Katastrophenschutz Cyber-Krisenübung «Lükex 23» auch in Baden-Württemberg

Glasfaserkabel stecken in einem Rechenzentrum vom bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) in einem Netzwerk-Switch.
Glasfaserkabel stecken in einem Rechenzentrum vom bayerischen Landeskriminalamt (BLKA) in einem Netzwerk-Switch. (Bild: Matthias Balk/dpa/Archivbild)

Deutsche Presse-Agentur
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Krisenstäbe und Behördenleiter in Bund und Ländern haben eine zweitägige Großübung gestartet, bei der ein Cyberangriff auf Regierung und Verwaltung durchgespielt wird.

Der Startknopf für die heiße Phase der Übung «Lükex 23» wurde am Mittwoch um 9.00 Uhr beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gedrückt, wie eine Sprecherin bestätigte. Auch Baden-Württemberg ist ebenso wie alle anderen Bundesländern mit dabei, wie das Innenministerium im Vorfeld in Stuttgart mitteilte. «Von der Zahl der beteiligten Akteure her ist dies die größte Lükex-Übung, die es je gab», sagte BBK-Präsident Ralph Tiesler der Deutschen Presse-Agentur.

Das genaue Szenario für die Übung wurde bis zuletzt geheim gehalten, um den Übungseffekt nicht zu gefährden. Obgleich an der Übung etwa 60 Behörden, Unternehmen und insgesamt etwa 3000 Menschen teilnehmen, dürfe die Bevölkerung davon nichts wahrnehmen.

Lükex ist die Abkürzung für «länder- und ressortübergreifende Krisenmanagementübung». Bei früheren Lükex-Übungen war beispielsweise das Szenario einer Pandemie durchgespielt worden. Im November 2018 lautete das Szenario «Gasmangellage in Süddeutschland».

Für den Katastrophenschutz tragen in Deutschland die Länder die Verantwortung. Um den Zivilschutz – also den Schutz der Bevölkerung im Kriegsfall – muss sich der Bund kümmern. Es gebe laufend Zivilschutzübungen, erklärte Tiesler. Als ein Beispiel nannte er den bundesweiten Warntag, wo einmal im Jahr die Alarmierung der Bevölkerung geprobt wird.

Eine Lükex-Übung mit einem reinen Zivilschutz-Szenario, etwa einem Angriffskrieg, wie ihn die Ukraine aktuell erlebt, hat es bislang allerdings nicht gegeben. Die aktuelle Übung, für die das Szenario bereits 2018 festgelegt worden war, ist laut Tiesler «nicht in erster Linie ein Zivilschutz-Szenario, denn eine Cyberattacke kann ja auch einen kriminellen Hintergrund haben».

Laut BBK wurde am Mittwochmorgen eine Nachricht per Mail an alle Teilnehmer versendet. Damit wurden ihnen die zentralen Übungsinhalte und die Ausgangslage für den ersten Übungstag vorgestellt. Um es möglichst echt wirken zu lassen, wurde eine fiktive Nachrichtensendung erstellt, die sich die Übenden anschauen sollen.