Spannende Reise in den Süden Wangener Jungstörche: Eine Spur verliert sich

Wangener Jungstörche: Eine Spur verliert sich
Die jungen Störche vom Wangener Rathaus haben ihre Reise in den Süden angetreten. Dank kleiner Sender lassen sich ihre Flugrouten bis nach Spanien und Marokko verfolgen. (Bild: Stadt Wangen / sum)
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Fünf junge Störche aus Wangen wurden mit Sendern ausgestattet. Ihre Reisen führten bis nach Spanien und Marokko – doch nicht alle Aufenthaltsorte sind bekannt.

Was wurde eigentlich aus den jungen Störchen, die in diesem Jahr auf dem Rathaus und am Milchpilz in Wangen im Allgäu aufgewachsen sind? Dank kleiner Sender lässt sich ihre Reise in Richtung Süden nachvollziehen. Die aktuellen Auswertungen des Naturschutzbundes (NABU) zeigen, welche Strecken die Vögel zurückgelegt haben und wo ihre letzten bekannten Aufenthaltsorte liegen.

Anfang Juni wurden vier Jungstörche auf dem Rathaus und ein weiterer am Milchpilz beringt und mit Sendern ausgestattet. Die nur 22 Gramm schweren Geräte werden über Solarzellen mit Energie versorgt und übermitteln alle zwei Stunden Standortdaten, sofern eine Verbindung zum Empfangsnetz besteht.

Von Wangen bis nach Marokko

Besonders weit kam Jungstorch Fritz. Er legte laut der App „Animal Tracker“ mehr als 2.697 Kilometer zurück und durchquerte dabei sechs Länder. Sein letztes bekanntes Signal stammt vom 26. September aus der Nähe von Casablanca in Marokko.

Auch Friedrich hat eine beachtliche Reise hinter sich. Nachdem er Ende Juni bei einem Flugversuch offenbar abgestürzt war, wurde er von NABU-Helfern versorgt und wieder freigelassen. Anschließend flog er über die Schweiz und Frankreich bis nach Südspanien. Dort wurde er am 18. August zuletzt geortet. Insgesamt legte er 1.896 Kilometer zurück.

Jungstorch Freya ließ sich dagegen etwas mehr Zeit. Nach mehreren Zwischenstopps erreichte sie Anfang September das spanische Ebrodelta. Dort wurde sie noch am 9. Oktober geortet. Ob sie in der Region überwintert, ist bislang offen.

Was ist mit Frieda und Ludwig passiert?

Weniger Klarheit gibt es über das Schicksal der beiden anderen Jungstörche.

Frieda stürzte vermutlich am 10. Juli ab. Der NABU Wangen brachte den Vogel in Sicherheit, versorgte ihn und ließ ihn anschließend in gutem Zustand nahe dem Elitzer See wieder frei. Am 12. Juli wurde das letzte Signal empfangen. Wo sich Frieda seitdem aufhält, ist unbekannt.

Auch Ludwig, der einzige überlebende Jungstorch aus dem Nest am Milchpilz, machte sich auf den Weg nach Spanien. Sein letztes Signal vom 16. August stammt aus dem Bereich einer Einrichtung zur Versorgung und Rehabilitation von Wildtieren in der Region Murcia. Ob Ludwig dort tatsächlich aufgenommen wurde und wie es ihm geht, ist nicht bekannt.

Fehlende Signale bedeuten nicht das Schlimmste

Dass von mehreren Störchen keine aktuellen Standortdaten vorliegen, muss kein schlechtes Zeichen sein. Wie Senderentwickler Georg Heine erklärt, ist das verwendete Funksystem in Teilen Nordafrikas nicht verbreitet. Dort fehlen Empfangsstationen, die die Daten weiterleiten könnten.

Die Informationen werden jedoch gespeichert und können möglicherweise ausgelesen werden, wenn die Vögel im kommenden Frühjahr wieder Europa erreichen.

Der NABU Wangen will die Zugbewegungen und Aufenthaltsorte der Jungstörche weiterhin beobachten. Auch ältere Senderdaten aus den Jahren 2024 und 2025 werden ausgewertet. Die Experten hoffen, dadurch weitere Erkenntnisse über die Winterquartiere der Wangener Weißstörche zu gewinnen.

(Quelle: Stadt Wangen)

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