Oberbürgermeister Beck: Bei L277-Brücke bei Tuttlingen müssen Zahlen auf den Tisch

Wie teuer kommt der Ersatz für die Donaubrücke bei Nendingen? Das will OB Michael Beck jetzt von Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer wissen.
Wie teuer kommt der Ersatz für die Donaubrücke bei Nendingen? Das will OB Michael Beck jetzt von Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer wissen. (Bild: Stadt Tuttlingen)

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Wie teuer genau käme eine Behelfsbrücke über die Donau bei Nendingen? Und wie hoch wären die Kosten für einen kompletten Neubau neben der bestehenden Brücke der L277? Um diese Zahlen hat OB Michael Beck jetzt Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer gebeten. „Nur wenn diese Zahlen vorliegen, ist ein fundierter Beschluss des Gemeinderats möglich“, so Beck.

Generell, so OB Michael Beck, steht die Stadt Tuttlingen zu Ihrer Zusage, ein Drittel der Kosten für eine Behelfsbrücke über die Donau zu bezahlen. Allerdings bekräftigt Beck auch seine Aussage, dass die Stadt nicht in der Lage sei, einen Blankoscheck auszustellen und eine beliebig hohe Summe zu mitzutragen: „Als das Thema erstmals bei uns aufschlug, war von 250.000 Euro Kosten die Rede – ein Betrag, von dem wir problemlos ein Drittel hätten übernehmen können“, so Beck in seinem Schreiben an Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer.

„Mittlerweile reden wir von rund drei Millionen, was für uns einen Anteil im siebenstelligen Bereich bedeuten würde.“ Hier gehe auch der Gemeinderat nicht mehr mit: „Entsprechend fiel auch der formelle Beschluss in der jüngsten Sitzung aus.“

Um Klarheit in die Sache zu bringen, bittet Beck nun um eine belastbare Kostenberechnung für die Behelfsbrücke – bislang gibt es hier lediglich eine grobe Kostenschätzung. Außerdem bittet Beck darum, noch einmal durchzurechnen, wie teuer es käme, wenn man nicht am Standort der bestehenden Brücke neu bauen würde sondern ein paar Meter daneben – in diesem Fall könnte die alte Brücke während der Bauarbeiten noch weiter genutzt und erst danach abgerissen werden – weder eine Umleitung noch eine Behelfsbrücke wären nötig.

„Diese Daten sind dringend nötig, um eine Entscheidung fällen zu können, die man auch transparent der Bürgerschaft – und letztlich auch den Steuerzahlern – kommunizieren kann“, so Beck. Er erinnert daran, dass auch das Regierungspräsidium die Idee einer Ersatzbrücke neben der alten Brücke lange favorisiert habe. „Dass diese Variante aus rein grundsätzlichen Überlegungen vom Verkehrsministerium abgelehnt wird, kann ich bis heute nicht nachvollziehen“, so Beck weiter, „und tue mich auch schwer, der Bevölkerung zu erklären, dass aus Tuttlinger Geldern eine Behelfsbrücke mitfinanziert werden soll, obwohl es auch eine möglicherweise ebenfalls bezahlbare Alternative gäbe, die die Behelfsbrücke überflüssig machen würde.“ Würde der Ersatzbau deutlich teurer werden, wäre es natürlich etwas völlig anderes. Aber so lange wir hier keine seriösen Zahlen haben, bleibe diese Frage „im Bereich des Spekulativen“.

(Pressemitteilung: Stadt Tuttlingen)