4. Dezember Barbarazeig: Zwischen Magie, Glück und Liebeswunder

Barbarazeig: Zwischen Magie, Glück und Liebeswunder
Die heilige Barbara: Wie durch eine mutige, junge Frau der Brauch der Barbarazweige bis heute Tradition ist. (Bild: PHOTOS.com>> / Getty Images Plus)

Wer am Weihnachtsmorgen eine kleines Blütenwunder erleben möchte, sollte am Barbara-Tag (4. Dezember), einen Zweig von einem Kirschbaum abschneiden und in eine Vase stellen. Mit etwas guter Pflege gibt es dann am 24. Dezember eine Überraschung und vielleicht auch eine Portion Glück.

Barbarazweige sind eine alte, aber fast vergessene Weihnachtstradition. Öffnen sich die Kirschblüten genau am Weihnachtsmorgen, verheißen sie ihrem Besitzer Glück für das nächste Jahr oder geben Aufschluss über die richtige Wahl bei der Partnersuche.

Heilige Barbara starb für ihren Glauben

Barbara von Nikomedien war eine mutige junge Frau. Sie starb im Jahr 306 für ihren Glauben. Ihr Gedenktag ist der 4. Dezember. Ihrer Legende nach hoffen auch heute noch viele Menschen auf etwas Glück durch einen blühenden Zweig.

Als hübsche, junge Frau sollte sie nach dem Willen ihres Vaters heiraten und davon abgehalten werden, den christlichen Glauben anzunehmen, so die Sage. Barbara konnte fliehen und versteckte sich zwischen Felsen. Ein Hirtenjunge verriet sie an den Vater. In seinem Zorn steckte er seine Tochter in ein Gefängnis uns ließ sie foltern. Barbara blieb ihrem Glauben trotz Folter treu. Sie wurde hingerichtet und der Vater selbst soll Hand angelegt haben. Danach soll er prompt vom Blitz erschlagen worden sein.

Mehrere Gehölze eigenen sich

Das Blühwunder im Gedenken an die heilige Barbara funktioniert nicht nur mit Kirschzweigen, sondern auch mit Apfel- oder Pflaumenzweigen, heißt es vom NABU. In den drei Wochen bis Weihnachten sammeln die Knospen exakt die Wärmesumme, die ihnen sonst im Frühjahr den biologisch richtigen Start anzeigt. Generell geeignet sind zahlreiche Frühblüher, darunter Gartengehölze wie Forsythie und Zierjohannisbeere sowie die heimische Haselnuss, Schlehe und Kornelkirsche. Bitte aber keine Zweige aus der freien Natur entnehmen!

Und weshalb heißen die getäuschten Kirschblüten „Barbarazweige“? Als Barbara in den Kerker gezerrt wurde, verfing sich ein Kirschenzweig in ihrem Kleid. Mit etwas Wasser aus ihrer Trinkschale habe die spätere Heilige ihn benetzt und am Tage ihrer Hinrichtung öffneten sich die Blüten, so die Sage.

Blühwunder als Liebesorakel

Der blühende Barbarazweig kann auch als Liebesorakel genutzt werden. Dieser uralte Brauch stammt aus der „germanischen Lebensrute“ und wird auch heute noch in manchen Gegenden von unverheirateten Mädchen und Frauen angewandt. Hat eine junge Frau mehrere Verehrer, so versieht sie jeden Zweig mit dem Namen eines Mannes. Der erste Zweig, der in voller Blüte erstrahlt, gibt freudigen Aufschluss über den eventuell zukünftigen Bräutigam.

So geht’s mit dem Barbarazweig:

  1. Zweig schneiden
    Schneide am 4. Dezember) einen Zweig von einem Obstbaum oder Strauch ab. Am besten eignet sich ein Zweig, der schon Knospen hat.
  2. Zweig vorbereiten
    Stelle den Zweig über Nacht in lauwarmes Wasser. Manchmal hilft es, das Ende des Zweiges leicht anzuschneiden oder mit einem Hammer etwas aufzuschlagen – so kann er besser Wasser ziehen.
  3. In die Vase stellen
    Am nächsten Tag stellst du den Zweig in eine Vase mit frischem Wasser. Such ihm einen hellen, nicht zu warmen Platz im Haus.
  4. Gut pflegen
    Wechsle alle paar Tage das Wasser. Schau genau hin, wie sich die Knospen langsam verändern.
  5. Das Wunder beobachten
    Kurz vor Weihnachten öffnen sich die Knospen und der Zweig beginnt zu blühen. Das Warten hat sich gelohnt!

(Quelle: NABU/Bistum Aachen)

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