Neues Vereins- und Kletterzentrum des DAV: Entwurf wird zugestimmt

Neues Vereins- und Kletterzentrum des DAV: Entwurf wird zugestimmt
Blick von der Freifläche auf der Südseite auf die Glasfront und die Terrasse des Gebäudes mit der Kletterhalle auf der rechten und der Boulderhalle auf der linken Seite. (Bild: DAV Ravensburg)

Im Rechenwies in Ravensburg soll ein neues Vereins- und Kletterzentrum entstehen. Der DAV Ravensburg ist bei der Realisierung jetzt einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Nach aktuellen Planungen beginnen die Bauarbeiten im Jahr 2025.

Bei der Jahreshauptversammlung in der Mensa des Spohn-Gymnasiums stimmten die Mitglieder am Mittwochabend dem vorgelegten Entwurf und dem Finanzierungskonzept ohne Gegenstimmen zu und beauftragten den Lenkungsausschuss des Vereins mit den weiteren Schritten. Grundlage ist ein Entwurf des Ravensburger Architekturbüros Wurm.

17 Meter hohe Kletterhalle

Die neue Heimat von Ravensburgs größtem Sportverein soll auf dem Areal Meersburger Straße Ecke Brühlstraße Ecke Escher-Wyss-Weg im Stadtteil Rechenwies entstehen. Die Kletterer, Bergsportler und Triathleten könnten ihr neues Heim möglicherweise schon Mitte 2026 beziehen.

Das neue Vereins- und Kletterzentrum des DAV Ravensburg ist als moderner dreigliedriger Gebäudekomplex geplant. Die rund 17 Meter hohe Kletterhalle und die flacher angelegte Boulderhalle mit jeweils rund 1.200 Quadratmetern Kletterfläche verbindet ein zweistöckiger Trakt mit Flachdach, in dem sich die Geschäftsstelle, das Bistro, die Jugendräume, die Seminar- und Übungsräume sowie die Umkleiden und Duschen befinden.

Spielplatz, Grillplatz und mehr ist angedacht

Der Haupteingang ist an der Nordseite zur Escher-Wyss-Straße gelegen. Eine Glasfront und eine Terrasse öffnen das Gebäude zu der südlich gelegenen Freifläche. Dort sollen an den Außenwänden der Kletterhalle weitere Klettermöglichkeiten entstehen. Wie die Außenanlage weiter gestaltet wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen im Detail – angedacht sind ein Spielplatz, naturnahe Flächen, ein Grillplatz sowie ein Areal für Ausbildungen wie Mountainbike-Fahrkurse. Alle Gebäudeteile, Hallen und Außenanlagen sind für Menschen mit Behinderungen ausgelegt.

Mittelpunkt für das Vereinsleben der Bergsportler

„Wir sind sehr froh, dass der Entwurf unsere Mitglieder überzeugt hat“, sagte Markus Braig, Sprecher des Vorstands des DAV. „Für den Lenkungsausschuss war der Entwurf des Architektenbüros Wurm mit Abstand der durchdachteste, weil der Entwurf die verschiedenen Funktionen, die das Zentrum für unsere Mitglieder erfüllen muss, so gut aufeinander bezogen und miteinander vereinbart hat.“ Hintergrund ist das Ziel des DAV Ravensburg, mit dem neuen Komplex nicht nur eine Sportstätte zu schaffen, sondern einen neuen Mittelpunkt für das Vereinsleben der Bergsportler.

Auch für Nicht-Mitglieder offen

„Wir wollen alle Mitglieder auf diesem Weg mitnehmen. Unser neues Heim soll ein Zentrum werden, das von unseren Mitgliedern geplant und für unsere Mitglieder konzipiert ist“, erläuterte Braig weiter. Dabei steht das neue Zentrum ausdrücklich auch Nicht-Mitgliedern offen.

Die Investitionssumme beläuft sich auf ein Gesamtvolumen von rund acht Millionen Euro. Der DAV Ravensburg wird diese Summe durch Eigenmittel, Zuschüsse (DAV-Hauptverband, Württembergische Landessportbund, Sportverband Ravensburg und Stadt Ravensburg), Sponsoring-Einnahmen und Bank-Darlehen bei regionalen Instituten aufbringen.

„Projekt ist durchdacht und realistisch finanziert“

Grundlage ist ein detailliertes Finanzierungskonzepts, das der DAV Ravensburg mit externer fundierter Unterstützung erarbeitet hat und das sowohl eine Analyse der Finanzsituation der vergangenen Jahre als auch eine Zukunftsplanung mit Businessplan und Betriebskonzept für das neue Vereins- und Kletterzentrums umfasst. „Unser Projekt ist durchdacht und realistisch finanziert, weil der Finanzplan auf sehr konservativen Annahmen unserer Einnahmen beruht, wenn das Vereinszentrum in Betrieb ist“, erläuterte Marc Walser, der Schatzmeister des DAV Ravensburg.

Vorgesehen ist, dass der DAV Ravensburg sein aktuelles Vereinsheim hinter dem Hauptsportplatz des TSB Ravensburg aufgibt und mit Vereinsheim und Geschäftsstelle an den neuen Standort umzieht. Dort will der Verein die über die gesamte Stadt verteilten Kletter-Aktivitäten an einem Ort zusammenziehen und sowohl den Kinder- und Jugendgruppen als auch den Leistungssportlern angemessene Trainingsmöglichkeiten bieten. Klettern und Bouldern boomt nach wie vor, die Wartelisten, um in die Gruppen zu kommen, sind lang. Mit dem neuen Zentrum wird der DAV Ravensburg dem Klettern als gesellschaftlich anerkannten Sport in der ganzen Region den Raum einräumen, den er braucht.

Derzeitiges Heim reicht für mehr als 10.000 Mitglieder nicht aus

Das derzeitige Heim des DAV Ravensburg in Rechenwies zwischen den Sportanlagen des TSB Ravensburg und der Bundesstraße 30 reicht für einen Verein mit rund 10.000 Mitgliedern, die aus Ravensburg und der angrenzenden Region stammen, nicht aus. Die aktiven Abteilungen, neben der Familiengruppe, den Senioren und den Triathleten vor allem die zunehmend schneller wachsenden Jugendgruppen des Bergsportvereins, sehen sich in ihrer sportlichen Entwicklung aber auch in ihrem gesellschaftlichen Miteinander zunehmend eingeschränkt. Das neue Zentrum soll zudem die Möglichkeit schaffen, in den olympischen Sportarten Klettern und Triathlon Angebote auf Leistungsniveau zu machen und Wettkämpfe auszurichten.

Für die Stadt Ravensburg ist das Vereins- und Kletterzentrum ein weiteres Puzzlestück um das Areal westlich des Bahnhofs zu einem attraktiven Stadtquartier zu entwickeln.

(Quelle: DAV Ravensburg)