Debatte um Gipfelkreuz Zugspitz-Video sorgt für Aufregung: „Warum sperrt ihr den Gipfel nicht?“

Zugspitz-Video sorgt für Aufregung: „Warum sperrt ihr den Gipfel nicht?“
Der kurze Klettersteig zum Gipfelkreuz der Zugspitze sorgt immer wieder für Diskussionen über Sicherheit, Ausrüstung und Eigenverantwortung. (Symbolbild: geogif / iStock Editorial / Getty Images Plus)

Für die letzten Meter zum Gipfelkreuz der Zugspitze braucht man neben Schwindelfreiheit auch gute Nerven. Viele ungeduldige Touristen – gerne auch in Turnschuhen oder Sandalen – stehen Schlange auf dem Klettersteigstück. Ein aktuelles Reel der Zugspitze hat nun erneut eine Debatte entfacht. 

Als höchster Berg Deutschlands (2.962 m) ist die Zugspitze ein absoluter Publikumsmagnet. Der Reiz liegt in der Kombi aus bequemer Erreichbarkeit für jedermann und einem spektakulären Ausblick. Bei gutem Wetter kann man über 400 Berggipfel in vier Ländern zählen. 

Rauf zum glänzenden Gipfelkreuz – komme was wolle

Der finale Weg zum goldenen Gipfelkreuz vom Zugspitzplatt ist ein kurzer, aber steiler und ausgesetzter Klettersteig mit Stahlseilen. Er erfordert absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, so der DAV. Diesen finalen Weg wollen auch Besucher erklimmen, die unzureichend ausgerüstet sind und den schmalen Steig in luftiger Höhe und dünner Luft dann plötzlich blockieren. Eine sehr gefährliche Situation.

Freies Betretungsrecht

„Warum sperrt ihr nicht einfach den Klettersteig zum Gipfelkreuz, wenn so viele mit Turnschuhen hochkraxeln?“ Mit dieser Frage beginnt ein Reel der Zugspitze, das aktuell auf Facebook und Instagram hohe Reichweiten erzielt. Auf Facebook wurde das Video bereits mehr als 175.000 Mal angesehen, auf Instagram heimste es fast 6.000 Likes ein.

Die Antwort der Betreiber ist klar und deutlich: „Weil wir es nicht dürfen.“ Zur Begründung verweisen sie auf das in Bayern geltende freie Betretungsrecht der Natur, das eine Sperrung des Wegs zum Gipfelkreuz nicht ermögliche. Statt Verbote auszusprechen, setze man hier auf Eigenverantwortung. Wer nicht über die nötige Erfahrung, Trittsicherheit oder Ausrüstung verfüge, solle auf den Gipfelanstieg verzichten.

https://www.instagram.com/reel/DZ4XczVMwsi/?igsh=MWh1bXJpN2h2N2NrYg%3D%3D

Diskussion über Eigenverantwortung

Unter dem Reel wird das Thema kontrovers diskutiert. Viele Nutzer unterstützen den Verzicht auf ein Verbot und setzen stattdessen auf Eigenverantwortung. „Es muss ja nicht alles geregelt werden! Der Mensch hat auch eine Eigenverantwortung“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer kommentiert: „Man kann nicht jede Dummheit wegregulieren.“

Andere fordern dagegen strengere Maßnahmen. So schlagen einige vor, den Zugang nur mit geeigneter Ausrüstung zu erlauben oder den Klettersteig anders zu gestalten. Wieder andere verweisen darauf, dass es nach eigenen Angaben bislang keine Abstürze von Seilbahntouristen am Gipfelkreuz gegeben habe. Die Betreiber der Zugspitze entgegnen darauf jedoch: „Uns geht’s nicht um Klicks, sondern rein darum, dass es weiterhin bei 0 Abstürzen bleibt! Wir erleben dort oben teilweise die skurrilsten Sachen. Genau deswegen kann man das Thema gar nicht oft genug platzieren.“

DAV bietet Flyer

Auch der Deutsche Alpenverein (DAV) appelliert beim Klettersteig zum Gipfelkreuz der Zugspitze an die strikte Eigenverantwortung. Beim DAV München kann man sich den Flyer: „Sicher auf den höchsten Berg“ als Leitfaden herunterladen.

(Quelle: DAV/zugspitze.de)