Mit dem neuen Schwimmabzeichen «Seesternchen» können Kinder mit Beeinträchtigungen ihre ersten Fortschritte im Wasser sichtbar machen. Die beteiligten Verbände versprechen sich davon neue Impulse für mehr Inklusion.
Die Schwimm- und Behindertensportverbände aus NRW und Baden führen erstmals in Deutschland ein inklusives Schwimmabzeichen für Kinder mit Beeinträchtigungen ein. Das «Seesternchen», das ab sofort in vier Lernstufen vergeben wird, soll – im Unterschied zum bekannten «Seepferdchen» – nicht erst das vollständige Schwimmen auszeichnen, sondern bereits Zwischenschritte auf dem Weg dorthin sichtbar machen, wie die Schwimmverbände mitteilten.
Damit sollen Kinder mit Beeinträchtigungen Erfolgserlebnisse sammeln und mehr Teilhabe beim Erlernen des Schwimmens erfahren, hieß es weiter.
Auch kleine Fortschritte zählen
Das «Seepferdchen» setzt unter anderem voraus, dass Kinder nach einem Sprung vom Beckenrand 25 Meter schwimmen und einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser heraufholen. Das «Seesternchen» wird dagegen in vier unterschiedlichen Farben verliehen und reicht von der Wassergewöhnung bis hin zu Vorstufen des sicheren Schwimmens. Berücksichtigt werden dabei auch Leistungen wie das Öffnen der Augen unter Wasser oder das Schwimmen von 12,5 Metern im Flachwasser.
Der Präsident des Deutscher Behindertensportverband, Idriss Gonschinska, bezeichnete die Einführung als Erfolgsgeschichte und erhofft sich einen bundesweiten Impuls für mehr Inklusion. Auch der Vorstandsvorsitzende des Deutscher Schwimmverband, Jan Pommer, sieht Vorteile: Das inklusive Angebot bringe insgesamt mehr Kinder zum Schwimmen. Bundesweit konnte laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2022 im Auftrag der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft jedes fünfte Kind nicht schwimmen.