azur lässt grüßen! Auch im Juli herrschte hierzulande Wetter wie sonst in den Urlaubsländern am Mittelmeer. Mit all den Schattenseiten, welche Hitze und anhaltende Trockenheit mit sich bringen.

Schon im Mai gab es eine, für die frühe Jahreszeit ungewöhnliche, veritable Hitzewelle, die bei Höchstwerten um die 32 Grad allerdings noch moderat ausfiel, dann folgten die beispiellos heißen Tage in der 2. Junihälfte vielerorts mit nie davor verzeichneten Allzeitrekorden. Im Juli kletterte das Quecksilber gleich an vierzehn Tagen über die 30-Grad-Marke, wobei sich die hohen Temperaturen aufgrund der knochentrockenen Luft bei einem tagsüber auflebenden Nordostwindgebläse und den angenehm erfrischenden Nächten längere Zeit recht gut ertragen ließen. Zum Monatsende hin legte die Hitze aber wieder eine Schippe drauf und es ging erneut über die 35 Grad, in der Spitze auf um die 39 Grad. Aus Tuttlingen wurden am 30. (Donnerstag) 39,4°C gemeldet. Damit lag unsere Region, wie so häufig in diesem Sommer in der heißesten Ecke der Republik. Im Vergleich zur bereits deutlich vom Klimawandel geprägten Referenzperiode 1991 bis 2020 war dieser Juli um rund drei Grad zu warm. An der Zentrale der Wetterwarte Süd in Bad Schussenried wurde mit einer Durchschnittstemperatur von 21,96°C sogar der Uraltrekord aus dem Juli 1983 (21,80°C) übertroffen.

Tiefste Temperatur am 24.: + 7,9°C (+ 8,7°C)
Höchste Temperatur am 30.: + 36,8°C (+ 35,8°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur: + 22,0°C (+ 18,6°C)
Monatssumme des Niederschlags: 44,4 mm (132,6 mm)
Gesamtsonnenscheindauer: 349,3 Stunden (232,2 Stunden)
 
(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried,
die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an!)

Die Wärme erreichte auch immer mehr die unteren Schichten des Erdbodens. In einem Meter Tiefe stiegen die Bodenwerte über die 20-Grad-Marke, was die Trockenheit noch verschärfte, zumal Hochdruckgebiete alle regenbringenden Tiefausläufer von uns fernhielten. Dort, wo in den letzten Wochen punktuell heftige Gewitterregen niedergingen, ist die Dürre nicht ganz so ausgeprägt, was man auch in der Natur sichtbar wahrnehmen kann. Doch an den allermeisten der 300 Stationen im Messnetz der Wetterwarte Süd fiel nicht einmal die Hälfte der sonst üblichen Regenmengen, gebietsweise gar lediglich ein Viertel davon. Damit beläuft sich das Niederschlagsdefizit seit Jahresbeginn mittlerweile verbreitet auf über 300 Liter/m². Da bräuchte es dann schon viele satte Landregen, um dies noch aufzuholen. Kein Wunder also, dass der Bodensee seit dem 22. Juni bis heute durchgehend die tiefsten jemals um diese Jahreszeit gemessenen Wasserstände aufweist und von zahlreichen Bächen und Flüssen, Weiher und Seen historische Tiefststände vermeldet werden.

Aber nicht nur das fehlende Nass von oben, auch die geringe Luftfeuchte, der beinahe permanent wehende Wind und die intensive Sonneneinstrahlung tragen zur Trockenheit bei. An der Wetterzentrale in Bad Schussenried registrierte man eine Sonnenscheindauer von 349,3 Stunden und damit 83 Stunden mehr als in einem durchschnittlichen Juli. Damit war er der viertsonnenscheinreichste nach 1983, 2006 und 2013. An neun Tagen (30-jähriger Mittelwert: 4,6 Tage) trübte kaum ein Wölkchen das Himmelsbild und trübe Tage ohne Sonnenschein gab es überhaupt nicht (Mittelwert: 6,1 Tage).

WWS-roro