Betrüger ergaunerten sich am Dienstag im Landkreis Landsberg am Lech rund 50.000 Euro durch den sogenannten „Schockanruf“. Eine 84-Jährige wurde dabei telefonisch über Stunden unter Druck gesetzt.
Gegen 16.15 Uhr erhielt eine Rentnerin aus Kaufering einen Anruf von einem angeblichen Polizeibeamten. Dieser gaukelte die Geschichte vor, dass es in der Nachbarschaft zu Einbrüchen gekommen sei und die Täter noch aktiv wären.
Rentnerin übergab ihr Geld an angebliche Polizistin
Um ihr Vermögen in Sicherheit zu bringen, solle die Rentnerin ihre Wertgegenstände vorübergehend an eine Polizeibeamtin in ziviler Kleidung aushändigen, die sie zu Hause aufsuchen würde. Natürlich handelte es sich dabei um eine Gaunerin.
Durch die äußerst geschickte, etwa zwei Stunden andauernde Gesprächsführung, übergab die verunsicherte Rentnerin den genannten Betrag an eine Abholerin, so die Polizei. Der Betrug wurde erst mehrere Stunden später erkannt.
Opfer erleiden oft psychische Schäden
Schockanrufe sind für die Täter ein lohnendes „Geschäft“, denn jährlich erschwindeln sich die Kriminellen mit diesen Betrugsmaschen hohe Millionenbeträge. Oft leiden die Opfer an psychischen oder emotionalen Schäden, die nur schwer zu therapieren sind, heißt es von der Polizei.
Die Kriminalpolizei rät:
- Legen Sie am besten auf, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen.
- Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotrufnummer 110 an! Das machen nur Betrüger. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Aber nutzen Sie dafür nicht die Rückruftaste!
- Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an!
- Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
- Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen!
- Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu oder verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei!
- Die echte Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen!
- Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter!
Weitere Informationen zum Thema Schockanruf bzw. Betrug über Messengerdienste finden Sie im Internet auf den Seiten der Präventionskampagne LEG AUF!
(Quelle: Polizeipräsidium Oberbayern)