Landtagswahl Ilona Boos schnappt sich im Wahlkreis Sigmaringen den Sieg

Ilona Boos schnappt sich im Wahlkreis Sigmaringen den Sieg
Auf Anhieb schaffte die CDU-Kandidatin Ilona Boss den Sprung in den Landtag. Sie folgt auf Klaus Burger, der nach 14 Jahren im Parlament nicht mehr antrat. (Foto: Ilona Boos CDU/Kreisgeschäftsstelle)

Mit einem fulminanten Ergebnis holte sich Ilona Boss (CDU) das Direktmandat im Wahlkreis Sigmaringen. Bei den Erststimmen lag sie mit 43,1 Prozent der Stimmen weit vor Andreas Strobel (AfD) der 25,2 Prozent für sich verbuchen konnte. Als Drittplatzierte ging Hanna Deborah Stauß durchs Ziel, auf sie entfielen 17,5 Prozent.

Ein verändertes Bild zeigte das Ergebnis der Zweitstimmen. Die CDU erreichte mit 36,5 Prozent das beste Ergebnis, doch hier legten die Grünen dann deutlich zu. 22, 2 Prozent reichten dennoch nur für den dritten Platz, denn die AfD belegte auch hier, trotz geringer Verluste zum Erststimmenergebnis, mit 24,5 Prozent Platz zwei.

Alle anderen Parteien/Gruppierung waren abgeschlagen, sogar die SPD mit Ramona Fuchs kam mit 4,6 Prozent (Erststimmen) und 3,6 Prozent (Zweitstimmen) nicht über eine Statistenrolle hinaus.

Ilona Boos äußert sich

Die neugewählte Boos wirft einen Blick auf das Wahlergebnis: „Rund 1,6 Millionen Baden-Württemberger haben der Christlich Demokratische Union gestern ihre Stimme gegeben – ein gewaltiger Vertrauensbeweis. Wir haben deutlich zugelegt und konnten viele Direktmandate zurückgewinnen, gerade auch in unserem Bezirksverband Württemberg-Hohenzollern.“

Überwältigt ist die „frischgebackene“ Landtagsabgeordnete vom Ergebnis: „Ein tief empfundenes und persönliches Dankeschön geht an die Menschen in meiner Heimat, im Wahlkreis Sigmaringen, die mich mit großartigen 43,1 Prozent der Erststimmen beauftragt haben, unsere Region im Landtag in Stuttgart zu vertreten. Dieser Zuspruch ist für mich Auftrag und Motivation zugleich. Landesweit haben wir hiermit in der CDU das viertbeste Ergebnis für uns verbuchen können, bei den neuen Kandidatinnen und Kandidaten liegen wir sogar auf Platz 1. Über dieses Ergebnis freue ich mich sehr.“

Mit Bedauern blickt Boos auf das CDU-Endergebnis: „Wahr ist allerdings auch, am Ende hat es für unser großes Ziel, bei den Zweitstimmen stärkste Kraft zu werden, damit Manuel Hagel der nächste Ministerpräsident in Baden-Württemberg wird, nicht gereicht. Damit müssen wir nun verantwortungsvoll und besonnen umgehen.“

Die neugewählte Abgeordnete zieht zudem ein bitteres Fazit über das Finale des Wahlkampfes: „Nachdenklich stimmt mich jedoch der Stil der letzten Tage. Die persönlichen Angriffe und Diffamierungen gegen unseren Spitzenkandidaten Manuel Hagel waren eines demokratischen Wettbewerbs nicht würdig. Politik muss hart in der Sache sein – aber respektvoll im Umgang.

Die Wählerinnen und Wähler hier im Wahlkreis haben dennoch klar entschieden: Mit dem Gewinn des Direktmandats haben sie mir ihr Vertrauen ausgesprochen. Dafür danke ich sehr herzlich. Dieses Vertrauen ist für mich Auftrag, die Interessen unserer Region kraftvoll in Stuttgart zu vertreten. Mein Dank gilt allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die diesen Wahlkampf mit großem Engagement getragen haben. Wir haben fair, inhaltlich und mit klarer Haltung gekämpft.“

Dankbarkeit bei Hanna Deborah Stauß   

Hanna Deborah Stauß (Bündnis 90/Die Grünen) äußerte sich zu Ihrem Ergebnis: „Ich hatte eine sehr kurze Nacht, bei mir war bis zum Schluss nicht klar, ob es für mich in den Landtag reicht oder nicht, weil ich auf Platz 57 der Listenstand. Leider schaffe ich den Einzug nicht, freue mich aber sehr für meine Parteikollegin Anna Wiech (Wahlkreis Ravensburg)!“

Offensichtlich hat Stauß sich viele Gedanken über den Wahlkampf und das Endergebnis gemacht: Es war eine krass spannende Aufholjagd der Grünen. Cem Özdemir hat extrem viele Nichtwähler erreicht und die Wahlbeteiligung ist gestiegen. Das sind wichtige demokratische Erfolge. Für uns Grüne ist es auch ein besonderer Erfolg, denn die 15 Jahre Kretschmann-Ära sind nicht zu Ende, sondern werden mit Özdemir weitergeführt. ‚Aus Kretsch wurde Cem‘, wie auch Boris Palmer sagt und die kommenden 5 Jahre bleiben weiter in Grün geführter Regierung. Das ist unglaublicher Erfolg!“

Betroffenheit ist ihren Worten zum Abschneiden der AfD zu entnehmen: „Besorgniserregend finde ich dennoch das Erstarken der AfD gerade bei uns im ländlichen, darin sehe ich einen wichtigen Auftrag für die Parteien der Mitte. Wir müssen dieses Signal ernst nehmen und nicht mit Empörung, sondern inhaltlich darauf reagieren.“

Dankbar blickt Stauß auf die Wahlkampfzeit zurück: „Für mich persönlich war es eine sehr lehrreiche Zeit mit unglaublich spannenden Erfahrungen und Begegnungen, die ich nicht missen will. Ich danke allen, die diesen Wahltag organisiert haben und wünsche den künftigen Mandatsträgern einen klaren Kompass. Für meinen Wahlkreis wünsche ich Ilona Boos von Herzen alles Gute. Ich habe auch ihren engagierten Wahlkampf verfolgt und wünsche ihr viel Kraft für dieses Amt.“