Autobauer unter Druck Audi-Gewinn bricht um 87 Prozent ein
Audi hat im dritten Quartal 2026 rund 87 Prozent weniger Gewinn erzielt. Der Autobauer senkt seine Jahresprognose und kämpft mit schwachen Verkäufen und hohen Kosten.

Autor
Redakteur
Der Autobauer Audi hat im dritten Quartal 2026 einen massiven Gewinneinbruch verzeichnet. Nach Steuern blieben dem Volkswagen-Tochterkonzern von Juli bis September lediglich 95 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang um 87 Prozent.
Die am Freitag, 30. Oktober, veröffentlichten Geschäftszahlen zeigen, wie stark die wirtschaftlichen Schwierigkeiten inzwischen auf das Ergebnis durchschlagen. Neben rückläufigen Fahrzeugverkäufen belasten vor allem der schwierige chinesische Markt und die US-Zölle das Unternehmen.
Deutlich weniger Fahrzeuge verkauft
Bereits die Absatzzahlen hatten auf ein schwieriges Quartal hingedeutet. Weltweit lieferte die Kernmarke Audi von Juli bis September 314.905 Fahrzeuge aus. Das waren 19,7 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
In den ersten neun Monaten des Jahres summierten sich die Auslieferungen auf rund 1,04 Millionen Fahrzeuge. Damit lag Audi 11,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Besonders deutlich machte sich die schwächere Nachfrage in China bemerkbar. Dort steht der Hersteller unter starkem Wettbewerbsdruck. Auch in den USA gingen die Verkäufe zurück. In Deutschland und Europa entwickelte sich das Geschäft in den ersten neun Monaten dagegen etwas besser.
Audi senkt Jahresprognose erneut
Angesichts der schwierigen Geschäftsentwicklung hat Audi seine Erwartungen für das Gesamtjahr 2026 nach unten korrigiert. Statt eines Umsatzes zwischen 58 und 63 Milliarden Euro rechnet der Konzern nun mit 55 bis 59 Milliarden Euro.
Auch bei der operativen Umsatzrendite fällt die Prognose schlechter aus. Audi erwartet nur noch drei bis fünf Prozent, nachdem zuvor fünf bis sieben Prozent angepeilt worden waren.
Der erwartete Netto-Cashflow wurde ebenfalls gesenkt. Er soll nun zwischen 2,5 und 3,5 Milliarden Euro liegen. Bislang hatte das Unternehmen mit drei bis vier Milliarden Euro gerechnet.
In den ersten neun Monaten erwirtschaftete der Audi-Konzern einen Umsatz von rund 42,06 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von etwa 13 Prozent. Das operative Ergebnis sank von rund 1,56 Milliarden auf 1,15 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite lag damit bei 2,7 Prozent.
US-Zölle und China-Geschäft belasten Audi
Ein wesentlicher Belastungsfaktor sind die Handelszölle der USA. Audi verfügt bislang über kein eigenes Produktionswerk in den Vereinigten Staaten und ist deshalb bei Fahrzeugimporten von den zusätzlichen Abgaben betroffen.
Hinzu kommt der intensive Wettbewerb in China. Dort konkurrieren deutsche Hersteller zunehmend mit heimischen Marken, insbesondere bei Elektrofahrzeugen. Auch der Preisdruck auf wichtigen Absatzmärkten belastet das Geschäft.
Audi will deshalb seine Kosten weiter reduzieren und die Effizienz steigern. Gleichzeitig sollen Investitionen in neue Modelle, Software und Technologien fortgesetzt werden.
Stellenabbau und geplantes US-Werk
Der Konzern befindet sich bereits in einem umfangreichen Spar- und Umbauprogramm. In Deutschland sollen bis 2029 bis zu 7.500 Stellen wegfallen. Damit will Audi seine Kostenstruktur langfristig verbessern.
Parallel dazu plant der Hersteller eine eigene Produktion in den USA. Für ein Werk im Bundesstaat Georgia sind Investitionen von rund vier Milliarden Dollar und etwa 4.500 Arbeitsplätze vorgesehen. Eine endgültige Umsetzung der Pläne ist allerdings noch nicht gesichert.
Trotz der schwachen Geschäftszahlen erwartet Audi ein deutlich stärkeres viertes Quartal. Ob die angekündigten Maßnahmen ausreichen, um die Profitabilität nachhaltig zu verbessern, bleibt abzuwarten.
Schlagwörter
WOCHENBLATT bei Google bevorzugen
Was bedeutet das?Transparenz
- Erstmals veröffentlicht
- 30.10.2026, 10:30 Uhr





