„Verklärte Nacht“ Professoren und Studenten interpretieren Schönbergs Meisterwerk 

Professoren und Studenten interpretieren Schönbergs Meisterwerk 
Die Violoncello-Professorin Beatriz Blanco und ihre Violinkollegen Prof. Winfried Rademacher musizieren mit den Studierenden Sebastian Gwilt (Violine), Juyeon Park und Larissa Wiest (Viola) sowie Ramiro Carbone (Violoncello). (Bild: HfM Trossingen/bgt)
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Leidenschaft und Begeisterungsfähigkeit, langjährige Erfahrung und frischer Wind – diese Erfolgskombination der traditionsreichen „Open Chamber“-Projekte der Trossinger Streicherklassen prägt auch das bevorstehende Konzert der Violoncello-Professorin Beatriz Blanco und ihrem Violinkollegen Prof. Winfried Rademacher mit ausgewählten Studenten.

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert wird dieses überaus inspirierende Arbeitsmodell praktiziert. Nun stehen am 15. Januar um 19.30 Uhr in der Kleinen Aula der Hochschule für Musik Arnold Schönbergs berühmtes Streichsextett „Verklärte Nacht“ sowie Franz Schuberts Streichtrio-Satz B-Dur D 471 auf dem Programm. Die beiden hochkarätigen Professoren musizieren mit den ambitionierten internationalen Nachwuchskünstler Sebastian Gwilt (Violine), Juyeon Park und Larissa Wiest (Viola) sowie Ramiro Carbone (Violoncello). Der Eintritt ist frei.

Wenige Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts haben dem Streichsextett mehr als nur flüchtige Aufmerksamkeit geschenkt. Neben Brahms und Tschaikowsky gehört Arnold Schönberg mit seinem 1899 geschaffenen Meisterwerk „Verklärte Nacht“ zu jenen Meistern, die sich die Vorteile dieser Gattung zu eigen gemacht haben. Und so darf das Publikum einerseits durch die Besetzung fast sinfonische Klangfülle erwarten, die andererseits auf faszinierende Weise kammermusikalisch durchgearbeitet ist.

Dem spätromantisch-expressionistischen Schlüsselwerk liegt als programmatischer Gedanke das Gedicht „Verklärte Nacht“ von Richard Dehmel zugrunde, eine Poesie voller Zweifel, Sehnsucht, Hoffnung und Naturliebe, die übrigens im Konzert auch rezitiert wird. Schönbergs Komposition war zunächst umstritten und regte bei den ersten Aufführungen durchaus zu emotionalen Ausbrüchen und sogar Faustkämpfen an. Heute jedoch zählt sie zu den berauschendsten und schönsten Klangjuwelen des „Fin de siècle“. Dem gegenüber steht im Konzert Franz Schuberts Streichtrio-Satz in B-Dur von 1816, eine reizende Miniatur der Romantik mit vielen Reminiszenzen an Mozart und Haydn.

Das Konzert wird am 16. Januar um 20 Uhr im Antoniersaal Memmingen in der Konzertreihe „Musik Hier und Jetzt“ wiederholt.

(Pressemitteilung: Staatliche Hochschule für Musik Trossingen)