Kampf gegen Mückenplage West-Nil-Fieber fordert Todesopfer in Italien – ADAC warnt Urlauber

West-Nil-Fieber fordert Todesopfer in Italien – ADAC warnt Urlauber
Kein Bild vorhanden. (Bild: Wochenblatt)

Was sich wie eine Tropenkrankheit anhört, ist ein Virus, das durch Stechmücken übertragen wird. In Italien gab es bereits 22 Tote durch das West-Nil-Fieber. Der ADAC gibt Tipps, wie sich Reisende schützen können.

Die meisten Todesfälle durch die Viruserkrankung gab es in Italien in der Region rund um Rom sowie in Kampanien, heißt es vom ADAC. Auch im vergangenen Jahr forderte die Krankheit 36 Menschenleben. Übertragen wird das Virus durch Stechmücken.

Wie ist die Lage in Italien aktuell?

In Italien gab es drei weitere Todesfälle nach einer Infektion mit dem West-Nil-Virus. Zudem sind derzeit mehr als 351 Menschen am West-Nil-Fieber schwer erkrankt. Die Dunkelziffer könnte deutlich höher sein. In vielen Regionen (im Infogramm gelb eingefärbt) werden Präventionsmaßnahmen zur Eindämmung des West-Nil-Virus ergriffen

Die italienischen Behörden sind beim Kampf gegen die Mücken nicht zimperlich. So wurde zum Beispiel in der Gemeinde Sessa Aurunca (Kampanien; südlich von Rom) nachts großflächig Insektenschutzmittel versprüht, um eine Ausbreitung des West-Nil-Fiebers durch die Stechmücken zu verhindern.

Für Urlauber besteht keine erhöhte Gefahr

Die meisten Infektionen verlaufen ohne jegliche Symptome. Allerdings können in seltenen Fällen schwere neurologische Symptome auftreten. Darauf verweist auch das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen für Italien. Schwere Krankheitsverläufe treffen hauptsächlich ältere oder geschwächte Menschen

Was sollten Reisende jetzt beachten?

Urlauber sollten darauf achten, Insektenschutzmittel zu benutzen und lange Kleidung zu tragen. Damit können bereits viele Mückenstiche verhindert werden. Die italienische Umweltbehörde gibt zudem noch weitere Verhaltenstipps, die man beachten sollte:

  • Vermeiden Sie stehendes Gewässer
  • Wechseln Sie oft das Wasser in den Näpfen Ihrer Tiere

Beides sind willkommene Brutstätten für Mücken. Wenn in einer Ortschaft Insektenschutzmittel gesprüht wird, sollten die Menschen die Fenster schließen und einen direkten Kontakt mit dem Sprühnebel unbedingt meiden.

West-Nil-Fieber: So ist die Lage in Deutschland

Infektionen mit dem West-Nil-Virus sind auch in Deutschland möglich. Seit ein paar Jahren werden vereinzelt Erkrankungen registriert. Die Dunkelziffer ist allerdings auch hier hoch, weil die Infektion in vielen Fällen ohne Symptome verläuft.

Dengue-Fieber in Bozen: Vorsichtsmaßnahmen ergriffen

Auch andere Krankheiten sind im Vormarsch wie beispielsweise das Dengue-Fieber, das durch die asiatische Tigermücke übertragen wird.

Mitte August hat ein bestätigter Fall des Dengue-Fiebers eine großangelegte Desinfektionsaktion in Bozen in Gang gesetzt. Dort wurde großflächig Desinfektionsmittel versprüht, die zum einen die Larven und zum anderen die Stechmücken abtöten sollen.

Während dieser vorsorglichen Bekämpfungsmaßnahme wurde den Menschen geraten, in ihren Häusern zu bleiben und ihre Haustiere nicht ins Freie zu lassen. Türen sowie Fenster sollten geschlossen bleiben und auch Lüftungsanlagen idealerweise ausgeschaltet sein, damit der Kontakt mit dem Desinfektionsmittel so gering wie möglich blieb. Bereits Anfang August erkrankte ein Mensch in Italien am Dengue-Fieber. Ausführlichere Infos – auch zu weiteren Tipps sowie einer Karte der Risikogebiete, unter www.adac.de/news/reise-west-nil-fieber-italien

(Quelle: ADAC)