Schweigekilometer soll an verunglückte Biker erinnern

Schweigekilometer soll an verunglückte Biker erinnern
Zur Erinnerung an verunglückte Biker: Der Schweigekilometer. (Bild: DHBW)
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Redaktion

Ravensburg (pr/le) – Jetzt ist wieder die Zeit der Motorradfahrer. Die Sonne scheint und sie schwärmen nicht nur am Wochenende aus. Eine besonders beliebte Strecke ist die Schwarzwaldhochstraße. Leider gehört sie auch zu den unfallträchtigsten Bikerstrecken des Landes. Tobias Gaiser aus Baiersbronn hat in seiner Bachelorarbeit in Mediendesign an der DHBW Ravensburg eine Kampagne erdacht und die Idee eines Schweigekilometers entwickelt. Damit sorgt er derzeit in der Motorradwelt für Furore.

Kilometer des Erinnerns realisieren

Seine Idee ist ein Schweigekilometer für tödlich verunglückte Biker entlang der Schwarzwaldhochstraße. Sein Video wurde tausende Male geklickt und derzeit läuft eine Spendenaktion, um den Kilometer des Erinnerns und Gedenkens tatsächlich zu realisieren.

Tobias Gaiser kennt den Klang der Blaulichtsirenen an jedem Wochenende im Sommer gut. Blitzer, Rüttelstreifen oder Plakate haben bisher nicht den gewünschten Effekt von weniger Unfällen gebracht. Wie können dort Unfälle vermieden und Leben gerettet werden?

Intention: Biker sollen Tempo drosseln

Entlang dieses Kilometers sollen unter anderem Stelen, die Namen der Opfer auf der Fahrbahn und eine Gedenkstätte am berüchtigten Helbingfelsen an die Verunglückten erinnern. Intention ist, dass die Biker hier ihre Geschwindigkeit drosseln und sensibilisiert werden. Tobias Gaiser hat viel Hintergrund und all diese Ideen in einen eindrucksvollen Film gepackt. Ganz deutlich wird seine Intention vor allem durch die Interviews mit den Betroffenen – sei es von der Polizei oder mit Angehörigen.

Die Bachelorarbeit von Tobias Gaiser im Studiengang Mediendesign an der DHBW Ravensburg sorgt derzeit in der Motorradwelt für Furore.
Die Bachelorarbeit von Tobias Gaiser im Studiengang Mediendesign an der DHBW Ravensburg sorgt derzeit in der Motorradwelt für Furore. (Bild: DHBW)

Film überwältigt

Der Film hat inzwischen tatsächlich einen Nerv getroffen – vor allem auch in der Bikerszene. Auf YouTube wurde er 17.000 Mal geklickt, auf Instagram 54.000 Mal. Die Reaktionen sind überwältigend und fast durchweg positiv, viele reagieren sehr nachdenklich. Einige Motorrad-Influenzer haben den Beitrag geteilt. Anmerkungen sind willkommen, denn es geht um die Akzeptanz für das Projekt.

Verwirklichung ist auch eine Herzensangelegenheit

Aufmerksam geworden ist auch die „Rennleitung 110“, ein privat initiiertes Präventionsprojekt sportlich-motorradfahrender Polizeibeamter. Sie haben eine Spendenaktion angestoßen, um die Grundlage zu schaffen, den Schweigekilometer tatsächlich zu verwirklichen. Über die Plattform betterplace.org haben sie bereits mehr als 6.000 Euro beisammen. Tobias Gaiser ist inzwischen im Gespräch etwa mit Landtagsabgeordneten und dem Innenministerium über die Verwirklichung. Ihm ist wichtig, dass das Projekt auch nach der Abgabe der Bachelorarbeit nicht einfach in der Schublade verschwindet, sondern einen gesellschaftlichen Beitrag leistet.

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