Schlangen sind eine Seltenheit in Baden-Württemberg

Schlangen sind eine Seltenheit in Baden-Württemberg
Eine männliche Kreuzotter. Die Weibchen werden in der Regel länger als die Männchen. (Bild: NABU/ Benny Trapp)
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Noch sind sechs der weltweit mehr als 2.700 Schlangenarten in Baden-Württemberg zuhause, darunter vier ungiftige Natternarten. Hinzu kommen Kreuzotter und Aspisviper. Die Aspisviper kommt nur im Schwarzwald vor und besitzt Giftzähne. Im Extremfall kann ein Biss tödlich sein.

Ruhige Wanderwege, Bahndämme, trockene Wegränder oder größere Naturgärten sind mögliche Lebensräume für Schlangen. Dort brauchen die wechselwarmen Tiere geeignete Verstecke, ungestörte Stellen zum Sonnenbaden, frostsichere Überwinterungsplätze und ausreichend Nahrung.

„Wer in der Natur eine Schlange antrifft, sollte sich über die seltene Gelegenheit freuen und das Tier aus einiger Distanz beobachten und bitte nicht stören“, rät der NABU-Experte Hubert Laufer. Weil es den Reptilien an geeignetem Lebensraum und Nahrung mangelt, sind solche Begegnungen extrem selten geworden.

Welche Schlangen leben im Südwesten?

Von der Ringelnatter, der bekanntesten Schlange im Land, leben zwei Arten bei uns im Ländle – die Östliche Ringelnatter im östlichen Landesteil und die Barren-Ringelnatter im Westen. Beide sind in ihren Gebieten verbreitet. Hinzu kommen Kreuzotter und Aspisviper, die als einzige Arten auch Giftzähne besitzen. Beide sind sehr selten und stehen auf der Roten Liste.

Mit dem Gift lähmen sie ihre Beute, zu denen vor allem Mäuse, aber auch Amphibien zählen. Alle Schlangen haben viele kleine Zähne, um ihre Beute festzuhalten und im Ganzen zu verschlucken. Hinzu kommen Äskulapnatter, mit maximal 180 Zentimetern die größte heimische Art, und Schlingnatter, mit 70 Zentimetern die kleinste.

Die Aspisviper lebt nur im südlichen Schwarzwald

Am häufigsten trifft man Ringel- oder Schlingnattern bei uns an. Die vom Aussterben bedrohte Aspisviper lebt in Baden-Württemberg nur im südlichen Schwarzwald. Kreuzottern mögen die höher gelegenen, kühleren Lagen im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb sowie die Moorgebiete im Allgäu und in Oberschwaben. Die Äskulapnatter trifft man nur im Rhein-Neckar-Kreis an.

Gut zu wissen

  • Ringelnatter mit zwei Arten: Bei Gefahr ohne Fluchtmöglichkeit zieht sie alle Register: aufblähen, heftig zischen, Scheinbisse ausführen und Stinkflüssigkeit abschießen.
  • Schlingnatter: Hat ein ähnliches Rückenmuster wie die giftige Kreuzotter – und bezahlt diese Verwechslung mitunter mit dem Leben. Sichere Unterscheidung: Die Schlingnatter hat runde Pupillen, die Kreuzotter senkrechte Schlitze wie eine Katze.
  • Äskulapnatter: Ihre Seitenschuppen sind so rau, dass sie wie Kletterhaken funktionieren. Damit kann die Schlange fast senkrechte Bäume erklimmen.
  • Aspisviper (Vipera aspis): Beginnen bereits am frühen Morgen mit einem intensiven Sonnenbad.
  • Kreuzotter (Vipera berus): Schwarze Exemplare werden im Volksmund als „Höllenotter“ bezeichnet. Manchmal wird diese mit der seltenen schwarzen Ringelnatter verwechselt.

Keine Schlange: Die kupferfarbene Blindschleiche sieht schlangenähnlich aus, ist aber eine Echse. Ihre Leibspeise sind Regenwürmer, Nacktschnecken und unbehaarte Raupen, die sie auf Wiesen und Brachen, in Parks und naturnahen Gärten erbeutet.

(Pressemitteilung: NABU)