Amphibiengewässer Eldorado für Grasfrösche: Der Tümpel im Laubbronner Ried

Die Sanierung des Tümpels im Laubbronner Ried erfolgte im Februar 2024.
(Bild: BUND)

Die Sanierung von Amphibiengewässern im Zuge des Projekts „220 Amphibiengewässer“ mit Fokus auf den Grasfrosch und die Erdkröte ist landesweit in vollem Gange. Im Landkreis Ravensburg wurden fünf Gewässer saniert, darunter auch der Tümpel im Laubbronner Ried in Aulendorf.

Bei dem Projekt sollen in ganz Baden-Württemberg insgesamt 220 Gewässer so instandgesetzt werden, dass diese für Amphibien wieder zum Laichen geeignet sind. Das Projekt läuft seit Juli 2022.  Es wird vom Umweltministerium finanziert und in Kooperation mit dem Amphibien/Reptilien-Biotopschutz BW und dem NABU BW durchgeführt. Mittlerweile wurden im Rahmen des Projekts bereits 90 Gewässer in Baden-Württemberg wiederhergestellt, weitere 82 sind konkret geplant.

Begehung in Aulendorf

Tobias Hornung, Biodiversitätsmanager des Landschaftserhaltungsverbandes Ravensburg, Bertrand Schmidt von der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Ravensburg, Karl Johannes Henzler vom NABU Altshausen-Aulendorf, Bruno Sing vom BUND Aulendorf und Projektleiterin Sarah Christmann vom BUND Baden-Württemberg haben sich am Tümpel im Laubbronner Ried überzeugt: Grasfrösche haben bereits wieder abgelaicht und es sind schon viele Kaulquappen im Wasser.

v.l. Tobias Hornung, Karl Johannes Henzler, Bertrand Schmidt, Sarah Christmann, Bruno Sing. (Bild: BUND)
v.l. Tobias Hornung, Karl Johannes Henzler, Bertrand Schmidt, Sarah Christmann, Bruno Sing. (Bild: BUND)

Viel Arbeit für alle

Henzler hat das Gewässer gemeldet und die Sanierungsarbeiten ehrenamtlich ökologisch begleitet. Tobias Hornung und Bertrand Schmidt haben bei der Planung und dem Einholen der Genehmigungen unterstützt und waren für die Antragstellung auf Fördermittel verantwortlich. Bruno Sing ist ehrenamtlich für den BUND Aulendorf aktiv und setzt Amphibienschutz- und weitere Projekte aus Natur- und Umweltschutz vor Ort um. Sarah Christmann hat die verschiedenen Akteure im Projekt zusammengebracht und bei der Umsetzung der Maßnahmen unterstützt.

Fortschreitender Verlust geeigneter Laichgewässer

Das massive Artensterben geht leider auch an den 19 Amphibienarten in Baden-Württemberg nicht vorbei. Von Bestandsrückgängen sind inzwischen sogar (ehemals) häufige Arten wie Erdkröte und Grasfrosch betroffen. Die Zahl der Grasfrösche in Baden-Württemberg ist in den letzten 60-70 Jahren Annahmen zufolge um über 95 Prozent gesunken. Eine Ursache des dramatischen Rückgangs ist unter anderem der fortschreitende Verlust geeigneter Laichgewässer. Alle heimischen Arten mit Ausnahme des Alpensalamanders sind für ihre Fortpflanzung auf Gewässer angewiesen. Außerdem spielen der fehlende Biotopverbund und der Verlust von Landlebensräumen eine Rolle für den Rückgang der Arten. Weitere Einflussfaktoren sind beispielsweise die Nahrungsknappheit durch das Insektensterben, der Einsatz von Pestiziden oder der zunehmende Straßenverkehr.

Weitere Infos: www.bund-bawue.de/amphibienprojekt.

(Quelle: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND))