Probleme bei vielen Diensten X und ChatGPT offline: Cloudflare-Störung trifft Millionen Nutzer

X und ChatGPT offline: Cloudflare-Störung trifft Millionen Nutzer
Das Logo von Cloudflare in der Firmenzentrale – der Dienst sorgt durch eine massive Störung weltweit für Ausfälle zahlreicher Websites und Apps. (Bild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Eric Risberg)

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Eine massive Cloudflare-Störung führt weltweit zu Ausfällen zahlreicher Webseiten und Apps. Auch X, Truth Social und ChatGPT sind zeitweise offline.

Eine großflächige Störung beim US-Unternehmen Cloudflare hat am Dienstag ab etwa 12.30 Uhr deutscher Zeit weltweit zahlreiche Internetseiten und Online-Dienste lahmgelegt. Nutzer sahen beim Besuch vieler Webseiten statt der Inhalte nur Fehlermeldungen wie „Internal Server Error“, begleitet vom Hinweis, cloudflare.com für weitere Informationen zu besuchen. Auf Störungsportalen wie allestörungen.de und isitdownrightnow.com schnellten die Meldungen gleichzeitig in die Höhe. Auch auf Medienseiten, Behördenportalen und großen Online-Shops kam es zu Problemen, da rund 40 Millionen Websites weltweit auf die Dienste des Anbieters setzen.

Erste Meldungen und stetige Updates des Unternehmens

Cloudflare bestätigte um 12.48 Uhr auf seiner Status-Webseite erstmals eine Störung. Man sei sich eines Problems bewusst, „das mehrere Kunden betrifft“, und untersuche dieses. Um 13.21 Uhr folgte die Mitteilung, dass man eine Erholung der Dienste beobachte, Nutzer jedoch weiterhin mit „überdurchschnittlich hohen Fehlerraten“ rechnen müssten, während die Abhilfemaßnahmen fortgesetzt werden. Auch um 14.22 Uhr erklärte das Unternehmen, weiterhin an der Behebung des Problems zu arbeiten.

Zu den betroffenen Plattformen gehörten am Nachmittag insbesondere X, Truth Social und das KI-Angebot ChatGPT, dessen Website für viele Nutzer nicht erreichbar war. Auch Outlook.com, Reddit und PayPal zeigten im Verlauf des Tages auffällige Störungen. Einige deutsche Cloudflare-Seiten standen nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung, teilweise ohne weiterführende Informationen zum Ausfall.

Warum die Störung so viele Dienste trifft

Cloudflare zählt zu den wichtigsten unsichtbaren Grundpfeilern der modernen Internet-Infrastruktur. Das Unternehmen beschleunigt Datenverkehr, stabilisiert Verbindungen und schützt Webseiten durch seine bekannte DDoS-Abwehr vor massenhaften Anfragen. Viele große Publikationen, Verwaltungsportale und Unternehmen stützen sich deshalb auf die weltweit verteilten Cache-Server des Dienstes, die Inhalte näher an den Nutzer bringen und den Datenverkehr effizienter machen sollen.

Fällt Cloudflare selbst aus, steht ein großer Teil des Netzes still. Die Störung macht deutlich, wie eng die weltweite Internetlandschaft an wenigen großen Dienstleistern hängt. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einem „Single Point of Failure“, der dem ursprünglichen Internetprinzip der dezentralen Ausfallsicherheit entgegensteht. Erst vor einem Monat hatte ein Ausfall des Cloud-Dienstes Amazon AWS mehrere große Online-Angebote zeitweise lahmgelegt.

Auswirkungen auf Cloudflare und die Märkte

Der Ausfall blieb nicht ohne Folgen für das börsennotierte Unternehmen selbst. Die Cloudflare-Aktie, die in den vergangenen Monaten unter anderem aufgrund einer neuen KI-Strategie deutlich zugelegt hatte, verlor am Dienstag bereits vor US-Börsenöffnung zeitweise rund fünf Prozent. Die Unternehmensstrategie sieht vor, KI-Crawlern von Firmen wie OpenAI, Anthropic oder Perplexity das Auslesen von Webinhalten zu erschweren, sofern keine Bezahlung erfolgt. Die Störung selbst liefert nun eine eindrückliche Mahnung dafür, wie verletzlich diese zentralisierten Strukturen sind.

Der Vorfall gilt Branchenexperten als deutliche Erinnerung daran, wie wenig robust Teile des digitalen Nervensystems tatsächlich sind. Ein einzelner Ausfall kann große Plattformen, Anwendungen und sogar Behörden-Infrastrukturen beeinträchtigen – und das weltweit.

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.