Am 21. Dezember war der kürzeste Tag des Jahres. Ab dann geht es mit dem Tageslicht wieder aufwärts – wenn auch zuerst nur langsam.
Diesen kürzesten Tag (und zugleich längste Nacht) am 21. Dezember bezeichnen wir als Wintersonnenwende. Die Sonne steht dann extrem flach über dem Horizont und hat kaum mehr viel Kraft, die Erde hierzulande zu erwärmen. Zugleich beginnt auf der Südhalbkugel der Sommer.
Bei uns geht die Sonne also so spät auf, wie sonst nie im Lauf des Jahres und natürlich auch früher unter. Das ist aber nicht in ganz Deutschland gleich. Zwischen Hamburg im Norden und München im Süden beträgt der Unterschied fast eine ganze Stunde. Je nördlicher, je kürzer der Tag und länger die Nacht. Nördlich des Polarkreises bleibt es momentan gar auch tagsüber völlig dunkel.
Bis es wieder heller wird, dauert es noch
Bis wir die Zunahme der Helligkeit auch wirklich spüren können, vergehen noch ein paar Tage. Bis Anfang Januar geht die Sonne sogar am Morgen noch etwas später auf. Langsam länger hell wird es zuerst am Nachmittag. Anfangs allerdings erst mal nur ein paar Sekunden dann Minuten lang pro Tag.
Der Grund liegt darin, dass die Erde nicht auf einer kreisrunden Bahn um die Sonne läuft, sondern auf einer leicht abgeflachten, elliptischen Umlaufbahn.
Am 21. März ist der astronomische Frühlingsbeginn. Die Tages-Nachtgleiche ist dann erreicht. Die Sonne geht also um 6 Uhr morgens auf und um 18 Uhr unter. Am 21. Juni ist Sommersonnwende und damit kalendarischer Sommerbeginn. Der Tag bringt uns dann 17 Stunden Helligkeit.
Kälteste Tage erst ab Januar
Die kältesten Tage des Jahres erleben wir aber meist nicht zur Wintersonnenwende sondern erst Ende Januar oder im Februar. Das liegt an der geneigten Erdachse.
Zur Wintersonnenwende ist die Erde der Sonne weniger zugeneigt. Mit dem extrem flachen Verlauf der Sonne kommt dann immer weniger Sonnenwärme auf die Erde. Die Erdoberfläche kühlt sich trotz längerer Tagesdauer weiter ab.
Tiefe Temperaturen mit Verzögerung
Die tiefsten Temperaturen kommen also sozusagen erst mit Verzögerung bei uns an. Dasselbe Spiel, nur umgekehrt, erleben wir im Frühjahr bzw. Sommer. Es dauert einfach länger, bis sich die Erde bei uns mit einer gewissen Verzögerung durch die wieder zunehmende Sonneneinstrahlung spürbar erwärmt.
Das erklärt, warum es bei uns oft im September und Oktober noch relativ warm sein kann, es aber im Frühjahr oft bis in den Mai hinein dauert, bis wir eine spürbare Erwärmung wahrnehmen, obwohl die Tage schon länger dauern.
Viele freuen sich jetzt erst mal auf eine schöne Winterzeit mit Eis und vor allem Schnee. Sonnenhungrige müssen sich hierzulange aber erst mal wieder ein paar Monate gedulden, bis es wieder spürbar wärmer wird. Oder in den warmen Süden fliehen.