Jugendliche des BBW erleben Gemeinschaft und Spiritualität in Taizé

Jugendliche des Berufsbildungswerks (BBW) Ravensburg und ihre Begleitpersonen haben gute Erfahrungen bei einem einwöchigen Aufenthalt in Taizé gemacht.
Jugendliche des Berufsbildungswerks (BBW) Ravensburg und ihre Begleitpersonen haben gute Erfahrungen bei einem einwöchigen Aufenthalt in Taizé gemacht. (Bild: Stiftung Liebenau)

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Tiefgreifende Erfahrungen haben acht junge Erwachsene, die das Berufsbildungswerk (BBW) Ravensburg der Stiftung Liebenau besuchen, bei einem achttägigen Aufenthalt in der ökumenischen Kommunität Taizé in Frankreich machen können. Gelebte Spiritualität, einfaches Leben und die Gemeinschaft mit 700 Jugendlichen aus aller Welt hinterließen einen nachhaltigen Eindruck.

Zu sich selbst und zu Gott finden

„Unsere Jugendlichen waren ganz erfüllt von dem, was sie in Taizé erlebt haben“, berichtet die Religionspädagogin Herta Maria Deiber, die die Fahrt zusammen mit zwei Kollegen vom BBW –Nikolas Berger (Bildungsbegleiter) und Wolfgang Strobel (Ausbilder) – begleitet hat.

Das Ziel: „Wir wollten den jungen Menschen die Möglichkeit geben, eine Erfahrung mit dem lebendigen Gott zu machen, zur Ruhe zu kommen und dabei zu sich selbst und zu Gott zu finden, ohne ihnen einen Glauben überzustülpen“, erklärt Herta Maria Deiber. An der Fahrt teilgenommen haben acht Schüler der Josef-Wilhelm-Schule, eine Sonderberufsschule des BBW für junge Menschen mit erhöhtem Förderbedarf.

Wohltuende Rituale

Die acht jungen Erwachsenen tauchten eine Woche lang in das spirituelle Leben der Ordensgemeinschaft von Taizé ein. Der Tagesablauf ist dort klar strukturiert und sieht feste Zeiten für Gottesdienste, Gebet und Stille, Bibeleinführungen mit Gesprächen in Kleingruppen und Arbeitsaufträge vor. „Diese Rituale waren eine sehr gute Erfahrung für unsere Jugendlichen.

Gottesdienste, bei dem die Teilnehmenden auf dem Boden sitzen und Kerzen halten, gehören dreimal täglich zum festen Tagesablauf in Taizé.
Gottesdienste, bei dem die Teilnehmenden auf dem Boden sitzen und Kerzen halten, gehören dreimal täglich zum festen Tagesablauf in Taizé. (Bild: Stiftung Liebenau)

Sie lernten, wie wenig sie zum Leben brauchen und wie wohltuend Ruhe sein kann“, sagt Herta Maria Deiber und nennt Beispiele: einfaches Essen, wenig Handy, eine Woche lang im Zelt leben, geduldig in der Essenschlange stehen und aktiv am Zusammenleben mitwirken. Konkret hatte die Gruppe aus Ravensburg die Aufgabe, vor den Gottesdiensten Schilder mit der Aufschrift „Silence“ (Ruhe) zu halten und bei der Essenausgabe mitzuhelfen. Besonders berührend seien die Taizé-Gesänge gewesen: „Da bekamen unsere Jugendlichen sogar eine Gänsehaut“, erzählt die Religionspädagogin.

Gemeinschaft erleben

Herta Maria Deiber konnte bei einigen Jugendlichen beobachten, wie positiv sich die Erlebnisse auf deren Persönlichkeitsentwicklung auswirkten und wie selbstständig sie sich in den Tagesablauf einfügten. Besonders prägend sei der Kontakt, der Austausch und die Gemeinschaft mit anderen Jugendlichen gewesen, die aus einem ganz anderen Lebenskontext und oft auch aus anderen Ländern stammten.

„Dieses freundliche, vorbehaltlose Miteinander war dabei besonders prägend“, sagt die Religionspädagogin und denkt dabei zum Beispiel an die Abende, an denen Jugendliche im Kreis saßen und gemeinsam Lieder bei Gitarrenbegleitung sangen. Für viele sei dies ein ganz neues Erlebnis gewesen. Wegen der guten Erfahrungen plant das BBW Ravensburg im nächsten Jahr wieder eine Fahrt nach Taizé für interessierte Schüler.

(Pressemitteilung: Stiftung Liebenau)