In wenigen Tagen ist es soweit: Das neue Jahr steht vor der Tür und gibt uns die Gelegenheit, nochmal neu anzufangen. Altlasten des vergangenen Jahres verabschieden wir mit einem Knall. So wichtig die Silvesternacht für uns sein mag, so schädlich ist sie für die Umwelt. Dabei ist nachhaltig feiern total einfach!
Zum Jahreswechsel 2022/23 wurde mit Silvesterfeuerwerk in Deutschland ein Umsatz von rund 180 Millionen Euro erzielt. Problematisch an den bunten Raketen sind vor allem die hohe CO2-Emission sowie die enorme Menge an Müll und Plastik.
Jährlich werden allein durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern rund 2.050 Tonnen Feinstaub freigesetzt. In den größten deutschen Städten fielen zudem im letzten Jahr rund 200 Tonnen Abfall am Neujahrstag an. Andere vermeintliche Kleinigkeiten, wie beispielsweise Getränke oder Deko, kommen obendrauf.

Alternativen zu Feuerwerk und Böller
Das Zünden von Feuerwerk ist Tradition. Dabei muss man das neue Jahr nicht zwingend laut und knallend in Empfang nehmen. Eine stimmungsvollere Alternative wäre beispielsweise selbstgebastelte Fackeln aus Tannenzapfen, Laternen oder ein gemütliches Lager- oder Schwedenfeuer im Garten.
Wer auf den Lärm nicht verzichten möchte, kann auf das altbekannte Klappern zurückgreifen. Auch Kochtopf und Löffel können in den Händen von Kindern als Silvester-Soundquelle dienen und den (bösen) Geistern des letzten Jahres das Fürchten lehren.
Wer wirklich nicht ohne Feuerwerk und Böller auskommt, kann nach öffentlichen Feuerwerken Ausschau halten oder sich mit den Nachbarn organisieren. Denn jeder nicht gezündete Feuerwerkskörper schützt unsere Umwelt.
Kulinarischer Genuss geht auch umweltfreundlich
Auf jeder guten Silvestersause darf das nicht fehlen: Leckeres Essen und die passenden Drinks. Zu den Klassikern gehören hierbei Raclette und Sekt. Am Silvesterabend wird so in jedem fünften deutschen Haushalt ein Raclette-Grill genutzt. Für diese kulinarische Freude zum Jahreswechsel werden rund 26 Mio. kWh Strom verbraucht.
Wer dabei darauf achtet, den Grill langsam aufzuheizen und die Wärme anschließend zu halten und zu regulieren, kann damit bereits etwas Gutes tun. Zusätzlich kann auf Bio-Käse, vegetarische Beilagen oder gar auf Fisch aus regionaler Zucht gesetzt werden, um das Silvesteressen möglichst umweltfreundlich zu gestalten.

Das gilt auch für Sekt oder Wein. Denn auch mit „umweltfreundlichen“ Getränken kann man anstoßen. Der Verzehr von Wein – oder Sektflaschen mit Korken – fördert den Bestand der europäischen Korkwälder und schützt damit einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche, auch bedrohte, Tiere. Ein kleines Detail mit wichtigem Nebeneffekt, denn wird kein Kork mehr benötigt, verlieren die Wälder ihren ökonomischen Nutzen und werden früher oder später verschwinden.
Ansonsten sollte beim festlichen Genuss auf Stoffservietten, Glastrinkhalme und Mehrweggeschirr statt Plastik- und Wegwerfvarianten gesetzt werden.
Partyspiele und Deko ganz einfach recyclen
Silvestertraditionen wie das Wachsgießen oder eine prächtig dekorierte Partylocation gehören zu Silvester wie der Countdown um Mitternacht. Plastik- und verpackungsfreie Versionen lassen sich dabei ganz einfach im „Do It Yourself“-Style anfertigen.
So muss man beispielweise kein neues Wachsgießset kaufen, sondern kann selbst zu den Wachsresten der eigenen Kerzen greifen. Alternativ kann man die Gäste auch mit selbst gebackenen Glückskeksen überraschen, die das Neujahrsorakel mit einer süßen Leckerei verbinden.
Dekorationen wie Girlanden und Konfetti können aus Altpapier gefertigt werden und sind eine schöne und nachhaltige Option für die richtige Partystimmung. Gerade für Kids, die ganz ungeduldig auf Mitternacht warten, kann das eine schöne Beschäftigung sein.

Silvester auf dem Sofa
Der wohl einfachste und dabei nachhaltigste Tipp, ist das Fest mal ausfallen zu lassen. Wer an Silvester gar keine Lust auf Party hat, darf auch einfach mal die Füße hochlegen und entspannen. Wer das nicht allein tun möchte, kann natürlich ein paar Freunde zum gemütlichen Filme- oder Spieleabend einladen.
Und was so verpönt zu sein scheint, ist eigentlich auch gar nicht verkehrt: Früh ins Bett gehen, um erholt und ausgeschlafen in das Jahr 2024 zu starten.
(Quellen: www.zfk.de ,www.wwf.de, vomFass AG)
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