Analyse: Maßnahmenpaket könnte Zahl der Radtoten senken

Für den verstorbenene Radaktivisten Mandalka wurde an der Unfallstelle ein «Ghostbike» aufgestellt.
Für den verstorbenene Radaktivisten Mandalka wurde an der Unfallstelle ein «Ghostbike» aufgestellt. (Bild: Uli Deck/dpa)

Deutsche Presse-Agentur
Deutsche Presse-Agentur

75 Radfahrerinnen und Radfahrer starben 2022 im Südwesten bei Unfällen. Mit gezielten Maßnahmen könne die Mehrzahl dieser Unfälle verhindert werden, sagt Verkehrsminister Hermann.

Mit einem Paket verschiedener Maßnahmen könnten aus Sicht des Verkehrsministeriums fast zwei Drittel aller tödlichen Fahrradunfälle in Baden-Württemberg verhindert werden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Mittwoch in Stuttgart vorstellte.

Durch den Ausbau von Radwegen, bessere Sicht an Kreuzungen und Einmündungen, ein Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde auf Landstraßen und gezielte Trainings für Radfahrer könne die Zahl der tödlichen Radunfälle rechnerisch um bis zu 60 Prozent gesenkt werden, sagte Hermann. Zudem könnten 40 Prozent der schweren Unfälle verhindert werden. Das seien rund 1000 Schwerverletzte und 4000 Leichtverletzte. «Das sind schon erhebliche Zahlen, um die es geht», sagte Hermann.

Im Jahr 2022 starben im Südwesten laut Innenministerium 75 Radfahrer bei Unfällen, mehr als 2000 Menschen wurden schwer verletzt. In der ersten Hälfte des vergangenen Jahres ging die Zahl der tödlichen Radunfälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dagegen zurück. Nach Angaben des Innenministeriums starben im ersten Halbjahr des Jahres 2023 21 Radfahrerinnen und Radfahrer bei Unfällen, im Vorjahreszeitraum waren es noch 31 gewesen.

Für die Untersuchung im Auftrag des Verkehrsministeriums hatte ein privates Forschungsinstitut rund 25.000 Unfälle analysiert und anhand von zwei Beispiellandkreisen Unfallhergang und Ursache genau untersucht.