Erektile Dysfunktion bei deutschen Männern: Risikofaktoren in verschiedenen Altersgruppen

Erektile Dysfunktion bei deutschen Männern: Risikofaktoren in verschiedenen Altersgruppen
Dass Männer in zunehmendem Alter eher ihre Erektionsfähigkeit verlieren, liegt nicht am Alter an sich, sondern an der Zunahme von Zuständen, die zu Erektionsproblemen führen. (Bild: Eric Ward auf Unsplash)

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Vier bis sechs Millionen Männer in Deutschland haben Probleme, eine Erektion zu bekommen. Die sogenannte erektile Dysfunktion ist damit häufiger, als man denken würde.

Dabei ist interessant, dass zwar die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt (wie eine Kölner Studie zeigte), dass aber auch viele junge Männer Schwierigkeiten in dieser Hinsicht haben. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über Potenzprobleme in verschiedenen Altersgruppen und Wege, sie zu behandeln.

Probleme häufen sich mit zunehmendem Alter

Bei Männern in den Zwanzigern liegt die Prävalenz von erektiler Dysfunktion bei acht Prozent. Bei Männern in den Dreißigern ist dieser Anteil auf elf Prozent gestiegen.
Noch häufiger sind Potenzprobleme bei Männern in den Vierzigern: Sie betreffen 40 Prozent von ihnen. In den Fünfzigern ist schon jeder Zweite betroffen. Statistisch gesehen ist das Risiko, Potenzprobleme zu bekommen, bei Männern über 50 zehnmal größer als bei den Jüngeren.

Alter ist nicht die eigentliche Ursache

Dass Männer in zunehmendem Alter eher ihre Erektionsfähigkeit verlieren, liegt nicht am Alter an sich, sondern an der Zunahme von Zuständen, die zu Erektionsproblemen führen. Dazu gehören unter anderem Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, Parkinson und das metabolische Syndrom.

Erektionsprobleme bei jungen Männern

Jede vierte Neudiagnose einer erektilen Dysfunktion betrifft heute einen Mann unter 40.
Die Gründe dafür sind noch kaum erforscht. Anscheinend sind die meisten jungen Männer mit einer erektilen Dysfunktion sonst organisch gesund. Bei ihnen spielen psychische Ursachen eine größere Rolle.

Die wichtigsten Gründe dafür könnten Stress am Beginn der Karriere und in schnell wechselnden Beziehungen sein. In ihren Zwanzigern leben noch die wenigsten Männer in einer gefestigten Partnerschaft und sind beruflich etabliert. In diesem Alter häufen sich auch Depressionen, die einen großen Risikofaktor für Potenzprobleme darstellen.

Erektionsprobleme in den Dreißigern und Vierzigern

Bei Männern in ihren Dreißigern und Vierzigern kommen zu den psychischen Grünen immer mehr organische Ursachen, vor allem Krankheiten des Nervensystems, des Stoffwechsels und des Herz-Kreislauf-Systems. Wichtigster Grund für solche Krankheiten ist ein ungesunder Lebensstil mit schlechtem Essen, Alkohol, Zigaretten und Bewegungsmangel.

In diesen Jahren zeichnen sich manchmal auch schon die Folgen eines sinkenden Testosteronspiegels ab. Er sinkt bei Männern über 30 jedes Jahr um etwa ein Prozent.

Erektionsprobleme bei den über 50-Jährigen

Altersbedingte Erektionsstörungen entstehen nicht von heute auf morgen. Bei den meisten Betroffenen wird die Erektion allmählich schwächer. Abgesehen von chronischen Krankheiten sind Änderungen im Hormonhaushalt die wichtigsten Gründe. Vor allem Testosteron spielt eine zentrale Rolle, weil es sich sowohl auf die Muskulatur als auch auf die Libido auswirkt.

In späteren Jahren wird es schwerer, Muskeln aufzubauen und eine gute Kondition zu bewahren. Das betrifft auch die Beckenbodenmuskulatur, die eine zentrale Rolle für die Erektionsfähigkeit spielt.
Obwohl die Erektionsfähigkeit und die Lust auf Sex tendenziell abnehmen, geschieht das nur sehr langsam. Immerhin ein Drittel der Männer in den Fünfzigern hat laut einer amerikanischen Umfrage noch mehrmals pro Woche Sex.

Die richtigen Behandlungen

Bei psychischen Ursachen ist eine Therapie die beste Methode, sie zu überwinden. Wenn Konflikte in der Beziehung die Erektionsprobleme verursachen, kann auch eine Paartherapie helfen. Die meisten organischen Ursachen lassen sich mit Medikamenten aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer soweit behandeln, dass es wieder möglich wird, Sex zu haben.

Zu dieser Gruppe gehören die berühmte blaue Pille Viagra mit dem Wirkstoff Sildenafil, die Wochenendpille Cialis mit dem Wirkstoff Tadalafil und Stendra mit dem Wirkstoff Avanafil. Sie alle wirken, indem sie Gefäßmuskeln entspannen und eine bessere Blutversorgung der Schwellkörper im Penis ermöglichen.

Die weiteren Möglichkeiten reichen von der Schwellkörperinjektionstherapie und mechanischen Hilfsmitteln wie Penispumpen bis zu chirurgischen Verfahren, bei denen ein Implantat eingesetzt wird. Die gute Nachricht dabei lautet, dass heute fast jedem Mann mit Potenzproblemen geholfen werden kann.