Aufmerksamkeit und Fürsorge So kommen Haustiere sicher durch die Sommer- und Urlaubszeit

So kommen Haustiere sicher durch die Sommer- und Urlaubszeit
Urlaubsreife Hunde- und Katzenbesitzer, die keine Sitter für ihre Vierbeiner gefunden haben und ihre Tiere nicht in eine Pension geben wollen, können ihre Tiere auch mit auf die Reise nehmen // Symbolbild. (Bild: Pixabay)
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Hohe Temperaturen, lange Urlaubsreisen und Aufenthalte in fremden Ländern stellen in den Sommerferien nicht nur Menschen vor Herausforderungen: Auch ihre Haustiere brauchen in dieser Zeit besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge – sei es zu Hause, unterwegs oder in einer Tierpension.

Vor allem kleinere Tiere leiden nicht erst bei einer regelrechten Hitzewelle unter Stress. Bei ihnen können bereits Temperaturen von 25°C zu einer echten Belastung werden. „Meerschweinchen oder Kaninchen können weder schwitzen noch hecheln, um sich Abhilfe zu schaffen“, sagt Dr. Kathrin Romahn, Leiterin des Fachbereichs Veterinärdienst und Verbraucherschutz beim Landratsamt Sigmaringen.

Deshalb sind sie auf Unterstützung ihrer Besitzer angewiesen. „Gut funktionieren kann zum Beispiel ein leichtes Anfeuchten des im Schatten liegenden Buddelbereichs“, sagt Romahn. „Sehr gut sind außerdem Kühlakkus. Diese müssen aber abgedeckt werden, um nicht zu Verletzungen der Haut zu führen.“ Dafür könnten sie beispielsweise unter ein Backblech oder unter Tontopfuntersetzer gelegt werden. „Am wichtigsten ist allerdings, dass immer ausreichend Schattenplätze vorhanden sind.“

Vorsicht ist hingegen beim Umgang mit Ventilatoren geboten. „Direkter Zug kann sehr schnell zu Bindehautentzündungen und Erkältungen führen“, sagt Romahn, die auch davon abrät, feuchte Tücher auszulegen. Denn diese erhöhen gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit.

Auf keinen Fall dürfen Tiere in parkenden Autos zurückgelassen werden. „Bei Sonne und 20 Grad Außentemperatur herrschen in einem Auto bereits nach 60 Minuten 46 Grad“, sagt die Expertin. Bei hohen Außentemperaturen würden nicht zu kompensierende Hitzebelastungen regelmäßig bereits nach 20 Minuten erreicht. Bereits nach einer halben Stunde droht den Tieren in diesem Fall ein Hitzeschlag. Dieser wiederum kann schnell zu irreversiblen Schäden oder sogar zum Tod der Tiere führen.

Während eines Urlaubs, auch bei einer kürzeren mehrtägigen Reise, dürfen Tiere nicht sich selbst überlassen werden. Weil sich die Suche nach einem Tiersitter für die Zeit der Abwesenheit manchmal als schwierig erweist, gibt es im Landkreis Sigmaringen verschiedene Pensionen für Hunde und Katzen. Diese müssen sich ihre Tätigkeit im Vorfeld tierschutzrechtlich genehmigen lassen. Dafür müssen die Betreiber geeignete Räume und gute Sachkunde hinsichtlich der Bedürfnisse der betreuten Tiere vorweisen, was vom Veterinäramt auch regelmäßig kontrolliert wird.

Urlaubsreife Hunde- und Katzenbesitzer, die keine Sitter für ihre Vierbeiner gefunden haben und ihre Tiere nicht in eine Pension geben wollen, können ihre Tiere auch mit auf die Reise nehmen. Zumindest rechtlich ist das innerhalb Deutschlands unproblematisch möglich – vorausgesetzt, in der Urlaubsunterkunft sind Tiere erlaubt.

Sobald die Reise jedoch in andere Länder führt, muss das Tier gechippt sein und vom blauen EU-Heimtierausweis mit eingetragener Tollwutimpfung begleitet werden. Länder wie Finnland, Irland und Malta machen nochmals gesonderte Vorgaben. Bei Reisen außerhalb der EU gelten zudem weitere Regelungen, zu denen die jeweilige Botschaft Auskunft geben kann. Oft ist es dann auch nötig, insbesondere für die Rückreise, im Vorfeld einen Antikörpernachweis für Tollwut zu erbringen. Entsprechende Informationen dazu stellt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf seiner Internetseite bereit.

Wer mit Tieren unterwegs ist, muss aber noch an einige andere Dinge denken. So muss das Tier im Auto gesichert sein, zum Beispiel mit Hilfe von Absperrgittern, Transportboxen oder Autogurten. Sinnvoll ist auch die Mitnahme einer Notfalltierapotheke, saugfähiger Tücher und Beutel sowie einer Schüssel für ausreichend Trinkwasser. „Um den Tieren Stress und Hitze bei Stau und direkter Sonneneinstrahlung zu ersparen, bietet es sich an, nachts zu fahren“, sagt Dr. Kathrin Romahn.

Im Flugzeug dürfen Tiere mit bis zu 5 Kilogramm Körpergewicht oft in einer Transporttasche in der Kabine reisen. Größere Tiere werden in Transportboxen im Gepäckraum untergebracht. „Flugreisende sollten sich diesbezüglich rechtzeitig über die jeweiligen Vorgaben der Fluggesellschaft informieren“, sagt Romahn.

(Pressemitteilung: Landkreis Sigmaringen)