Mama, ich wünsche mir vom Christkind ein Tier. Dieser Wunsch steht bei vielen Kindern ganz weit oben. Ein Tier benötigt aber lebenslange Fürsorge und kann nicht einfach umgetauscht werden. Die Tierheime in Sigmaringen und Bad Saulgau vermitteln daher aktuell keine Tiere.
Bis Weihnachten sind es nur noch wenige Wochen und in vielen Familien werden immer noch fleißig Wunschzettel geschrieben. Bei Kindern besonders beliebt sind Hunde, Katzen, Kaninchen oder auch ein Hamster. Die Verlockung, den lang ersehnten tierischen Freund unter den Weihnachtsbaum zu setzen, oder den Opa, der alleine ist, mit einem Tier als Gesellschaft zu überraschen, ist groß.
Tierheime sind meist chronisch überfüllt
Der Tierschutzverein Bad Saulgau mit seinen beiden Tierheimen in Sigmaringen und Bad Saulgau rät auf seiner Homepage dringend davon ab, Tiere als Weihnachtsüberraschungen zu verschenken.
Die Anschaffung eines Tieres ist eine langfristige Entscheidung, die gut überlegt sein muss. Tiere sind Lebewesen mit individuellen Bedürfnissen, die Zeit, Geld und Verantwortung erfordern. Sie unüberlegt zu verschenken, führt oft dazu, dass sie früher oder später in den ohnehin meist chronisch überfüllten Tierheimen abgegeben werden, heißt es weiter.
„Tier und Tierhalter müssen sich im Vorfeld kennenlernen“
„Ein Tier ist keine Sache, die man einfach umtauschen kann, wenn sie nicht gefällt oder die man weiterverschenken kann, wenn man genug davon hat“, erklärt Martin Grillenberger. Es sind fühlende Lebewesen. Tierhalter müssen bereit sein, über viele Jahre Verantwortung zu übernehmen. Die Entscheidung für ein Tier muss gut überlegt sein und ganz bewusst von der Person getroffen werden, die dem Tier ein Zuhause gibt.“ Wichtig sei vor dem Einzug von Hunden und Katzen auch, dass sich Tier und der zukünftige Tierhalter im Vorfeld kennenlernen, um zu schauen, ob die Chemie passt.
Unüberlegt verschenkte Tiere enden oft im Tierheim
Viele tierische Weihnachtsgeschenke landen nach den Feiertagen oder im Laufe des neuen Jahres im Tierheim – oft spätestens dann, wenn die Urlaubszeit ansteht und sich keine Betreuung finden lässt. Viele Beschenkte unterschätzen den Aufwand, die Zeit oder das Geld, welche die Haltung mit sich bringt, sagt Grillenberger. Eltern stellen nach einiger Zeit fest, dass die Versorgung doch an ihnen hängen bleibt, obwohl die Kinder versprochen hatten, mit dem Hund Gassi zu gehen oder das Katzenklo zu säubern. Man könne sich in solchen Situationen nicht darauf verlassen, dass ein Tierheim sich dann schon kümmern wird, wenn man das Tier dann loswerden wolle, warnt Grillenberger.
Keine Vermittlung zur Weihnachtszeit
Um einen neuen und geeigneten Menschen für ein Tier zu finden, ist es zwingend erforderlich, dass eine gegenseitige Sympathie besteht – und dafür ist ein persönliches Kennenlernen unerlässlich. Aus diesen Gründen vermittelt das Tierheim Sigmaringen und das Tiernestle in Bad Saulgau vom 20. Dezember bis 6. Januar 2026 keine Tiere.
Martin Grillenberger empfiehlt, zunächst einen Ratgeber über das gewünschte Tier unter den Weihnachtsbaum zu legen und sich gemeinsam über die Weihnachtsfeiertage in aller Ruhe über die Bedürfnisse eines tierischen Familienmitgliedes zu informieren.
Weitere Infos zu den beiden Tierheimen gibt es unter https://www.tierheim-sigmaringen.de/de/aktuelles/meldungen/Weihnachten-2025.php
(Quelle: Tierschutzverein Bad Saulgau/Presse)