Drama auf Ferieninsel Erdbeben auf Santorini: Droht in Griechenland eine Katastrophe?

Erdbeben auf Santorini: Droht in Griechenland eine Katastrophe?
Die Erdbebenserie im Umkreis der Ägäisinsel Santorin geht weiter // Symbolbild. (Bild: Pixabay)
WOCHENBLATT
WOCHENBLATT

Seit Ende Januar erschüttern Erdbeben die Ferieninsel Santorini. Doch das Schlimmste steht möglicherweise noch bevor. Was Reisende jetzt wissen müssen und warum allein die bloße Angst vor einer Naturkatastrophe für eine kostenfreie Stornierung nicht ausreicht. Der ADAC klärt auf.

Die Erdbebenserie im Umkreis der Ägäisinsel Santorini geht weiter. Nach dem kräftigen Beben der Stärke 4,9 am ersten Februar-Wochenende folgte nun ein Beben der Stärke 5, das sogar in Athen spürbar gewesen ist. Zudem befürchten Fachleute zeitnah noch wesentlich kräftigere Erschütterungen. Ein starkes Erdbeben könnte nicht nur Schäden auf der Insel verursachen, sondern auch einen größeren Tsunami auslösen.

Griechenland: Die aktuelle Lage auf Santorin

Die Schäden durch die bisherigen Beben sind zwar nur gering, doch gehen Seismologen davon aus, dass das Hauptbeben noch kommen wird. Im schlimmsten Fall könnte dies eine Stärke von bis zu 7 erreichen und gleichzeitig einen Tsunami auslösen, der auch andere Ägäisinseln in Mitleidenschaft ziehen würde.

Sorgen bereitet auch der nordöstlich der Insel gelegene Unterwasservulkan Kolumbos, der durch ein Beben aktiviert werden könnte. Die letzte Eruption fand hier im 17. Jahrhundert statt und hatte schwere Schäden angerichtet.

Sonderflüge und zusätzliche Fähren

Aufgrund der anhaltenden Gefahr haben mittlerweile Tausende Einwohner Santorins die Insel in Richtung Festland verlassen. Airlines führen Sonderflüge durch, auch zusätzliche Fähren kommen zum Einsatz.

Urlauber sind ebenfalls betroffen: In der jetzigen Wintersaison gibt es zwar so gut wie keine Pauschalreisen nach Santorin, doch ist davon auszugehen, dass sich Individualreisende auf der Insel aufhalten.

Erdbebengefahr: Das sollten Sie jetzt tun

Die griechischen Behörden und das Auswärtige Amt raten Urlaubern vor Ort zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:

  • Registrieren Sie sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes.
  • Informieren Sie sich über die Medien, Ihr Hotel oder Ihren Reiseveranstalter über die aktuelle Lage.
  • Aktivieren Sie auf Ihrem Mobiltelefon die Option „Notfallbenachrichtigungen“ (Cell Broadcast Alerts). Dadurch erhalten Sie Pushnachrichten der Behörden.

Konkret sollte Folgendes beachtet werden:

  • Verlassen Sie die Küstengebiete: Bei starken seismischen Erschütterungen besteht die Gefahr von Überschwemmungen.
  • Halten Sie sich insbesondere nicht in den Häfen von Ammoudi, Armeni, Korfou und dem alten Hafen von Thera auf.
  • Meiden Sie große Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen und das Betreten verlassener Gebäude.

Hinweise des griechischen Katastrophenschutzes (in deutscher Sprache)

Reiserücktritt: Wann man kostenfrei stornieren kann

Pauschalurlauber können eine Reise grundsätzlich kostenfrei stornieren, wenn ihre Reise durch unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Diese müssen direkt am Urlaubsort oder in unmittelbarer Nähe und im zeitlichen Zusammenhang mit der konkreten Reise auftreten.

Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist ein Indiz für das Vorliegen solcher Umstände, aber nicht notwendige Voraussetzung. Maßgeblich sind im Einzelfall die Wahrscheinlichkeit und die Erheblichkeit einer Beeinträchtigung.

Wichtig: Die bloße Angst vor einer Naturkatastrophe allein ist für eine kostenfreie Stornierung nicht ausreichend.

Individualreisende, die einzelne Leistungen wie Flug, Hotel oder Ferienwohnung gebucht haben, können nicht so einfach kostenfrei stornieren. Wenn der Flug durchgeführt wird oder die Unterkunft zugänglich ist, müssen sie auf die Kulanz des Anbieters hoffen.

(Quelle: ADAC)