Der OP-Roboter Da Vinci steht beim Aktionstag im Klinikum Landkreis Tuttlingen im Mittelpunkt. Besucher erhalten Einblicke in moderne Chirurgie und steuern das robotische System selbst.
Der OP-Roboter Da Vinci hat beim Aktionstag „Vom großen Schnitt bis zum robotischen System“ im Klinikum Landkreis Tuttlingen (KLT) zahlreiche Besucher angezogen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Entwicklung der Chirurgie – von klassischen Operationsmethoden bis hin zu robotisch assistierten Eingriffen. Besonders gefragt war die Möglichkeit, den OP-Roboter selbst an einem Vorführsystem auszuprobieren.
Moderne Medizintechnik im Fokus
Ergänzt wurde die Veranstaltung durch eine Ausstellung der Tuttlinger Medizintechnik-Unternehmen Aesculap und KLS Martin. Beide Unternehmen präsentierten Exponate aus ihren Firmenmuseen sowie moderne Produkte, die heute in den Operationssälen des Klinikums zum Einsatz kommen.
Chefarzt Valery Kravtsunov, Leiter der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, war es ein besonderes Anliegen, die Entwicklung der chirurgischen Technik zu zeigen. Gemeinsam mit seinem Ärzteteam setzt er unter anderem 3D-Endoskopiesysteme, Lasersysteme und innovative Operationsverfahren ein. Jährlich werden in Tuttlingen mehr als 1.500 Patientinnen und Patienten am Verdauungstrakt operiert, darunter an Speiseröhre, Magen, Dünn- und Dickdarm, Enddarm, Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und Milz.
Da Vinci unterstützt den Chirurgen
Seit März kommt im Klinikum Landkreis Tuttlingen neben herkömmlichen minimalinvasiven Verfahren auch ein Da Vinci XI-System des Herstellers Intuitive Surgical zum Einsatz. Das robotische System ermöglicht besonders präzise und schonende Eingriffe, arbeitet jedoch nicht eigenständig. Es unterstützt ausschließlich den Chirurgen, der sämtliche Bewegungen steuert.
Wie diese Technik funktioniert, konnten Besucherinnen und Besucher an eigens aufgebauten Vorführsystemen des Herstellers Intuitive im Bereich des Krankenhaus-Cafés selbst testen. Das Angebot stieß auf großes Interesse.
Bedeutung für die medizinische Versorgung
Bei der Eröffnung der Veranstaltung erinnerte Landrat Stefan Bär, Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums, an die Entwicklung der Chirurgie. „Vor 30 Jahren hat man eine Operation noch mit großen Schnitten und lange Liegezeiten verbunden“, sagte er. Nach den Fortschritten der minimalinvasiven Chirurgie sei die robotisch assistierte Chirurgie nun der nächste Entwicklungsschritt.
„Uns war wichtig, dass wir auch bei uns – in unserem Landkreis – den Da Vinci einsetzen. Er steht für den neusten Stand der Technik und bringt wesentliche Vorteile für den Patienten. Ich bin überzeigt, dass dieser Roboter für unser Klinikum ein großer Gewinn ist!“ Ziel sei es, den Menschen im Landkreis Tuttlingen eine hochwertige medizinische Versorgung zu bieten. „Und da können Sie sich auf uns verlassen“, betonte Bär.
Auch Dr. Sebastian Freytag hob die Bedeutung moderner Medizintechnik für die medizinische Versorgung in einer alternden Gesellschaft hervor. Mit Blick auf die robotische Chirurgie sagte er: „Der Zug fährt mit großer Geschwindigkeit.“ Das Klinikum sei zum richtigen Zeitpunkt auf diese Entwicklung aufgesprungen. Dass der Landkreis die Einführung ermöglicht habe und ein Team gut ausgebildeter Konsolenchirurgen zur Verfügung stehe, sei ein großer Vorteil.
Historische Instrumente treffen auf Hightech
Neben moderner Technik bot die Ausstellung auch Einblicke in die Geschichte der Chirurgie. KLS Martin zeigte unter anderem ein Diathermie-Gerät aus dem Jahr 1922 sowie ein modernes Hochfrequenzgerät zum Gewebeschneiden und Veröden von Blutgefäßen. Aesculap präsentierte ein Produktbuch aus dem Jahr 1922 sowie chirurgische Instrumente aus dem 19. Jahrhundert.
Die Medizintechnik-Unternehmen aus Tuttlingen arbeiten eng mit dem Klinikum zusammen und gelten als wichtige Partner bei der Weiterentwicklung moderner Operationsverfahren.
(Quelle: Klinikum Landkreis Tuttlingen)