Störche in Ehingen Störche in Ehingen – Schutz, Nestmanagement und Verantwortung

Störche in Ehingen – Schutz, Nestmanagement und Verantwortung
Die Zahl der Storchennester in Ehingen ist innerhalb eines Jahres deutlich angestiegen. (Bild: Alexandra Henle)
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Wenn Störche zu sehen sind, deutet dies meist darauf hin, dass der Frühling naht und die Temperaturen steigen. In dieser Zeit suchen Storchenpaare nach Nistplätzen und beginnen, ihre Nester für den Nachwuchs zu bauen. Auch in Ehingen lässt sich eine zunehmende Zahl an Störchen und damit Nestern beobachten – Ende 2025 gab es 24 Nester und 41 Jungstörche.

Störche brüten in Kolonien, was bedeutet, dass sie sich in unmittelbarer Nähe voneinander niederlassen und ihre Nester erbauen. Das dient vor allem dem Erhalt und der Pflege der Brut.

Einmal belegte Brutstätten bleiben Anlaufpunkt für die Vögel, an den sie nach dem Winter zurückkehren. Die fleißigen Nestbauer sind nicht nur fleißig und rasch im Wohnungsbau, bereits nach zwei Tagen ist das Nest fertiggestellt und die Brut kann beginnen, sondern auch äußerst hartnäckig. Ist ein Brutplatz erst mal ins Auge gefasst, wird so schnell nicht mehr von ihm abgelassen.  

Die Fürsorge für die Storchennester definiert sich nach dem Standort, er ist ausschlaggebendes Kriterium für Pflege und Verantwortung. Nester auf städtischen Gebäuden und Flächen werden von der Stadt Ehingen betreut, der Landkreis ist hingegen für jene zuständig, die sich in deren Zuständigkeitsbereich befinden. Für die Nester auf privaten Grundstücke und Gebäuden obliegt die Verantwortung den jeweiligen Eigentümern.  

Da nicht alle Orte für den Nestbau geeignet sind und aus menschlicher Perspektive eher für unvorteilhaft befunden werden, können Rückbauten zum Tragen kommen. Generell gilt jedoch ein Schutz der Fortpflanzungs- und Ruhestätten des Weißstorches, der zu den streng geschützten Vogelarten in Europa zählt.

Sollte eine Rückbaumaßnahme erforderlich sein, ist daher in jedem Fall vorab Kontakt mit der unteren Naturschutzbehörde aufzunehmen.

Die Entfernung von Nestern (mit entsprechender Ausnahmegenehmigung) ist grundsätzlich nur außerhalb der Brutzeit (zwischen dem 31.08. und dem 31.01.) möglich.

Damit ungeeignete Stellen erst gar nicht von den Vögeln favorisiert werden,  

können verschiedene bauliche Maßnahmen ein Nisten verhindern. Eine bewährte Methode ist die Montage sogenannter „Napoleonhüte“ auf Kaminen oder Dachflächen. Diese müssen jedoch so gestaltet sein, dass sie an den Enden keine „Gegenschwünge“ aufweisen und die Enden glatt auslaufen, um das Absetzen von Zweigen oder anderen Nestmaterialien zu verhindern.

Von Mitte Februar bis Ende April ist besondere Aufmerksamkeit geboten, da Störche in dieser Zeit mit dem Nestbau beginnen. Gerade Kamine oder Dächer sind beliebte Nistplätze und sollten daher regelmäßig auf Nestbauaktivitäten untersucht werden.

Unterstützung für Bürgerinnen und Bürger

Bei Fragen oder Anregungen wenden Sie sich gerne an Herrn Kohlruss, Storchenberater (Telefon 0176 43462161, E-Mail [email protected]), und Michael Heim (Telefon 07391 503-257, E-Mail [email protected]) des Fachbereichs Naturschutz und Landschaftspflege der Stadt Ehingen.

(Quelle: Stadt Ehingen)