Vier Jugendliche aus Ravensburg reisen zum Eurolys Camp nach Italien und setzen sich mit Erinnerungskultur, Demokratie und Freundschaft auseinander. Die Begegnung findet rund um die Gedenkfeier auf dem Colle del Lys statt.
Vier Mitglieder des Ravensburger Schülerrats – Elisa, Jana, Jasmin und Helena – nahmen auch in diesem Jahr am internationalen Eurolys Camp auf dem Colle del Lys in der Nähe von Turin teil. Gemeinsam mit Jugendlichen aus der italienischen Partnerstadt Rivoli, der spanischen Partnerstadt Mollet del Vallès sowie weiteren Ländern verbrachten sie ein intensives Wochenende im Zeichen der Erinnerungskultur.
Eurolys Camp erinnert an den Widerstand
Rivoli ist seit 1983 Partnerstadt von Ravensburg. Ein prägender Teil ihrer Geschichte ist der Widerstand der Bevölkerung gegen die nationalsozialistische Besetzung am Ende des Zweiten Weltkriegs.
An jedem ersten Sonntag im Juli wird auf dem Colle del Lys eine Gedenkfeier veranstaltet. Seit 1996 findet rund um diese Veranstaltung das internationale Eurolys Camp statt. Junge Menschen aus Rivoli und den Partnerstädten beschäftigen sich dabei mit den Themen Erinnerungskultur, Demokratie und Freundschaft. Geschichte wird für die Teilnehmenden erlebbar, indem sie sich intensiv mit dem Leben der Partisanen auseinandersetzen.
Auf den Spuren der Partisanen
Während Wanderungen, in Diskussionsgruppen und bei der Gedenkfeier begaben sich die Jugendlichen auf die Spuren der Partisanen.
Während der nationalsozialistischen Besetzung am Ende des Zweiten Weltkriegs führte eine Partisanenbrigade rund um den Gebirgspass Colle del Lys Sabotageakte gegen Versorgungswege und Eisenbahnlinien durch. Als Gegenmaßnahme durchkämmten Nationalsozialisten im Juni 1944 die Region. Dabei gerieten 26 Partisanen in ihre Hände. Sie wurden gefoltert und schließlich erschossen.
Erinnerung als Auftrag für die Zukunft
Das Eurolys Camp soll dazu beitragen, die Erinnerung an diese Ereignisse wachzuhalten und sich aktiv gegen das Vergessen einzusetzen. Auf den diesjährigen Camp-T-Shirts steht deshalb ein Zitat von Romano Vignolini, dessen Brüder als Partisanen auf dem Colle del Lys kämpften: „Erinnerung muss gepflegt werden, ein Volk ohne Erinnerung ist ein Volk ohne Zukunft.“
Elisa, Jana, Jasmin und Helena ziehen ein positives Fazit. Das Camp habe ihnen neue Horizonte eröffnet, ihr Wissen über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus erweitert und ihnen viele neue Freundschaften sowie eindrucksvolle Erfahrungen ermöglicht.
Die Stadt Ravensburg unterstützte die Teilnahme der vier Jugendlichen im Rahmen der internationalen Städtepartnerschaften finanziell.
(Quelle: Stadt Ravensburg)