Bei den Landtagswahlen am Sonntag hat die Linke in Berlin die meisten Stimmen erhalten, in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD vorn. Die Regierungsbildung ist in beiden Ländern offen.
Am Sonntag, 20. September, waren die Bürger in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zur Wahl aufgerufen. Während in der Bundeshauptstadt das Abgeordnetenhaus neu gewählt wurde, ging es im Nordosten um die Zusammensetzung des Landtags. In beiden Bundesländern liegen inzwischen die vorläufigen Wahlergebnisse vor.
In Berlin erhielt die Linke die meisten Zweitstimmen und löste die CDU als stärkste Kraft ab. In Mecklenburg-Vorpommern erreichte die AfD den höchsten Stimmenanteil, gefolgt von der SPD. Welche Parteien künftig die Landesregierungen bilden, steht noch nicht fest.
Berlin: Linke erhält die meisten Stimmen
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus kam die Linke nach dem vorläufigen Ergebnis auf 25,7 Prozent der Zweitstimmen. Gegenüber der Wahl 2023 legte sie damit um rund 13,4 Prozentpunkte zu
Die bislang regierende CDU erreichte 18,8 Prozent und verlor gegenüber 2023 rund 9,5 Prozentpunkte. Die AfD kam auf 16,3 Prozent, die Grünen auf 14,3 Prozent und die SPD auf 12,1 Prozent.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verfehlte mit 4,7 Prozent den Einzug ins Abgeordnetenhaus. Auch die FDP blieb mit 2,5 Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde.
| Partei | Zweitstimmen |
|---|---|
| Die Linke | 25,7 % |
| CDU | 18,8 % |
| AfD | 16,3 % |
| Grüne | 14,3 % |
| SPD | 12,1 % |
| BSW | 4,7 % |
| FDP | 2,5 % |
Welche Regierungsmehrheiten sind möglich?
Nach der vorläufigen Sitzverteilung erhält die Linke 47 der insgesamt 158 Mandate. Die CDU kommt auf 34 Sitze, die AfD auf 29, die Grünen auf 26 und die SPD auf 22 Sitze.
Für eine absolute Mehrheit sind mindestens 80 Mandate erforderlich. Die bisherige Koalition aus CDU und SPD verfügt demnach nicht mehr über eine Mehrheit. Eine Zusammenarbeit von Linken, Grünen und SPD würde rechnerisch auf 95 Sitze kommen. Ob eine solche Koalition zustande kommt, ist damit noch nicht entschieden.
Mecklenburg-Vorpommern: AfD vor SPD
Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erhielt die AfD nach dem vorläufigen Ergebnis 38,2 Prozent der Zweitstimmen. Bei der vorherigen Landtagswahl 2021 waren es 16,7 Prozent gewesen.
Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erreichte 35,5 Prozent. Damit verlor sie gegenüber 2021 rund 4,1 Prozentpunkte.
Die Linke kam auf 6,5 Prozent, die Grünen erreichten 5,7 Prozent. Die CDU verfehlte mit 4,9 Prozent den Einzug in den Landtag. Auch das BSW blieb mit 4,8 Prozent knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP erreichte 1,0 Prozent.
| Partei | Zweitstimmen |
|---|---|
| AfD | 38,2 % |
| SPD | 35,5 % |
| Die Linke | 6,5 % |
| Grüne | 5,7 % |
| CDU | 4,9 % |
| BSW | 4,8 % |
| FDP | 1,0 % |
Bisherige Regierungskoalition verliert Mehrheit
Im neuen Landtag von Mecklenburg-Vorpommern entfallen nach der vorläufigen Sitzverteilung 32 der insgesamt 71 Mandate auf die AfD. Die SPD erhält 29 Sitze, die Linke und die Grünen jeweils fünf.
Die bisherige Koalition aus SPD und Linken verfügt damit zusammen über 34 Mandate. Für eine absolute Mehrheit sind mindestens 36 Sitze notwendig.
Eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen hätte rechnerisch 39 Mandate. Welche Parteien künftig eine gemeinsame Regierung bilden, steht noch nicht fest.
Wahlbeteiligung in beiden Ländern gestiegen
In Berlin lag die Wahlbeteiligung bei 74,2 Prozent. Bei der vorherigen Abgeordnetenhauswahl 2023 hatten 62,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern beteiligten sich mehr Menschen an der Wahl als 2021. Die Wahlbeteiligung stieg von 70,8 auf 78,1 Prozent.
Die Ergebnisse beider Wahlen sind bislang vorläufig. Die endgültigen Ergebnisse werden nach der amtlichen Feststellung durch die zuständigen Wahlausschüsse veröffentlicht.
(Quellen: Landeswahlleiter Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, vorläufige Wahlergebnisse vom 20. September 2026)