Ravensburg Towerstars bauen Serienführung aus

Ravensburg Towerstars bauen Serienführung aus
Die Ravensburg Towerstars haben am Dienstagabend ihren Heimvorteil genutzt und die Tür zum Halbfinale weit aufgestoßen. (Bild: Kim Enderle)

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Die Ravensburg Towerstars haben sich im vierten Viertelfinal-Duell gegen die Eisbären Regensburg gleich drei Matchpucks zum Einzug ins Halbfinale erkämpft. Sie feierten am Dienstagabend in einem emotional geführten Duell einen glatten 4:0-Heimsieg.

Dass es in der Serie immer mehr in Richtung Entscheidung geht, war schon kurz nach dem Anspielbully erkennbar. Beide Teams agierten mit äußerst diszipliniertem Stellungsspiel in der neutralen Zone und bedachtem Risiko beim Vorchecking – keine der Mannschaften wollte einen frühen Gegentreffer kassieren.

Nach ein paar Minuten nahm die Partie dann aber etwas mehr Fahrt auf und beide Torhüter wurden geprüft, zu einem Treffer sollte es auf beiden Seiten aber nicht reichen. Auch bei einem Powerplay der Towerstars in der 16. Minute konnte die Regensburger Defensive nicht geknackt werden.

Zum zweiten Spielabschnitt haben sich die Towerstars offensichtlich einiges vorgenommen. Sie erhöhten das Tempo deutlich und es dauerte nicht allzu lange, ehe sich das dann im Spielstand widerspiegelte. Die dritte Sturmreihe brachte die Scheibe kontrolliert in die gegnerische Zone, Louis Latta drehte am linken Bullykreis zunächst ab und überraschte den gegnerischen Torhüter Tom McCollum dann mit einem Handgelenkschuss ins rechte Eck zum 1:0. Die Ansage von Torschütze und Assistenten war kaum verhallt, da schlug das Spielgerät auch schon zum zweiten Mal ein. Lukas Bender nahm sich aus der zweiten Reihe ein Herz und traf zum 2:0. Gerade einmal 48 Sekunden waren zwischen den beiden Treffern vergangen.

Nun sahen die 2.302 Zuschauer in der CHG Arena ein „richtiges“ Playoff-Spiel. Regensburg reagierte trotzig auf den Ravensburger Doppelschlag und startete eine enorm druckvolle Phase. Towerstars-Torhüter Ilya Sharipov musste mehrfach sein ganzes Können unter Beweis stellen und erntete für die starken Paraden viel Szenenapplaus. Zwar kamen auch die Towerstars immer wieder zu Gegenangriffen, die Gäste schienen dem nächsten Treffer aber näher.

Das Spielgeschehen wurde jetzt auch emotionaler und ruppiger in den Zweikämpfen. Deutlich in Richtung unnötiger Undiszipliniertheit ging in der 36. Minute allerdings eine Aktion von Eisbären-Topspieler David Booth. In der rechten Rundung streckte er nach einem Zweikampf Towerstars-Stürmer Matt Alfaro mit einem Faustschlag nieder. Mit zwei Strafminuten kam der aus der NHL- und KHL erfahrene Stürmer sicherlich sehr gut weg.

Auch danach hagelte es eine Strafzeit nach der anderen und die Spieloffiziellen griffen durch. Das Spiel verlor durch die Unterbrechungen nicht wenig überraschend an Fluss, auch konnte keines der beiden Teams die jeweiligen Powerplaysituationen ausnutzen.

Es war klar, dass die Gäste im Schlussabschnitt vehement auf den Anschlusstreffer drängen würden und die Ravensburger Defensive war verstärkt gefordert. Das galt vor allem für Torhüter Ilya Sharipov, der weder bei Kontern noch in 1-gegen-1-Duellen noch bei Schüssen aus der Distanz zu überwinden war.

Wie schon in den ersten beiden Spielabschnitten agierten die Towerstars nicht nur defensiv clever, sondern auch strukturiert beim Spielaufbau und setzten auch im Schlussabschnitt immer wieder in der gegnerischen Zone nach. Allerdings wartete auch Eisbären-Torhüter Tom McCollum an diesem Abend mit starken Reaktionen auf. Er war sicherlich Garant dafür, dass die Domstädter beim Spielstand in Reichweite blieben.

Je mehr Zeit von der Spieluhr verstrichen war, desto mehr knisterte die Stimmung auf den Rängen und auch auf dem Eis. Ordentlich Emotionen gab es auch in der 55. Minute. Bei einem Alleingang von Robbie Czarnik leistete sich der Regensburger Jakob Weber einen gefährlichen Stockschlag gegen den Oberkörper des weit davon geeilten Ravensburger Stürmers, nach Sichtung des Videobeweises setzte es dafür folgerichtig eine 5 plus Spieldauerstrafe. Aufgrund der davoneilenden Zeit entschied sich Gästetrainer Max Kaltenhauser auch während des Ravensburger Überzahlspiels bei einem Bully für die Herausnahme des Torhüters zugunsten eines fünften Feldspielers.

Das eröffnete den Towerstars dann allerdings die Möglichkeit, den Sack zuzumachen. Kapitän Sam Herr traf rund drei Minuten vor Schluss zum 3:0. Im noch weiter laufenden Powerplay erhöhte Matt Alfaro in der 59. Minute gar auf 4:0, das war das i-Tüpfelchen auf einen unterhaltsamen, vor allem aber emotionalen Eishockeyabend.

 „Das war heute zum ersten Mal in der Serie ein richtiges Playoffspiel“, sagte Towerstars-Coach Gergely Majoross nach dem Spiel und ergänzte: „Wir haben sehr clever gespielt und konnten zudem auf eine bärenstarke Torhüterleistung verlassen.“

Die Towerstars haben die Tür zum Halbfinale dank der 3:1-Serienführung nun weit aufgestoßen, sie erwartet beim nächsten Duell in Regensburg am kommenden Freitag aber sicher ein ganz heißer Tanz.

(Vereinsmitteilung: Ravensburg Towerstars )